Nachrichten aus Afrika
Bewohner der äthiopischen Region Tigray beginnen zu fliehen
Während der Krieg einen Großteil des Nahen Ostens in Flammen setzt, bahnt sich auf der anderen Seite des Roten Meeres ein weiterer Konflikt am Horn von Afrika an. Weniger als vier Jahre nach dem Friedensabkommen, das den Bürgerkrieg in der äthiopischen Region Tigray beendete, droht erneut ein Konflikt. Anwohner berichten von einem bedrohlichen Truppenaufmarsch der äthiopischen Bundesarmee an den Grenzen der Region. Und die Zivilbevölkerung wartet nicht darauf, dass die Kämpfe beginnen, sie beginnt bereits zu fliehen. Das Friedensabkommen, das 2022 den letzten Bürgerkrieg beendete, wurde nie richtig umgesetzt, und die Beziehungen sind nach wie vor sehr instabil, was durch die sich verschlechternden Beziehungen Äthiopiens zu Eritrea, das an Tigray grenzt, noch verschärft wird. Die Bundesbehörden haben die Subventionen für die Region seit Monaten gekürzt. Viele Beamte werden nicht mehr bezahlt, und den Banken geht das Bargeld aus.
Konkurrenzkampf um die Nachfolge
Die Präsidentschaftswahlen am 15. März werden voraussichtlich streng kontrolliert verlaufen, da der 82-jährige amtierende Präsident Denis Sassou Nguesso seit seiner Rückkehr an die Macht nach dem Bürgerkrieg eine fünfte Amtszeit in Folge anstrebt. Sassou Nguesso ist nach wie vor einer der am längsten amtierenden Staatschefs Afrikas. Er trat sein Amt erstmals 1979 unter einem Einparteiensystem an und trotz einer Wahlniederlage 1992 erlangte er 1997 mit militärischer Gewalt die Macht zurück und hat seitdem jede Wahl gewonnen. Innerhalb der Regierungspartei Parti Congolais du Travail (PCT) bringen sich in Stellung: Denis-Christel Sassou Nguesso (Sohn des Präsidenten), Jean-Dominique Okemba (Neffe des Präsidenten und Geheimdienstchef) und Jean-Jacques Bouya (Cousin des Präsidenten). Das Land hat eine hohe Jugendarbeitslosigkeit (ca. 40 %) und eine hohe Armutsrate (46,5 %).
Suche nach globalen Investoren
Sambia wirbt um globale Investoren, darunter auch aus den USA, da es seine Kupferproduktion bis 2031 mehr als verdreifachen (3 Millionen Tonnen) will. Vom 25. bis 26. März 2026 findet in Kitwe ZIMEC 2026 (Zambia International Mining and Energy Conference) statt. Sambia ist auch reich an Kobalt, Nickel, Mangan und Lithium.
Doppelbeschäftigung in öffentlichen Gesundheitseirichtungen verboten
Die Regierung hat „Doppelbeschäftigung” in allen öffentlichen Kliniken, Krankenhäusern, Apotheken und Diagnosezentren verboten. Doppelbeschäftigung bezieht sich auf Gesundheitspersonal, das gleichzeitig im öffentlichen und privaten Sektor beschäftigt ist. Die Richtlinie verlangt außerdem, dass Gesundheitspersonal, das private Einrichtungen besitzt oder teilweise besitzt, diese innerhalb von 30 Tagen veräußert, andernfalls drohen Entlassung und mögliche rechtliche Schritte. Eine Untersuchung hatte Korruption in öffentlichen Krankenhäusern aufgedeckt. Patienten wurden gezwungen, illegale Gebühren für Leistungen zu zahlen, die eigentlich kostenlos sein sollten; und manchmal an private Einrichtungen verwiesen, die dem Gesundheitspersonal gehören. Das Malawi Health Equity Network begrüßt den Schritt. Ärzteverbände befürchten einen „Brain Drain“, da viele Fachkräfte aufgrund der niedrigen Staatsgehälter auf private Nebeneinkünfte angewiesen seien.
Massenexodus
Die südsudanesische Armee (SSPDF) hatte am 6. März 2026 ein 72-stündiges Ultimatum zur Evakuierung der Stadt für Zivilisten, UN-Friedenstruppen und Hilfsorganisationen angeordnet, da sie einen Angriff auf die Opposition (SPLA-IO) planen. Akobo, das als sicherer Zufluchtsort galt und mehr als 82.000 Vertriebene beherbergte, ist eine der letzten Hochburgen der sudanesischen Volksbefreiungsbewegung-Opposition (SPLM-IO), die dem inhaftierten ehemaligen Vizepräsidenten des Südsudans, Riek Machar, treu ergeben ist. Der Befehl ist eine Fortsetzung der Gegenoffensive der Regierung, die im Januar gestartet wurde und den Namen „Operation Enduring Peace” trägt.
Junta löst 40 politische Parteien auf
Guinea hat in einer nächtlichen Verordnung 40 politische Parteien aufgelöst. Das Dekret entzog ihnen auch die Kontrolle über ihr Vermögen. Zu den aufgelösten Parteien gehören die drei wichtigsten politischen Parteien Guineas: die UFDG unter der Führung ihres im Exil lebenden Vorsitzenden Cellou Dalein Diallo, die RPG unter der Führung des im Exil lebenden ehemaligen Präsidenten Alpha Condé und die UFR. Dies ist die jüngste Maßnahme zur Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten unter Machthaber Mamady Doumbouya. Doumbouya, kam 2021 durch einen Staatsstreich an die Macht, Ende Dezember wurde er zum Präsidenten gewählt; alle wichtigen Oppositionsführer waren ausgeschlossen.
Ramadan: Iftar auf Sansibar
Tausende nahmen an einem der größten gemeinschaftlichen Iftar-Mahlzeiten Sansibars im Amani-Stadion der Insel teil. Muslime und Nicht-Muslime versammelten sich, um während des Ramadans bei Sonnenuntergang das Fasten zu brechen. „Wir haben es gerade geschafft, der ganzen Welt zu zeigen, dass Sansibar ein Ort des Friedens, der Einheit und der Liebe ist“, sagte Arif Abbas Manji, der Leiter der Sansibar-Kommission für Tourismus. In Tansania sind etwa 37 % der Bevölkerung Muslime. Auf der Insel Sansibar bekennen sich jedoch etwa 99 % der Bevölkerung zu diesem Glauben.
Frauen feiern Gleichberechtigung
Dutzende Frauen nahmen an einem Bootsrennen nur für Frauen auf dem Fluss Oubangui teil, um den Internationalen Frauentag (8. März) zu feiern. Das erstmals offiziell als "Course de pirogues des femmes" ausgetragene Rennen, in den traditionellen Einbäumen (Pirogen) markiert das Recht der Frauen. Das Pirogen-Rennen ist ansonsten ein zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am 1. Dezember. In Teams bis zu 30 Ruderern pro Piroge (historisch eine Männerdomäne) treten Verschiedene Volksgruppen, wie die Mbaka, Sango, Modjombo und Yakoma), gegeneinander an.
Tiefseeprojekt wird verwirklicht
Präsident Bola Tinubu hat den erfolgreichen Abschluss einer historischen Einigungsvereinbarung, um die Ölförderlizenz 245 (Zabazaba-Etan), zwischen der nigerianischen Bundesregierung, ENI und Nigerian Agip Exploration Limited (NAEL) beigelegt. Die Rechtsstreitigkeiten ("Malabu-Skandal") befassten sich mit Korruptionsvorwürfen. Das Zabazaba-Etan-Tiefseeprojekt (OPL 245) gilt als eines der größten unerschlossenen Ölfelder des Kontinents.
‘Racist’ Staatsbürgerschaftsklausel
Die ehemalige Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hat eine seit langem bestehende Debatte über die Notwendigkeit einer Überarbeitung der Verfassungsklausel (Artikel 27(b) der Verfassung von 1986) wiederbelebt. Die Klausel gewährt die liberianische Staatsbürgerschaft ausschließlich Menschen „negroider Abstammung“. Die ehemalige Präsidentin erklärte, das Gesetz sei nicht mehr zeitgemäß und untergrabe das Bekenntnis des Landes zu Gleichberechtigung und internationalen Normen. Die umstrittene Klausel geht auf die Gründung Liberias (1847) durch befreite Sklaven aus den USA zurück. Liberia sollte als sicheren Hafen für Menschen afrikanischer Abstammung und vor europäischer Kolonialisierung und ausländischer Dominanz schützen werden. Bei einer Änderung wird befürchtet, dass „Nicht-Schwarze“ den Grundbesitz und die Wirtschaft dominieren könnten.

