Nachrichten aus Afrika
Ramadan: Iftar auf Sansibar
Tausende nahmen an einem der größten gemeinschaftlichen Iftar-Mahlzeiten Sansibars im Amani-Stadion der Insel teil. Muslime und Nicht-Muslime versammelten sich, um während des Ramadans bei Sonnenuntergang das Fasten zu brechen. „Wir haben es gerade geschafft, der ganzen Welt zu zeigen, dass Sansibar ein Ort des Friedens, der Einheit und der Liebe ist“, sagte Arif Abbas Manji, der Leiter der Sansibar-Kommission für Tourismus. In Tansania sind etwa 37 % der Bevölkerung Muslime. Auf der Insel Sansibar bekennen sich jedoch etwa 99 % der Bevölkerung zu diesem Glauben.
Frauen feiern Gleichberechtigung
Dutzende Frauen nahmen an einem Bootsrennen nur für Frauen auf dem Fluss Oubangui teil, um den Internationalen Frauentag (8. März) zu feiern. Das erstmals offiziell als "Course de pirogues des femmes" ausgetragene Rennen, in den traditionellen Einbäumen (Pirogen) markiert das Recht der Frauen. Das Pirogen-Rennen ist ansonsten ein zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am 1. Dezember. In Teams bis zu 30 Ruderern pro Piroge (historisch eine Männerdomäne) treten Verschiedene Volksgruppen, wie die Mbaka, Sango, Modjombo und Yakoma), gegeneinander an.
Tiefseeprojekt wird verwirklicht
Präsident Bola Tinubu hat den erfolgreichen Abschluss einer historischen Einigungsvereinbarung, um die Ölförderlizenz 245 (Zabazaba-Etan), zwischen der nigerianischen Bundesregierung, ENI und Nigerian Agip Exploration Limited (NAEL) beigelegt. Die Rechtsstreitigkeiten ("Malabu-Skandal") befassten sich mit Korruptionsvorwürfen. Das Zabazaba-Etan-Tiefseeprojekt (OPL 245) gilt als eines der größten unerschlossenen Ölfelder des Kontinents.
‘Racist’ Staatsbürgerschaftsklausel
Die ehemalige Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hat eine seit langem bestehende Debatte über die Notwendigkeit einer Überarbeitung der Verfassungsklausel (Artikel 27(b) der Verfassung von 1986) wiederbelebt. Die Klausel gewährt die liberianische Staatsbürgerschaft ausschließlich Menschen „negroider Abstammung“. Die ehemalige Präsidentin erklärte, das Gesetz sei nicht mehr zeitgemäß und untergrabe das Bekenntnis des Landes zu Gleichberechtigung und internationalen Normen. Die umstrittene Klausel geht auf die Gründung Liberias (1847) durch befreite Sklaven aus den USA zurück. Liberia sollte als sicheren Hafen für Menschen afrikanischer Abstammung und vor europäischer Kolonialisierung und ausländischer Dominanz schützen werden. Bei einer Änderung wird befürchtet, dass „Nicht-Schwarze“ den Grundbesitz und die Wirtschaft dominieren könnten.
Konservative Anglikaner: Rückzieher und Umbenennung von Positionen
Konservative Anglikaner, die sich in Abuja versammelten, haben ihre Pläne zur Wahl eines rivalisierenden „Primus inter Pares”, was die Position des Erzbischofs von Canterbury innerhalb der weltweiten anglikanischen Kirche beschreibt, zurückgezogen. Stattdessen erklärt GAFCON, dass es alte Strukturen und alte Titel hinter sich lässt und nun einen neuen Führungsrat unter der Leitung des ruandischen Erzbischofs Laurent Mbanda vorstellt. Der Global Anglican Council erklärt: Erzbischof Laurent Mbanda ist ihr Vorsitzender, und Sarah Mullally ist die Erzbischöfin von Canterbury.
Afrikanischer Regierungen evakuieren
Der Konflikt zwischen Israel, dem Iran und den USA hat eine Fluchtwelle afrikanischer Staatsangehöriger ausgelöst. Südafrika: Forderte über 6.400 Bürger im Nahen Osten auf kommerzielle Flüge und Landwege zur Flucht zu nutzen. Kenia: Repatriierungsflüge zwischen Nairobi und Dubai finden statt. Ghana: Staatsbürger aus dem Iran werden über Landwege evakuiert. Andere afrikanische Länder geben Sicherheitswarnungen heraus.
In US- Regierung angebotene Mine Erdrutsch
Mehr als 200 Menschen kamen bei einem Erdrutsch ums Leben, der durch heftige Regenfälle in der Rubaya-Koltan-Mine im Osten der Demokratischen Republik Kongo ausgelöst wurde. Die Mine befindet sich in einer abgelegenen Region, etwa 70 km westlich von Goma, der Hauptstadt der unruhigen Provinz Nord-Kivu im Osten der DR Kongo, zu der humanitäre Organisationen keinen Zugang haben. Die Telekommunikation ist regelmäßig unterbrochen. Die Rubaya-Mine steht seit 2024 unter der Kontrolle der AFC/M23. Die Mine wurde kürzlich in eine Auswahlliste von Bergbauanlagen aufgenommen, die die Regierung der DR Kongo den Vereinigten Staaten im Rahmen einer Zusammenarbeit im Mineralienbereich anbietet.
Neue Verfassung: Direktwahlen „one person, one vote“
Somalia hat eine neue Verfassung verabschiedet, nach der die Abgeordneten erstmals direkt vom Volk gewählt werden. In den letzten Jahren wählten Clanführer und Älteste die Abgeordneten sowohl in der Bundesregierung als auch in den Regionalstaaten. Der Präsident wird weiterhin vom Parlament gewählt; dessen Amtszeit wurde von vier auf fünf Jahre verlängert und auf maximal zwei Amtszeiten begrenzt. Präsident Hassan Sheikh Mohamud hat sich für die neue Verfassung eingesetzt und angekündigt, dass Wahlen im Juni stattfinden werden. Der oppositionelle Somali Future Council bezeichnete die Verabschiedung als verfassungswidrig und mehrere Oppositionsführer und Abgeordnete aus den Bundesstaaten Puntland und Jubaland boykottierten die Abstimmung.
Höchste Alarmbereitschaft wegen Unwetter
Die ugandische Regierung warnt für März, April und Mai (MAM) 2026 vor überdurchschnittlich hohen Temperaturen und starken Regenfällen, die eine Welle von Naturkatastrophen im ganzen Land auslösen könnten. Die kenianische Wetterbehörde gab also eine Warnung heraus, dass bis zum 9. März in mehreren Teilen des Landes weiterhin zu starken Regenfällen von mehr als 20 mm kommen wird. Die starken Niederschläge können zu Sturzfluten und Erdrutschen führen. Besonders betroffene Gebiete sind: West Nile, Lango, Rwenzori und Bugisu und das Viktoriabecken, Westkenia, die zentralen Hochlandregionen, einschließlich Nairobi.
Haftstrafen für Tycoon Mabrouk und ehemalige Minister
Ein tunesisches Gericht hat am 3. März 2026, den prominenten und reichsten Geschäftsmann Marouan Mabrouk (Schwiegersohn des 2011 gestürzten Präsidenten Zine El Abidine Ben) zu 20 Jahren Haft verurteilt. In Abwesenheit (hält sich in den USA auf) wurde der ehemalige Premierminister Youssef Chahed zu sechs Jahren Gefängnis sowie einer Geldstrafe von 800 Millionen Dollar verurteilt. Weitere 6 ehemalige Minister erhielten ebenfalls Haftstrafen von jeweils sechs Jahren. Die Urteile stehen im Zusammenhang mit Vorwürfen der Geldwäsche, der Veruntreuung staatlicher Gelder und der Erlangung illegaler Vorteile. Seit seiner Machtübernahme 2021 geht Präsident Kais Saied verstärkt gegen Korruption vor.

