Nachrichten aus Afrika
Russland verspricht Hilfe
Der russische Außenminister Sergej Lawrow bot bei einem Besuch in Mosambik Moskaus Unterstützung bei der Beseitigung der dort bestehenden „terroristischen Bedrohung“ an. „Wir unterstützen weiterhin die Bemühungen von Präsident Chapo, die Lage im Norden zu stabilisieren, die terroristische Bedrohung zu beseitigen und die echte Souveränität Mosambiks zu festigen“, sagte Lawrow. Regierungstruppen bekämpfen in der ölreichen nördlichen Provinz Cabo Delgado einen Aufstand, der mit der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ in Verbindung steht. Cabo Delgado verfügt über enorme Gasvorkommen. Seit 2021 sind ruandische Streitkräfte in dem Gebiet stationiert, um die mosambikanische Armee bei einer Operation zu unterstützen, die von der EU mit mehreren Millionen Euro gefördert wird. Lawrow bereist diese Woche mehrere afrikanische Länder, darunter Äthiopien und Niger. Russland baut seine sicherheitspolitische Präsenz auf dem Kontinent aus.
Relikte aus der Kolonialzeit!?
Die Justiz hat eine Richtlinie der Anwaltskammer des Landes offiziell abgelehnt, die darauf abzielte, Traditionen aus der Kolonialzeit in Gerichtssälen abzuschaffen. Die Anwaltskammer des Landes hatte ihre Mitglieder angewiesen, Richter nicht mehr mit „My Lord“ oder „My Lady“ anzusprechen und die langjährige Praxis, sich vor ihnen zu verneigen, aufzugeben. In der Anweisung erklärte die Uganda Law Society (ULS), solche „feudalen und kolonialen Ehrentitel“ würden Justizbeamte über die Bürger erheben, „die in Wirklichkeit ihre Arbeitgeber sind“. In ganz Afrika diskutieren Anwälte und andere Juristen seit langem darüber, ob Gerichtstraditionen aus der Kolonialzeit (darunter Perücken und Roben) im Rahmen umfassenderer Bemühungen zur Reform der Justizsysteme abgeschafft werden sollten.
Modi erhält neugeschaffene Auszeichnungen
Der indische Premierminister Narendra Modi wurde während seines Besuches eine noch nie dagewesene Trophäe überreicht, ein makelloses, birnenförmiges, azurblaues Preisobjekt, das eigens für ihn angefertigt wurde und den Titel „Guardian of the Blue Horizon“ trägt. Der Präsident der Seychellen, Dr. Patrick Herminie, würdigt damit die weltweite Führungsrolle von Premierminister Modi in den Bereichen Umweltschutz, Klimaresilienz und Förderung der „Blue Economy“. Diese Auszeichnung gab es vor Modis Besuch auf den Seychellen noch nicht.
Amtszeit verlängert
Präsident Emmerson Mnangagwa hat Verfassungsänderungen unterzeichnet, die seine Amtszeit bis 2030 verlängern. Im Gesetzt enthalten sind eine Bestimmung, wonach künftige Präsidenten von den Abgeordneten gewählt werden können, anstatt durch eine direkte Volksabstimmung. Die Verfassungsänderungen werden heftig von den Oppositionsparteien und zivilgesellschaftlicher Gruppen kritisiert. Für Mnangagwa bedeutet das neue Gesetz jedoch, dass er mehr Zeit hat, die Prioritäten seiner Regierung voranzutreiben, und gleichzeitig den Einfluss der ZANU-PF auf die politische Landschaft Simbabwes stärkt.
Strategische Projekte eingeweiht und auf den Weg gebracht
Anlässlich des 64. Jahrestags des Unabhängigkeitstags und der Wiedererlangung der nationalen Souveränität weihte Präsident Abdelmadjid Tebboune, am Sonntag in Algier mehrere strategische Projekte ein: das Algerische Nationale Zentrum für digitale Dienste in Mohammadia, die erste Einrichtung dieser Art im Land; in der Gemeinde Dely Ibrahim den neuen Sitz des Ministeriums für Wohnungswesen und Stadtplanung; in Mahelma das Fachkrankenhaus „Omar-Boudjellab“ für Kardiologie und pädiatrische Herzchirurgie; in Sidi Abdellah das Stadtzentrum „Ahmed-Taleb-El Ibrahimi“ in Rahmania, das 10.507 Wohnungen im Mietkaufprogramm (AADL) umfasst; in Rahmania legte er den Grundstein für das Algerische Institut für Zell- und Gentherapie; in Ouled Fayet westlich von Algier den Grundstein für den Bau einer großen Veranstaltungshalle mit 10.000 Plätzen.
Russische Waffenlieferungen sollen Militärjunta retten
Ein Schiff der russischen Marine eskortiert ein Handelsschiff mit Waffenlieferung, um der malischen Regierung dabei zu helfen, den Vormarsch der Rebellen aufzuhalten. Die Ladung soll im Hafen von Conakry (Guinea) gelöscht werden, um über Land nach Mali zu gelangen. Mit Al-Qaida verbundene Kämpfer und Tuareg-Separatisten belagern Gebiete im Norden Malis, während von Russland unterstützte Truppen eingreifen, um den Zusammenbruch der malischen Militärjunta zu verhindern.
ISIL verbundene Zelle zerschlagen
Marokkos Anti-Terror-Behörde hat 10 Mitglieder einer Zelle festgenommen zu haben, die mit dem ISIL-Ableger in der Sahel-Provinz (ISSP) in Verbindung steht. Geplante Anschläge wurden so vereitelt. Bei Razzien in mehreren marokkanischen Städten, darunter Casablanca, Tetouan, Agadir, Taroudant, El Hajeb, Fquih Ben Salah und Safi wurden Klingenwaffen, militärische Kleidung, Anleitungen zur Bombenherstellung, digitales Material und Chemikalien sichergestellt. In der Sahelzone und in Westafrika kommt es zu einer Zunahme der Aktivitäten von mit dem ISIL und Al-Qaida verbundenen Kampfgruppen.
Gericht wägt FGM-Verbot ab
Der Oberste Gerichtshof Gambias bereitet sich darauf vor, über das landesweite Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung zu entscheiden. Die Entscheidung bedeutet für die Frauen, ob ihre Töchter weiterhin gesetzlich geschützt sind oder dasselbe Trauma erleben müssen, das sie selbst durchgemacht haben. Im Jahr 2024 wurde ein Versuch durch das Parlament abgelehnt, das Gesetz von 2015 zum Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) aufzuheben. Das Verbot stellte die Praxis unter Strafe und sah Strafen von bis zu drei Jahren Haft sowie lebenslange Freiheitsstrafe vor, falls sie zum Tod führt. Die Durchsetzung blieb jedoch begrenzt, sodass die Praxis weitgehend im Verborgenen fortgesetzt werden konnte. Der Druck, das Gesetz aufzuheben, hielt trotz der begrenzten Durchsetzung an. Der Oberste Islamische Rat Gambias unterstützte den Vorschlag und bezeichnete die weibliche Genitalverstümmelung als „eine der Tugenden des Islam“. Befürworter der Verfassungsklage argumentieren, dass es in diesem Fall eher um Religionsfreiheit und kulturelle Rechte gehe als um die Praxis selbst. Während das Land auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wartet, könnte das Ergebnis nicht nur die Zukunft des Gesetzes prägen, sondern auch das Leben Tausender Mädchen, deren Schutz auf dem Spiel steht.
Für KI-Technologie im Agrarbereich gekürt
Die ugandische Technologieunternehmerin Shifra Ainomugisha wurde zur „Commonwealth-Jugendlichen des Jahres 2026“ gekürt. Mit der Auszeichnung, die im Rahmen der „Commonwealth Youth Awards 2026“ in London verliehen wurde, wurde Ainomugishas Arbeit bei Solafam Uganda Ltd. gewürdigt, einem Sozialunternehmen, das solarbetriebene Kühlhäuser, Bewässerungssysteme mit erneuerbaren Energien und künstliche Intelligenz kombiniert, um Landwirten dabei zu helfen, ihre Ernten zu konservieren, die Produktivität zu steigern und die Einkommen im ländlichen Raum zu erhöhen. Sie wurde aus fast 1.000 Bewerbern aus den 56 Mitgliedsländern des Commonwealth ausgewählt und zudem zur regionalen Gewinnerin für Afrika im Rahmen des Nachhaltigkeitsziels 2 „Kein Hunger“ gekürt. Die Auszeichnung spiegelt auch die wachsende internationale Aufmerksamkeit für die Rolle junger Unternehmer bei der Entwicklung von Lösungen zur Klimaanpassung wider.
Schweres Schiffsunglück
Auf der Fahrt zwischen Ilebo und Sankuru kenterte ein Holzboot mit über 200 Personen und Ladung an Board. Das Boot sank als es in der Provinz Kasai in den Zusammenfluss von Sankuru und Kasai einfuhr. An Board befunden sich Schüler, die nach ihren staatlichen Prüfungen zurückfuhren, mindestens 20 Menschen kamen ums Leben.

