Nachrichten aus Afrika
39. Gipfel der Afrikanischen Union (AU)
Die Staatschefs Afrika treffen sich in Addis Abeba zum Gipfeltreffen der Afrikanischen Union 2026. Schwerpunktthemen sind: Wasserversorgung im Zusammenhang mit dem Klimawandel und als wichtiger Faktor für wirtschaftliche Entwicklung; Konflikte im Sudan, Südsudan, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Sahelzone; Israels Anerkennung von Somaliland, das den Druck auf die Grenzen erhöht; Afrikas Rolle in der veränderten globalen Lage und Finanzwelt. Der burundische Präsident Évariste Ndayishimiye übernimmt turnusgemäß den Vorsitz der Union für das Jahr 2026.
Wiedereröffnung der Grenze nach 15 Jahren
Die Grenze Kenias zu Somalia wird im April wieder geöffnet, fast 15 Jahre nachdem sie aufgrund von Angriffen der islamistischen Miliz al-Shabab geschlossen wurde. Die in Somalia ansässige Gruppe hat eine Reihe tödlicher Anschläge in Kenia verübt. Darunter 2013 einen Anschlag auf ein Einkaufszentrum Nairobi, bei dem 67 Menschen ums Leben kamen, und einen auf eine Universität in Garissa zwei Jahre später, bei dem 148 Menschen starben. Die Absicht, zwei Grenzübergänge wieder zu öffnen, folgt auf jahrelange Sicherheitsbewertungen. Sicherheitskräfte werden in großer Zahl eingesetzt, um den Grenzübergang zu sichern.
Zyklon Gezani verwüstet Toamasina
Der Zyklon hat mindestens 31 Menschen getötet und schwere Verwüstungen angerichtet. Zyklon „Gezani“, ist mit einer Geschwindigkeit von bis zu 270 km/h. über die Insel gefegt. Die zweitgrößte nordöstliche Hafenstadt Toamasina mit rund einer halben Million Einwohnern wurde verwüstet. 90 % aller Häuser sind beschädigt. Laut offiziellen Angaben sind geschätzt mehr als 250.000 Menschen von dem Unwetter betroffen.
Landesweite Wasserkrise
Die sich verschärfende Wasserkrise in Südafrika hat eine kritische Phase erreicht. Die nationale Regierung hat offiziell mehrere Provinzen zu Katastrophengebieten erklärt. Teile von Johannesburg sind seit mehr als zwei Wochen ohne Wasserversorgung. Schulen und Unternehmen wurden geschlossen. Auch Soweto meldet kritisch niedrige bis leere Stauseen. Melville, westlich von Johannesburg gelegen, geht in die dritte Woche ohne Wasser. Der Ferienort Knysna mit mehr als 100.000 Einwohnern (türkisfarbenes Wasser, Sandstrände und angenehmes Wetter) hat den Katastrophenzustand ausgerufen, es könnte bald trocken sein. Kapstadt hat die Einwohner aufgefordert, ihren Verbrauch zu drosseln, da die Pegelstände der Stauseen weiter sinken. Beamte haben gewarnt, dass die Stadt ohne nachhaltige Einsparungen Bedingungen näherkommen könnte, die an den Day Zero erinnern.
Elektronischen Live-Veröffentlichung von Wahlergebnissen
Die nigerianischen Gesetzgeber haben eine Kehrtwende vollzogen und nach einer Welle öffentlicher Kritik die elektronische Live-Veröffentlichung der Wahlergebnisse genehmigt. Erst letzte Woche hatte der Senat einen Vorschlag abgelehnt, der die Wahllokale dazu verpflichtet hätte, die Ergebnisse in Echtzeit hochzuladen, was landesweit Empörung ausgelöst hatte. Nach einer Dringlichkeitssitzung gab der Senat nun bekannt, dass er einstimmig die elektronische Übermittlung der Ergebnisse genehmigt hat. Nigeria hat etwa 176.000 Wahllokale. Experten argumentieren, dass die sofortige Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer zentralen öffentlichen Plattform dazu beitragen könnte, das Vertrauen in ein System wiederherzustellen, das von umstrittenen Ergebnissen und endlosen Gerichtsverfahren geplagt ist. Das Vertrauen schwindet seit Jahren, nur 27 % haben 2023 gewählt, die niedrigste Wahlbeteiligung seit 1999. Nigeria steuert auf allgemeine Wahlen Anfang 2027 zu.
Plan zur Verlängerung der Präsidentenamtszeit
Das Kabinett von Simbabwe hat umfassende Verfassungsänderungen gebilligt, um die Amtszeit des 83-jährigen Präsidenten Emmerson Mnangagwa bis 2030 zu verlängern. Die gebilligten Änderungen umfassen die Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre und die Wahl des Präsidenten durch das Parlament anstelle der Bürger. Oppositionspolitiker und Analysten betonten, dass hierfür die Zustimmung von 2/3 beider Kammern des Parlaments, sowie ein nationales Referendum erforderlich seien. Versuche, gegen diesen Plan zu demonstrieren, wurden von der Polizei mit Härte bekämpft, wodurch zahlreiche Menschen inhaftiert wurden. Die verfassungsmäßige Begrenzung auf zwei fünfjährige Amtszeiten für den Präsidenten wurde 2013 eingeführt.
US-Mineralienabkommen angefochten
Kongolesische Anwälte und Menschenrechtsaktivisten klagen ein „Mineralien-für-Sicherheit”-Abkommen an, das im Dezember zwischen der Regierung von Präsident Félix Tshisekedi und den Vereinigten Staaten unterzeichnet wurde. Kritiker argumentieren, dass das Abkommen die erforderliche Zustimmung des Parlaments umgangen habe und gemäß der kongolesischen Verfassung sogar ein nationales Referendum erforderlich machen könnte. Das Abkommen gewährt den USA bevorzugten Zugang zu wichtigen Mineralien wie Kobalt und Coltan, die für die Herstellung von Batterien, Elektronik und Rüstungsgütern unverzichtbar sind. Während Washington behauptet, das Abkommen werde den Osten der DR Kongo stabilisieren und die Abhängigkeit der USA von ausländischen Lieferanten verringern, argumentieren Rechtsexperten, dass das Abkommen gegen verfassungsrechtliche Protokolle verstößt.
Inakzeptabler Einsatz seiner Staatsangehörigen in Kampfhandlungen
Kenia kündigt Gespräche mit Russland an, nachdem immer mehr Berichte über die Rekrutierung kenianischer Staatsangehöriger für den Krieg in der Ukraine bekannt werden. Die Regierung schätzt, dass etwa 200 ihrer Staatsangehörigen für den Kampf auf russischer Seite rekrutiert wurden. Außenminister Musalia Mudavadi sagte, Kenias Engagement gegenüber Russland werde sich auf die Eindämmung illegaler Rekrutierungspraktiken konzentrieren, einschließlich Gesprächen über die Visumpolitik und bilaterale Arbeitsabkommen, die die Wehrpflicht ausschließen. Die kenianischen Behörden hatten mehr als 600 Rekrutierungsagenturen geschlossen, die im Verdacht standen, Kenianer mit Versprechungen auf Jobs im Ausland zu täuschen.
Afrikanische Satelliten im All
Im Januar 2026 hat die Demokratische Volksrepublik Algerien erfolgreich den Erdbeobachtungssatelliten Alsat-3A gestartet und damit einen bedeutenden Fortschritt für die Raumfahrt- und Geodatenkapazitäten Afrikas erzielt. Bis heute haben 18 afrikanische Nationen insgesamt über 60 Satelliten ins All befördert. Ägypten ist führend mit 14 Satelliten, dicht gefolgt von Südafrika mit 13. Nigeria, Algerien und Marokko haben jeweils 7, 6 und 5 Satelliten im All. Senegal, Dschibuti, Simbabwe und Kenia (mit Taifa-1 im Jahr 2023) haben erst kürzlich ihre Satellitenmissionen begonnen.
Libyens geteilte Loyalitäten
Tausende Trauernde versammelten sich in der westlibyschen Stadt Bani Walid zur Beerdigung von Saif al-Islam Gaddafi, dem Sohn des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar Gaddafi, der getötet wurde. Die Beteiligung in einer Stadt, die lange Zeit eine Hochburg Gaddafis war, unterstreicht die Spaltung, die Libyen seit dem Arabischen Frühling 2011 teilt und das Land in Instabilität gestürzt hat. Fast 15 Jahre nach dem Sturz und Tod Gaddafis kämpft das Land immer noch darum, sich von dem Chaos zu erholen, das seitdem ausgebrochen ist. Es bleibt gespalten zwischen der von der UNO unterstützten Regierung von Premierminister Abdelhamid Dbeibah mit Sitz in Tripolis und einer östlichen Verwaltung, die von Khalifa Haftar unterstützt wird.

