Nachrichten aus Afrika
Weitere Repressalien - Studentenvertretung suspendiert
Die regierende Militärjunta in Burkina Faso hat die größte und älteste Studentenvereinigung des Landes, die Allgemeine Vereinigung der burkinischen Studenten (UGEB), zunächst für drei Monate suspendiert. Die Regierung warf der Vereinigung offiziell vor, Terrorismus zu „befürworten“ und zu „verherrlichen“, nachdem diese eine Erklärung veröffentlicht hatte, in der sie die Sicherheitsmaßnahmen der Regierung öffentlich kritisiert hatte. Die Suspendierung stellt eine erhebliche Eskalation der anhaltenden Aktionen der Militärjunta gegen unabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen, die Medien und kritische Stimmen im Land dar.
Fussball WM 10 afrikanische Länder
An der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 (11.06. – 19.07.2026) in den USA, Kanada und Mexiko nehmen 10 afrikanische Länder teil: Marokko, Senegal, Ägypten, Algerien, Tunesien, Elfenbeinküste, Südafrika, Ghana, Kap Verde, Demokratische Republik Kongo. Südafrika spielt als erstes afrikanisches Land gegen Mexiko.
Besorgniserregender Zustrom von Migranten
Die Liberia Refugee Repatriation and Resettlement Commission (LRRRC) hat bekannt gegeben, dass der rasche Zustrom von Burkinabè-Migranten nach Südostliberia für das Land besorgniserregend ist. Laut dem LRRRC-Bericht leben derzeit etwa 140.000 Burkinabè-Staatsangehörige in den Countys Grand Gedeh und River Gee. Die Konzentration ausländischer Staatsangehöriger in einem begrenzten geografischen Gebiet wirft Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs um Ressourcen, des Druck auf die Landnutzung und der Fähigkeit der lokalen Behörden auf, die Situation effektiv zu managen. In Bergbaugebieten kam es bereits zu Spannungen.
Anti-Geldwäsche-Akademie
Das Land positioniert sich als regionaler Vorreiter im Kampf gegen Finanzkriminalität und bewirbt sich um die Einrichtung der regionalen Ausbildungsakademie der Eastern and Southern African Anti-Money Laundering Group (ESAAMLG) in Gaborone. Die geplante Akademie soll als Kompetenzzentrum für Schulungen im Bereich der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CTF) in ganz Ost- und Südafrika dienen und die Fähigkeiten von Ermittlern, Aufsichtsbehörden und Fachleuten des Finanzsektors im Kampf gegen illegale Finanzströme stärken. Das Land konkurriert mit Kenia und Mauritius um die Einrichtung.
Nationalpark – Nicht Nationalpark-Parkplatz!
Der ehemalige Oberste Richter David Maraga gehörte zu mehreren Umweltaktivisten, die bei Protesten gegen die geplante Abtrennung von 76 Acres geschützter Fläche für einen Parkplatz im Nairobi-Nationalpark festgenommen wurden. Umweltschützer haben wiederholt vor der Zersplitterung von Wildkorridoren und geschützten Ökosystemen gewarnt und erklärt, dass weitere Landabtrennungen negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt, den Tourismus und die Naturschutzbemühungen in Kenia haben könnten. Richter David Maraga möchte bei den Wahlen 2027 für das Präsidentenamt kandidieren.
Klimawandel und Malaria
Der Klimawandel und unberechenbare Wetterextreme verändern die Situation bei durch Stechmücken übertragenen Krankheiten. In Malaria-Hotspots wird die Krankheit verstärkt und in bisher nicht betroffene Regionen neue Fälle gemeldet. Das auftretende Wetterphänomen La Niña hat Anfang 2026 in Teilen des südlichen Afrikas überdurchschnittliche Niederschläge brachte und Überschwemmungen verursachte, die zu mehr Brutstätten für Mücken führten. Einen Anstieg der Malariafälle von 68 % (8.760 Fälle) gegenüber dem Vorjahr meldete Namibia. Das von Überschwemmungen heimgesuchte Mosambik verzeichnete in den ersten sechs Wochen des Jahres mehr als 1,35 Millionen Fälle, ein Anstieg um 55 %. Gauteng, in dem Johannesburg und Pretoria liegen und in der Malaria nicht endemisch ist, verzeichnete in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 mehr als 400 Fälle und 11 Todesfälle. Experten berichten, dass die alte Annahme, Malaria trete ausschließlich in den Sommermonaten auf, nicht mehr zutrifft, da sich die Krankheit mittlerweile auch im Winter ausbreitet
Repatriierungen – wegen Xenophobia
Mehrere afrikanische Staaten repatriieren, mit Sonderflügen und Busreisen ihre Bürger, aus Südafrika. Nigeria hat Evakuierungsflüge für über 1.000 Landsleute genehmigt. Auch Länder wie Ghana, Malawi und Simbabwe repatriieren Hunderte oder Tausende ihrer Staatsbürger. In der Provinz Westkap, wird von Tür zu Tür Einschüchterungen, sowie vom Tod zweier Mosambikaner in Mossel Bay, berichtet. 150 Malawiern, die in Mossel Bay, in Notunterkünften Zuflucht gesucht hatten, wurden zurückgeholt. Eine schwere Wirtschaftskrise mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 30% führten zu anti-migrantischen Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen. Anti-Migranten-Gruppen fordern, dass Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung das Land verlassen – und haben den 30. Juni als Frist gesetzt.
FIFA-Schiedsrichter Einreise verweigert – kein WM-Turnier
Omar Artan, der als erster Somalier bei einer Fußballweltmeisterschaft als Schiedsrichter zum Einsatz kommen sollte, wurde die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert. Artan, Schiedsrichter des Jahres 2025 der Confédération Africaine de Football (CAF), wurde am Miami International Airport die Einreise verweigert. Die US-Einwanderungsbehörden haben keinen Grund für Artans Rückführung genannt, doch Somalia ist eines von mehreren Ländern auf einer von der Regierung unter Präsident Donald Trump eingeführten Liste mit Einreiseverboten. Die Fifa teilt mit: Gastgeber entscheidet über Visa.
Durch Videospiele Geschichte lernen
Eine lebendige Bewegung lokaler Spieleentwickler und digitaler Kreativer nutzt Videospiele und Augmented Reality, um jüngere Generationen wieder mit ihrem kulturellen Erbe und ihrer nationalen Identität zu verbinden. Entwickler entwerfen Handyspiele und digitale Anwendungen, die legendäre Figuren wie die beeindruckenden Dahomey-Amazonen in einem fesselnden, modernen Format zum Leben erwecken. Durch die Entwicklung lokalisierter Spiele stellen beninische Entwickler sicher, dass ihre eigene Geschichte aus lokaler Perspektive erzählt wird. Diese „Tools“ dienen als leicht zugängliche Bildungsplattformen, die es Kindern und Jugendlichen einfacher und spannender machen, etwas über ihre Wurzeln, Entstehungsgeschichten und die historischen Schlachten ihrer Vorfahren zu lernen.
Ost- und Südafrika stärken Zusammenarbeit
Kenia und Südafrika unterzeichneten 6 Absichtserklärungen (Memoranda of Understanding, MoUs), die auf die Vertiefung des Handels, der maritimen Anbindung, der Kompetenzentwicklung und der kulturellen Zusammenarbeit abzielen. Zu den wichtigsten Vereinbarungen gehörte eine Absichtserklärung zur Handelserleichterung durch Zusammenarbeit in den Bereichen Normung, technische Vorschriften, Konformitätsbewertung, Akkreditierung und Messtechnik – ein Schritt, der den Marktzugang erleichtern und nichttarifäre Handelshemmnisse zwischen den beiden führenden regionalen Volkswirtschaften Afrikas abbauen soll. Ein zweites Abkommen konzentrierte sich auf die Zusammenarbeit in den Bereichen Schifffahrt und Seeverkehr und unterstrich die wachsenden Bemühungen von Nairobi und Pretoria, die Logistiknetzwerke zu stärken und die Umsetzung der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (AfCFTA) zu unterstützen. Kenia und Südafrika sind bestrebt sind, sich als wichtige Triebkräfte der kontinentalen Integration zu positionieren und ihren Status als Wirtschaftsmächte in Ost- und Südafrika zu nutzen, um Handel, Investitionen und industrielle Zusammenarbeit im Rahmen der AfCFTA auszuweiten.

