Länder
Ebola breitet sich weiter aus
Der Ebola-Ausbruch breitet sich auf neue Gebiete im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo aus und ist umfangreicher als bisher angenommen. Seit der Ausrufung des Ausbruchs am 15. Mai gab es laut den neuesten Zahlen der WHO 676 bestätigte Ebola-Fälle, darunter 136 Todesfälle in der DR Kongo. Es gibt keine zugelassenen Impfstoffe oder Behandlungsmethoden für den seltenen Bundibugyo-Stamm des Virus, der für den aktuellen Ausbruch verantwortlich ist. Der Schwerpunkt liegt in der Provinz Ituri, wobei auch Fälle in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu festgestellt wurden.
Illegale Einwanderungen - Rückführungen
Nachdem Präsident Cyril Ramaphosa strengere Maßnahmen gegen illegale Einwanderung angekündigt hatte, wurde letzte Woche 2.745 Ausländer zurückgeführt; darunter viele aus Malawi. Als eine der größten Volkswirtschaften Afrikas zieht Südafrika seit langem Arbeitsmigranten aus dem gesamten Kontinent an, sowohl legal als auch illegal. Angesichts einer Arbeitslosenquote von über 30 % kommt es immer wieder zu Ausbrüchen von Unruhen gegen Einwanderer, darunter auch neue Gewalttaten in den letzten Wochen. Präsident Ramaphosa räumte ein, dass in der Öffentlichkeit Bedenken hinsichtlich der illegalen Einwanderung bestehen, warnte jedoch davor, dass die Behörden es nicht dulden würden, wenn jemand das Recht in die eigene Hand nähme.
Kritik an dem Bau der 11-Milliarden-Dollar-Küstenstraße
Das 11-Milliarden-Dollar-Projekt der Küstenstraße zwischen Lagos und Calabar hat heftige Kritik von Umweltschützern ausgelöst. Naturschützer, lokale Fischergemeinden und Klimaexperten warnen vor schwerwiegenden ökologischen Schäden, beschleunigter Küstenerosion und erheblichen CO₂-Emissionen. Studien zeigen, dass sich die Küstenlinie am Golf von Guinea rapide zurückzieht. Kritiker befürchten, dass der Anstieg des Meeresspiegels letztendlich die Autobahn selbst gefährden könnte. Bisher hat der Baukorridor bestehende Küstenlandschaften durchschnitten, Teile lokaler landwirtschaftlicher Betriebe zerstört und Grundstücke geteilt. Internet- und Telekommunikationsbetreiber haben Bedenken geäußert, dass das riesige Bauprojekt wichtige Offshore-Breitbandkabel wie WACS und MainOne beschädigen könnte. Die über 700km entlang der nigerianischen Küste erstreckende Straße Lagos-Calabar ist eines der ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte von Präsident Bola Tinubu.
Arbeitsmigranten ausgebeutet
Das Großprojekt im Wert von 350 Millionen US-Dollar für ein neues US-Konsulat in Mailand ist wegen Arbeiterausbeutung in den Schlagzeilen. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das in Alabama ansässige Unternehmen Caddell Construction, einen führenden Auftragnehmer für diplomatische Einrichtungen der USA weltweit. Zwei Manager der italienischen Niederlassung von Caddell Construction wurden festgenommen. Ausländischen Arbeitskräften, die vorwiegend aus Indien und Kenia rekrutiert wurden, waren Jahresgehälter von über 25.000 Euro versprochen worden. Stattdessen erhielten sie nur 1,55 bis 2 Euro (1,80 US-Dollar) pro Stunde. Der Mindestlohn im Baugewerbe in Mailand beginnt bei 13,39 Euro pro Stunde. Massive, unangekündigte monatliche Abzüge für minderwertige Verpflegung und Unterkunft (die oft 800 Euro ihres Verdienstes verschlangen) ließen den Arbeitern nur 500 Euro im Monat zum Leben. Die Beschäftigten wurden gezwungen, 10 bis 12 Stunden am Tag an 6 Tagen in der Woche zu arbeiten, was die in Italien gesetzlich festgelegte Arbeitszeit von 40 Stunden bei weitem überschritt. Personalverantwortliche sollen beschwerdeführende Arbeiter mit sofortiger Abschiebung in ihre Heimatländer bedroht haben. Krankschreibungen waren strengstens verboten.
Homosexualität kriminalisiert
Die Militärregierung von Niger hat offiziell ein neues Strafgesetz in Kraft gesetzt, das erstmals gleichgeschlechtliche Beziehungen und LGBTQIA+-Praktiken ausdrücklich unter Strafe stellt: Gleichgeschlechtliche Beziehungen werden mit 5 bis 10 Jahren Haft und einer Geldstrafe geahndet; wer „unanständige oder widernatürliche Handlungen“ begeht oder zu begehen versucht, muss mit derselben Strafe von 5 bis 10 Jahren rechnen; das Eingehen einer gleichgeschlechtlichen Ehe wird mit 10 bis 20 Jahren Haft streng bestraft; Versuche, das Geburtsgeschlecht zu verändern wird unter Strafe gestellt. Gleichgeschlechtliche Beziehungen in dem mehrheitlich muslimischen Land sind stark stigmatisiert, stellten jedoch bislang keine Straftat dar. Mit der Verabschiedung dieser Reform folgt das Land dem Beispiel anderer westafrikanischer Staaten, die strenge Anti-LGBTQ-Gesetze erlassen haben.
Weitere Repressalien - Studentenvertretung suspendiert
Die regierende Militärjunta in Burkina Faso hat die größte und älteste Studentenvereinigung des Landes, die Allgemeine Vereinigung der burkinischen Studenten (UGEB), zunächst für drei Monate suspendiert. Die Regierung warf der Vereinigung offiziell vor, Terrorismus zu „befürworten“ und zu „verherrlichen“, nachdem diese eine Erklärung veröffentlicht hatte, in der sie die Sicherheitsmaßnahmen der Regierung öffentlich kritisiert hatte. Die Suspendierung stellt eine erhebliche Eskalation der anhaltenden Aktionen der Militärjunta gegen unabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen, die Medien und kritische Stimmen im Land dar.
Besorgniserregender Zustrom von Migranten
Die Liberia Refugee Repatriation and Resettlement Commission (LRRRC) hat bekannt gegeben, dass der rasche Zustrom von Burkinabè-Migranten nach Südostliberia für das Land besorgniserregend ist. Laut dem LRRRC-Bericht leben derzeit etwa 140.000 Burkinabè-Staatsangehörige in den Countys Grand Gedeh und River Gee. Die Konzentration ausländischer Staatsangehöriger in einem begrenzten geografischen Gebiet wirft Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs um Ressourcen, des Druck auf die Landnutzung und der Fähigkeit der lokalen Behörden auf, die Situation effektiv zu managen. In Bergbaugebieten kam es bereits zu Spannungen.
Anti-Geldwäsche-Akademie
Das Land positioniert sich als regionaler Vorreiter im Kampf gegen Finanzkriminalität und bewirbt sich um die Einrichtung der regionalen Ausbildungsakademie der Eastern and Southern African Anti-Money Laundering Group (ESAAMLG) in Gaborone. Die geplante Akademie soll als Kompetenzzentrum für Schulungen im Bereich der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CTF) in ganz Ost- und Südafrika dienen und die Fähigkeiten von Ermittlern, Aufsichtsbehörden und Fachleuten des Finanzsektors im Kampf gegen illegale Finanzströme stärken. Das Land konkurriert mit Kenia und Mauritius um die Einrichtung.
Nationalpark – Nicht Nationalpark-Parkplatz!
Der ehemalige Oberste Richter David Maraga gehörte zu mehreren Umweltaktivisten, die bei Protesten gegen die geplante Abtrennung von 76 Acres geschützter Fläche für einen Parkplatz im Nairobi-Nationalpark festgenommen wurden. Umweltschützer haben wiederholt vor der Zersplitterung von Wildkorridoren und geschützten Ökosystemen gewarnt und erklärt, dass weitere Landabtrennungen negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt, den Tourismus und die Naturschutzbemühungen in Kenia haben könnten. Richter David Maraga möchte bei den Wahlen 2027 für das Präsidentenamt kandidieren.
Klimawandel und Malaria
Der Klimawandel und unberechenbare Wetterextreme verändern die Situation bei durch Stechmücken übertragenen Krankheiten. In Malaria-Hotspots wird die Krankheit verstärkt und in bisher nicht betroffene Regionen neue Fälle gemeldet. Das auftretende Wetterphänomen La Niña hat Anfang 2026 in Teilen des südlichen Afrikas überdurchschnittliche Niederschläge brachte und Überschwemmungen verursachte, die zu mehr Brutstätten für Mücken führten. Einen Anstieg der Malariafälle von 68 % (8.760 Fälle) gegenüber dem Vorjahr meldete Namibia. Das von Überschwemmungen heimgesuchte Mosambik verzeichnete in den ersten sechs Wochen des Jahres mehr als 1,35 Millionen Fälle, ein Anstieg um 55 %. Gauteng, in dem Johannesburg und Pretoria liegen und in der Malaria nicht endemisch ist, verzeichnete in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 mehr als 400 Fälle und 11 Todesfälle. Experten berichten, dass die alte Annahme, Malaria trete ausschließlich in den Sommermonaten auf, nicht mehr zutrifft, da sich die Krankheit mittlerweile auch im Winter ausbreitet

