Nachrichten aus Afrika
Neue Verfassung: Direktwahlen „one person, one vote“
Somalia hat eine neue Verfassung verabschiedet, nach der die Abgeordneten erstmals direkt vom Volk gewählt werden. In den letzten Jahren wählten Clanführer und Älteste die Abgeordneten sowohl in der Bundesregierung als auch in den Regionalstaaten. Der Präsident wird weiterhin vom Parlament gewählt; dessen Amtszeit wurde von vier auf fünf Jahre verlängert und auf maximal zwei Amtszeiten begrenzt. Präsident Hassan Sheikh Mohamud hat sich für die neue Verfassung eingesetzt und angekündigt, dass Wahlen im Juni stattfinden werden. Der oppositionelle Somali Future Council bezeichnete die Verabschiedung als verfassungswidrig und mehrere Oppositionsführer und Abgeordnete aus den Bundesstaaten Puntland und Jubaland boykottierten die Abstimmung.
Höchste Alarmbereitschaft wegen Unwetter
Die ugandische Regierung warnt für März, April und Mai (MAM) 2026 vor überdurchschnittlich hohen Temperaturen und starken Regenfällen, die eine Welle von Naturkatastrophen im ganzen Land auslösen könnten. Die kenianische Wetterbehörde gab also eine Warnung heraus, dass bis zum 9. März in mehreren Teilen des Landes weiterhin zu starken Regenfällen von mehr als 20 mm kommen wird. Die starken Niederschläge können zu Sturzfluten und Erdrutschen führen. Besonders betroffene Gebiete sind: West Nile, Lango, Rwenzori und Bugisu und das Viktoriabecken, Westkenia, die zentralen Hochlandregionen, einschließlich Nairobi.
Haftstrafen für Tycoon Mabrouk und ehemalige Minister
Ein tunesisches Gericht hat am 3. März 2026, den prominenten und reichsten Geschäftsmann Marouan Mabrouk (Schwiegersohn des 2011 gestürzten Präsidenten Zine El Abidine Ben) zu 20 Jahren Haft verurteilt. In Abwesenheit (hält sich in den USA auf) wurde der ehemalige Premierminister Youssef Chahed zu sechs Jahren Gefängnis sowie einer Geldstrafe von 800 Millionen Dollar verurteilt. Weitere 6 ehemalige Minister erhielten ebenfalls Haftstrafen von jeweils sechs Jahren. Die Urteile stehen im Zusammenhang mit Vorwürfen der Geldwäsche, der Veruntreuung staatlicher Gelder und der Erlangung illegaler Vorteile. Seit seiner Machtübernahme 2021 geht Präsident Kais Saied verstärkt gegen Korruption vor.
Studienvisa wegen „Missbrauchs“ eingestellt
Die britische Regierung wird ab diesem Monat keine Studienvisa mehr an Personen aus Afghanistan, Kamerun, Myanmar und dem Sudan ausstellen, wie Innenministerin Shabana Mahmood mitteilte. Außerdem werden keine Arbeitsvisa für Fachkräfte aus Afghanistan mehr ausgestellt. Das Innenministerium begründete diese Maßnahme mit dem angeblich weit verbreiteten Missbrauch von Visa. 95 % der afghanischen Staatsbürger stellten nach dem Studienvisa einen Asylantrag. Die Anträge von Studierenden aus Kamerun und dem Sudan haben sich mehr als vervierfacht.
Sanktionen gegen ruandische Armee
Die US-Regierung hat Sanktionen gegen das ruandische Militär und vier seiner Spitzenbeamten wegen „direkter operativer Unterstützung“ der Rebellengruppe M23 verhängt. Die M23 hat wichtige Städte im mineralreichen Osten des Landes eingenommen hat, darunter die Hauptstädte der Provinzen Nord- und Süd-Kivu. Ruanda weist die Vorwürfe zurück. Das Verhältnis zwischen den USA und Ruanda, das lange Zeit als enger Partner Washingtons galt, ist damit angespannt.
Konservative Kleriker wählen einen Rivalen zum Oberhaupt
Die Britin Sarah Mullally wird noch in diesem Monat offiziell zum Oberhaupt der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft eingesetzt. Sie ist nicht nur die ranghöchste Geistliche der Church of England, sondern als auch „primus inter pares” (die Erste unter Gleichen) der Primas der anglikanischen Gemeinschaft. Somit ist sie das geistliche Oberhaupt von fast 95 Millionen Anglikanern. Die globale Bewegung Gafcon (Global Anglican Future Conference) der „authentischen Anglikaner, die Gottes Evangelium bewahren” plant, nur wenige Wochen vor der Amtseinführung von Erzbischof Mullaly in der Kathedrale von Canterbury ihren eigenen „Ersten unter Gleichen” zu wählen. Viele konservative Christen sind der Meinung, dass nur Männer zu Bischöfen geweiht werden sollten. Dies kommt einem Schisma (Kirchenspaltung) gleich. Anglikanische Provinzen in Afrika (insbesondere Nigeria) treiben den Bruch voran. Andere Regionen wie das südliche Afrika oder Kenia unterstützen die Erzbischöfin von Canterbury.
Suche nach einer stabilen Währung
Simbabwe bekommt neue Geldscheine als Teil größerer Reformen, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Simbabwe hat eine Geschichte gescheiterter Währungen. Der zur Unabhängigkeit 1980 eingeführte Zimbabwe Dollar wurde in den 2000er Jahren Opfer der Hyperinflation der Mugabe-Ära. Als nach mehreren Abwertungen im Jahr 2009 sogar Geldscheine im Nominalwert von 100.000.000.000.000 Zim-Dollar ausgegeben werden mussten, wurden ausländische Währungen amtliche Zahlungsmittel, vor allem der US-Dollar und der südafrikanische Rand. Ein neuer Zim-Dollar, genannt RTGS-Dollar (Real Time Gross Settlement) wurde 2019 eingeführt, konnte sich aber gegen die ausländischen Währungen nicht durchsetzen und wurde 2024 zugunsten der aktuellen Währung ZiG abgeschafft, die angeblich durch Goldreserven abgedeckt und damit stabil ist.
Weiße Südafrikaner als Flüchtlinge in die USA!
Die USA wollen monatlich 4.500 Asylanträge von weißen Südafrikanern bearbeiten. Bis zum 31. Januar waren im Rahmen eines im Mai 2025 gestarteten Programms nur 2.000 weiße Südafrikaner als Flüchtlinge in die USA eingereist. In Pretoria wird ein „temporäres modulares Dorf“ aus Containern auf dem Gelände der US-Botschaft errichtet. Die Büros in Johannesburg wurden durch die südafrikanischen Behörden wegen angeblicher Visaverstöße von US-Vertragspartnern durchsucht.
Kampagne gegen Schlangenbisse
Weltweit werden jedes Jahr etwa 2 Millionen Menschen durch Schlangenbisse vergiftet. 130.000 von ihnen sterben. In Kenia sterben jährlich rund 4.000 Menschen an Schlangenbissen. Das Land hat dagegen eine Kampagne ins Leben gerufen. Die Verfügbarkeit von Gegengiften soll erhöht werden. Es stehen 10.000 bis 30.000 Dosen zur Verfügung, während der Bedarf auf mindestens 100.000 Dosen geschätzt wird. Die Kosten sollen reduziert werden. Zurzeit kann eine Behandlung bis zu 62 $ pro Ampulle kosten. Das Kenya Snakebite Research and Intervention Centre (KSRIC) arbeitet an der Entwicklung lokaler Gegengifte, die besser auf die spezifischen Schlangenarten Ostafrikas abgestimmt sind. Zudem soll über Erste Hilfe aufgeklärt werden, um den Einsatz unwirksamer traditioneller Heilmittel zu reduzieren.
Ehemaliger US-Diplomat zu lebenslanger Haft verurteilt
Ein US-amerikanischer Staatsbürger wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er wegen sexuellen Missbrauchs zweier Teenagerinnen während seiner Tätigkeit in der US-Botschaft in Burkina Faso für schuldig befunden worden war. Das Bundesbezirksgericht des Bundesstaates befand ihn in vier Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen sowie der versuchten Nötigung und Verführung einer Minderjährigen und der versuchten Behinderung der Justiz für schuldig. Die Anklage wurde im Rahmen des Projekts „Safe Childhood” erhoben, einer landesweiten Initiative, die 2006 vom Justizministerium ins Leben gerufen wurde, um die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu bekämpfen.

