Nachrichten aus Afrika

Unter dem Titel: „Die Roças von São Tomé und Príncipe: Koloniales Agrarsystem und Zwangsmigration“ wurden sie in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. Die Roças von Agostinho Neto und São João dos Angolares sind Teil eines umfassenderen Netzwerks kolonialer Landgüter, die durch den Kaffee- und Kakaoanbau die Wirtschaft der Inseln prägten, aber auch eine schmerzvolle Geschichte von Zwangsarbeit und Migration widerspiegelten. Hinter den Kakaobäumen befanden sich Werkstätten, Krankenhäuser, Schulen, Trockenterassen, Eisenbahnstrecken, Lagerhäuser, Kapellen, Arbeiterunterkünfte und elegante Plantagenhäuser. Es handelte sich um in sich geschlossene Siedlungen, in denen Architektur, Landwirtschaft und Alltag zu einer Kulturlandschaft verwoben waren, wie es sie sonst nirgendwo auf der Welt gab. Zum Weltkulturerbe gehören sechs große Plantagen: Monte Café, Água Izé, Diogo Vaz, São João, (auf São Tomé) und Sundy und Belo Monte (auf Príncipe).

Präsident Tshisekedi äußert sich seit Jahren positiv über Israel und begründet seine Unterstützung mit seinem christlichen Glauben. Zudem ist er sehr an der Unterstützung durch die Vereinigten Staaten interessiert. Er entschied nun die Botschaft der DRC nach Jerusalem zu verlegen. Kolumbiens neuer rechtsextremer Präsident, Abelardo de la Espriella, kündigte ebenfalls an, die Botschaft seines Landes nach Jerusalem zu verlegen. Dies ist eine deutliche Kehrtwende gegenüber seinem linken Vorgänger, der Israel wegen seines Völkermordkriegs gegen den Gazastreifen kritisiert hatte. Die Vereinigten Staaten verlegten ihre Botschaft nach Jerusalem während der ersten Amtszeit (2018) von Präsident Donald Trump. Fidschi, Guatemala, Honduras, Papua-Neuguinea und Paraguay sind diesem Beispiel gefolgt. Die meisten Länder, die diplomatische Beziehungen zu Israel unterhalten, behalten ihre Botschaften im Raum Tel Aviv bei. Sie vertreten die Auffassung, dass der endgültige Status Jerusalems durch Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern festgelegt werden sollte. Der UN-Sicherheitsrat hat Maßnahmen abgelehnt, die darauf abzielen, den Status Jerusalems zu ändern, und hat die Länder aufgefordert, dort keine diplomatischen Vertretungen einzurichten.

Präsident William Ruto hat ein hartes Vorgehen gegen Ausländer angeordnet, die Kleinunternehmen betreiben, und erklärt, lokale Händler und Straßenverkäufer müssten geschützt werden. Ruto sagte, Kenia sei weiterhin offen für ausländische Investitionen, argumentierte jedoch, dass Investoren – darunter auch chinesische Händler – Arbeitsplätze schaffen und die Produktion ausweiten sollten, anstatt mit Kenianern im Kleinunternehmertum zu konkurrieren. Seine Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Debatte über die steigende Zahl afrikanischer Migranten, die in Kenias riesiger informeller Wirtschaft tätig sind.  Kenia beherbergt eine große Flüchtlingsbevölkerung. Regierungsangaben zufolge gab es in Kenia Ende Juni etwa 857.000 registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende, von denen fast 14 % in städtischen Gebieten lebten. Während Rutos jüngster Schritt angesichts des Status Kenias als regionaler Wirtschaftsknotenpunkt wahrscheinlich kontrovers diskutiert werden wird, erfolgt er auch vor dem Hintergrund allgemeinerer Bedenken hinsichtlich Fremdenfeindlichkeit in anderen Teilen Afrikas. In Südafrika kam es zu einer Welle von Protesten gegen Migranten ohne Papiere, und Zehntausende Afrikaner haben sich dort für eine freiwillige Rückführung entschieden.

Ein KI-gestütztes Ortungshalsband, das von dem südafrikanischen Unternehmen Rouxcel Technology entwickelt wurde, ist mittlerweile an fast 2.000 Tieren in mehr als 60 der größten Naturschutzgebiete des Landes im Einsatz. Das Halsband löst je nach Schweregrad der festgestellten Anomalie des Tierverhaltens und der Ähnlichkeit mit einem Wilderei-Vorfall graue, gelbe oder rote Warnmeldungen aus. Eine rote Warnmeldung löst den Einsatz einer Wärmebilddrohne aus, um die Situation zu beurteilen, bevor ein Einsatzteam entsandt wird. Zwischen Januar und Dezember 2025 wurden 352 Nashörner gewildert, das entspricht einem Rückgang um 16 % gegenüber 2024, als 420 Tiere getötet wurden. Seit 2008 sind mehr als 12.000 Nashörner der Wilderei zum Opfer gefallen, und der illegale Handel mit Wildtieren wird weltweit auf 20 Milliarden US-Dollar geschätzt.

UNESCO hat die Stadt Sidi Bou Said im Juli dieses Jahres zum Weltkulturerbe erklärt. Diese Auszeichnung markiert eine neue Ära für den Erhalt des kulturellen Erbes dieser historischen Touristenattraktion. Der besondere Status könnte bei der Bekämpfung von Erosion helfen. Sidi Bou Saïd ist weltbekannt für seine markanten blau-weißen Häuser, gepflasterten Gassen, die fuchsiafarbene Bougainvillea und den weiten Blick über das Mittelmeer.

Ghanas Kakaobauern wehren sich gegen das „Ghana Cocoa Board Bill“, Gesetz. Es schränkt die Nutzungsmöglichkeiten ihres eigenen Grundbesitzes ein. Das Gesetz verleiht Kakaofarmen den Status „geschützter“ Flächen und verbietet es jedem, einschließlich der Landwirte, Kakaofarmen ohne Genehmigung der Marktaufsichtsbehörde COCOBOD für andere Zwecke umzuwidmen. Zuwiderhandelnden drohen Geldstrafen und mögliche Freiheitsstrafen von bis zu 20 Jahren. Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Umwidmung von Kakaoanbauflächen für den Bergbau und den Anbau anderer Kulturen einzudämmen. Landesweit wurden Kakaofarmen für Kautschukplantagen und Bergbauaktivitäten gerodet. Ghana und die benachbarte Elfenbeinküste produzieren die Hälfte des weltweiten Kakaos.

Bei dem Referendum wurde eine neue Verfassung angenommen, die die Befugnisse des Präsidenten erheblich ausweiten wird. Die Nationale Wahlkommission teilte mit, dass 70 % der in der vergangenen Woche abgegebenen Stimmen für die Änderungen waren. Die Wahlbeteiligung sei bei fast 60 % der Wahlberechtigten gewesen. Internationale Nachrichtenagenturen berichtet, dass die Wahllokale größtenteils leer waren. Die PAIGC (größte Oppositionspartei) hatte die Bevölkerung zum Boykott des Referendums aufgerufen.

Präsident Hakainde Hichilema wurde nach einer umstrittenen Wahl und der Festnahme seines Hauptkonkurrenten wegen Hochverrats für eine zweite fünfjährige Amtszeit vereidigt. Zu den zahlreichen afrikanischen Staatschefs, die an der Amtseinführungszeremonie im National Heroes Stadium in der Hauptstadt teilnahmen, gehörten die Präsidenten von Kenia, Botswana, Simbabwe, Namibia und Tansania. Hichilema, dem die Stabilisierung der Wirtschaft zugeschrieben wird, errang laut offiziellen Ergebnissen am 13. August mit 60 % der Stimmen einen Erdrutschsieg. Der Zweitplatzierte Brian Mundubile, der 38 % erhielt, behauptete, das Ergebnis sei manipuliert worden. Er konnte keine rechtliche Anfechtung des Ergebnisses einleiten, da die Gerichte letzte Woche am letzten Tag, an dem eine Klage eingereicht werden konnte, abgeriegelt waren. Wahlbeobachter berichteten, dass der Wahltag zwar weitgehend friedlich verlief, einige jedoch Zweifel am Auszählungsprozess geäußert hätten.

Präsident Abdelmadjid Tebboune ordnete an, das Strafrecht bis zum 15. September so zu ändern, dass für Personen, die vorsätzlich Brände legen, die Todesstrafe mit sofortiger Hinrichtung eingeführt wird. „Es ist ungewöhnlich, dass Brände gleichzeitig ausbrechen, … und sich bei Windstille rasch ausbreiten“, so der Präsident. Er  betonte, dass „die Priorität nun darin besteht, jedem entgegenzutreten und entgegenzuwirken, der versucht, Algerien zu schwächen und seine Einheit zu untergraben“, und versicherte der Öffentlichkeit, dass die Nation weiterhin in der Lage sei, alle schwierigen Situationen zu meistern. Präsident Tebboune wies den Minister für Wohnungswesen, Stadtplanung und Stadtentwicklung an, in Abstimmung mit den Gouverneuren alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den betroffenen Bewohnern unverzüglich eine neue Unterkunft zu verschaffen, damit das Leben so schnell wie möglich wieder zur Normalität zurückkehren kann.

In Lesotho galt die Hebammenarbeit traditionell als Frauenberuf, doch da das Land versucht, seine hohe Sterblichkeitsrate im Zusammenhang mit Geburten zu senken, entscheiden sich immer mehr Männer für diesen Beruf. Nach Angaben der Vereinten Nationen sterben auf 100.000 Lebendgeburten etwa 530 Frauen. Der weltweite Durchschnitt liegt bei etwa 200. Im Land sind derzeit schätzungsweise 300 männliche Hebammen tätig. Gesundheitszentren in ländlichen Gebieten leiden unter einem enormen Personalmangel. Die Behörden ermutigen männliche Krankenpfleger, sich zusätzlich als Hebammen ausbilden zu lassen, um diese Lücke zu schließen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation machen Männer weniger als 1 % aller Hebammen weltweit aus

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„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...
Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."
Erklärung des Jesuitenordens in Europa