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Unterhändler der Vereinten Nationen haben in Nairobi Gespräche über ein neues globales Abkommen zum Schutz von Natur und Wildtieren aufgenommen, nachdem bei einer früheren Gesprächsrunde im März keine Fortschritte erzielt werden konnten. Die UNO fordert die Länder auf, bis 2030 30 % ihrer Land- und Meeresgebiete für den Naturschutz auszuweisen. Das Erreichen dieses "30-mal-30"-Ziels würde dazu beitragen, die Umwelt weltweit vor Wilderei, Umweltverschmutzung oder einer sich ausbreitenden menschlichen Nutzung zu schützen. Nur 17 % der Landflächen der Erde und 7% der Ozeane stehen derzeit in irgendeiner Form unter Schutz. Wissenschaftler warnen, dass schätzungsweise eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind.

Die Staats- und Regierungschefs von 54 Ländern - aus Afrika, Europa, Asien und Südamerika - sind bis zum 25. Juni in Kigali, Ruanda, zum Treffen der Regierungschefs des Commonwealth zusammengekommen.  Die meisten, der 54 Staaten, wurden früher von den Briten regiert, obwohl Mosambik, das 1995 beitrat, und Ruanda, das 2009 beitrat, diese historische Verbindung zum Vereinigten Königreich nicht teilen. Es gibt 19 Commonwealth-Staaten in Afrika, acht in Asien, drei in Europa (darunter Zypern und Malta, die beide auch Mitglieder der Europäischen Union sind), 13 in der Karibik und in Amerika und 11 im Pazifik. Simbabwe ist 2003 ausgetreten, versucht nun aber wieder, Mitglied zu werden. Kagame wird diese Woche den Amtierenden Vorsitz des Commonwealth vom britischen Premierminister Boris Johnson übernehmen, der die Organisation seit dem letzten CHOGM im Jahr 2018 leitet. Dem Commonwealth gehören 2,5 Milliarden Menschen an. Mindestens 60 % der Commonwealth-Bevölkerung sind 29 Jahre alt oder jünger.

Die Kenia-Konferenz der katholischen Bischöfe (KCCB) hat die Wähler aufgefordert, bei der Ausübung ihres Wahlrechts am 9. August nicht "lässig und unvorsichtig" zu sein. Erzbischof Martin Kivuva, der Vorsitzende der Konferenz, betonte, dass Führungspersönlichkeiten visionär sein sollten und dass ihre Visionen über ihre auf Papier festgehaltenen Manifeste hinausgehen sollten, und forderte die Wähler auf, sich die Zeit zu nehmen, die Manifeste der Führungspersönlichkeiten, die sie ins Amt wählen wollen, genau zu prüfen.

Zehntausende Vertriebene haben sich auf einem abgelegenen Hügel in der Ituri Provinz  im Osten des Landes in Sicherheit gebracht. Sie suchen Schutz vor den Angriffen, die die Region seit Jahrzehnten verwüsten. Unzählige bewaffnete Gruppen, darunter auch solche, die mit dem Islamischen Staat verbunden sind, bringen Angst und Terror. Es geht oft um ethnische Streitigkeiten, politische Instabilität und besonders um den Kampf um den riesigen Mineralreichtum des Landes. Auf dem Hügel ist das Wasser knapp, sanitäre Einrichtungen begrenzt, und es gibt keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Nahrungsbeschaffung ist riskant; um Pflanzen, die auf umliegenden Hügeln wachsen, zu sammeln, müssen die Menschen sich immer auf einen tödlichen Angriff gefasst machen. Nach UNO Angaben wurden rund 6 Mio. Kongolesen, meist aus Nord - und Süd Kivu und Ituri vertrieben.

An der ersten Konferenz "China-Horn von Afrika über Sicherheit, Regierungsführung und Entwicklung" nehmen bis Dienstag in Addis Abeba:  China, Äthiopien, Dschibuti, Kenia, Somalia, Sudan, Südsudan und Uganda teil, Eritrea, das eingeladen war, ist nicht anwesend. Die Vereinigten Staaten haben Äthiopien im November wegen der Menschenrechtsverletzungen im Konflikt zwischen der Regierung und den Rebellen in der Region Tigray seit November 2020 aus einem wichtigen Handelsabkommen, dem Agoa, ausgeschlossen und 2021 Sanktionen gegen Eritrea wegen dessen Beteiligung an dem Konflikt verhängt. Der chinesische Außenminister Wang Yi hat zum Ausdruck gebracht, dass China gegen die US-Sanktionen gegen Eritrea ist. China erklärt sich bereit, für den Frieden am Horn von Afrika zu vermitteln und kündigte auch an, dass es bereit sei, verschiedene Projekte in den Bereichen Ernährungssicherheit, Gesundheit, Verkehr, Handelsförderung und Kapazitätsaufbau zu unterstützen.

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat die Zahl der Flüchtlinge weltweit erstmals auf über 100 Millionen ansteigen lassen. Die UN warnt, dass die daraus resultierende Ernährungskrise noch mehr Menschen zum Verlassen ihrer Heimat zwingen könnte. Ende 2021 gab es weltweit 89,3 Millionen Menschen, die aufgrund von Verfolgung, Konflikten, Missbrauch und Gewalt ihr Land verlassen hatten. Doch seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar sind bis zu 14 Millionen Menschen hinzugekommen, und es ist zu erwarten, dass die steigenden Preise aufgrund der blockierten Getreideexporte und der unterbrochenen Ernten zu weiteren Vertreibungen führen werden.

In Johannesburgs benachteiligter Township Alexandra entstand das erste Zentrum Judo for Peace, wo Schülerinnen und Schüler das Zusammenleben lernen. Die Kinder leben, lernen und arbeiten gemeinsam.  Ziel des Programms ist es, Judo als Möglichkeit für Flüchtlinge, Migranten und Südafrikaner zu nutzen, um sich kennenzulernen und den „Moralkodex dieser Kampfkunst“ zu erlernen. Der kongolesische Trainer hilft zu dem Verständnis, dass Flüchtlinge auch Fähigkeiten in das Land bringen. In jüngster Zeit sind fremdenfeindliche Angriffe in Alexandra zurückgekehrt. Der 20. Juni wird als Weltflüchtlingstag begangen.

Um Diskriminierung und Stigmatisierung vorzubeugen, ist die Weltgesundheitsorganisation WHO dabei, die Bezeichnung „Affenpocken“ zu ändern. Bis Mai waren das Virus und die Krankheit aus Afrika bekannt, aber das Virus wurde 1958 erstmals bei Affen in einer Versuchsanstalt in Dänemark nachgewiesen. In dem momentanen Ausbruch gibt es etwa 780 Infektionen aus überwiegend 27 westlichen und osteuropäischen Ländern. Seit längerem gibt es Bestrebungen der WHO, Krankheiten nicht mehr nach Tieren oder Regionen zu benennen.  Die WHO handelte schnell, als das Coronavirus auftauchte. Statt es „Wuhan-Virus“ - nach der chinesischen Stadt des ersten Auftretens -  zu nennen, wurde das Virus Sars-Cov-2  und die Krankheit Covid-19 genannt.

Nach 18 Monaten Krieg mit der äthiopischen Regierung sind die tigrayanischen Streitkräfte bereit, eine hochrangige Delegation zu von Kenia vermittelten Gesprächen zu schicken. Der vom Vorsitzenden der  „Tigray People‘s Liberation Front“ unterschriebene Brief enthielt zum ersten Mal keine Vorbedingungen. Auch der äthiopische Premier Abiy Ahmed erklärte, dass Friedensgespräche der beste Weg zur Beendigung des Krieges seien. Jetzt besteht die Hoffnung, dass der Konflikt, der durch Massaker, Vergewaltigungen, Hunger und Krankheit gezeichnet war, 2 Mio. Menschen vertrieben und bis zu 50 Tausend getötet hat, durch Dialog beendet werden kann.

Im Bundesstaat Anambra hat die Polizei 35 14 - 17 jährige Mädchen aus einem Hotel befreit, die -  entweder gelockt oder entführt -  dort festgehalten wurden, um Babys zum Verkauf auf die Welt zu bringen. Vier von ihnen  waren schon schwanger.  3 Verdächtige wurden festgenommen, beschuldigt, in die Entführung der Teenager, in sexuelle Sklaverei und Prostitution und in den Betrieb der „Babyfabrik“ verwickelt zu sein. Auch Schusswaffen und Bargeld wurden sichergestellt. Der Hotelbesitzer ist geflohen. Es sind gewöhnlich die Menschenhändlerbanden, die diese Einrichtungen kontrollieren. Manche von denen sind als Entbindungskliniken oder als Hotels getarnt. Obwohl sich die Behörden schon jahrelang bemühen, diese Häuser zu schließen, existieren viele im Geheimen weiter. Menschenhandel, mit  Zwangsprostitution und Verkauf von Kindern, ist laut UNO Angaben nach Korruption und Drogenhandel das dritthäufigste Verbrechen in Nigeria.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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