Nachrichten aus Afrika
Lügendetektor und Ministerposten
Präsident Michael Randrianirina, kündigte an, dass jeder, der sich um ein Ministeramt in der neuen Regierung bewirbt, einem Lügendetektortest unterzogen wird, um Korruption aufzudecken. „Wir suchen niemanden, der zu 100 % sauber ist, sondern jemanden, der zu mehr als 60 % sauber ist“, sagte er. Er entließ letzte Woche sein gesamtes Kabinett und ernannte am Sonntag einen neuen Premierminister. Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International belegt das Land Platz 148 von 180.
Nigerias Öl gefragt
Südafrika verhandelt mit der Dangote-Raffinerie in Nigeria über einen 12-monatigen Kraftstoffvertrag. Der Großteil des im südlichen Afrika verwendeten Kraftstoffs stammt aus dem Nahen Osten. Globale Versorgungsunterbrechungen durch die Blockade der Straße von Hormuz infolge des Iran-Konflikts, haben die die Preise in der Region um über 40 % ansteigen ließen. Auch Ghana und Kenia sind in Verhandlungen mit der nigerianischen Raffinerie.
20 % von rund 3.100 Tankstellen leere Zapfsäulen
Hunderten von Händlern gehen aufgrund des Iran-Konflikts die Kraftstoffvorräte aus. Etwa 20 % der Tankstellen waren betroffen, nachdem die Regulierungsbehörde die Preise an den Zapfsäulen eingefroren hatte, trotz steigender weltweiter Ölpreise. Die Händler werden wahrscheinlich damit beginnen, Erdölprodukte zu horten, da sie im nächsten Monat mit Preiserhöhungen für Kraftstoff für Verbraucher rechnen. Afrikanische Länder gehören zu den am stärksten von Versorgungsengpässen und höheren Preisen betroffenen Ländern. Der Konflikt hat die Lieferungen von etwa 1/5 des weltweiten Öls und Flüssigerdgases durch die Straße von Hormus fast vollständig zum Erliegen gebracht hat.
Verteidigungsabkommen mit der EU
Während islamistische Militante in den Nachbarländern weiterhin Chaos anrichten, hat Ghana ein Verteidigungsabkommen mit der Europäischen Union (EU) unterzeichnet. Im Rahmen eines 50-Millionen-Euro-Pakets lieferte die EU unter anderem Überwachungsdrohnen, Anti-Drohnen-Systeme, Fahrzeuge zur Bombenentschärfung und Motorräder an das ghanaische Militär. Die Kooperation erstreckt sich auf die Bekämpfung von Terrorismus, die Sicherung der Grenzen, Cybersicherheit und maritime Sicherheit im Golf von Guinea. In der Region soll die Stabilität gesichert und ein Übergreifen militanter Gewalt aus der Sahelzone verhindert werden.
Lizenz verweigert – Musk verärgert
Die Regierung hat einen Antrag von Starlink , des Milliardärs Elon Musk, auf den Betrieb seiner Satelliten-Internetdienste im Land abgelehnt habe, was dem Unternehmen einen zweiten Rückschlag im südlichen Afrika beschert. Starlink ist es auch nicht gelungen, eine Lizenz im benachbarten Südafrika zu erhalten, wo Eigentumsvorschriften den Markteintritt ebenfalls verhindert haben. Telekommunikationsunternehmen, die in Südafrika tätig sind, einschließlich solcher mit ausländischen Investitionen, sind derzeit verpflichtet, 30 % des Eigenkapitals an historisch benachteiligte Gruppen abzugeben. Die Folgen der durch die Apartheid hinterlassenen rassischen Ungleichheit sollen so abgemildert werden. Der in Südafrika geborene Musk hat sich geweigert, Anteile abzugeben, und bezeichnete die Politik zur Stärkung der schwarzen Bevölkerung als „offen rassistisch“. Die Nutzung von Starlink-Diensten oder der Import von Terminals bleibt in Namibia damit weiterhin illegal. Die Behörden haben bereits in der Vergangenheit vor strafrechtlicher Verfolgung und der Beschlagnahmung illegaler Geräte gewarnt.
Sudan-Flüchtlinge umgesiedelt
Der Tschad hat mit der Notfallumsiedlung von Flüchtlingen aus dem Grenzgebiet zum Sudan in der Provinz Ennedi Est begonnen. Präsident Mahamat Idriss Deby befahl der Armee letzte Woche, sich auf Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten, nachdem bei einem grenzüberschreitenden Drohnenangriff aus dem Sudan 17 Menschen im Tschad getötet wurden, darunter Trauergäste, die an einer Trauerfeier teilnahmen. Die ersten Umsiedlungsmaßnahmen betreffen rund 2.300 Menschen, mehr als die Hälfte davon sind Frauen und Kinder.
Austausch: 100 Dschihadisten –Tanklaster freie Fahrt
Zur Beendigung der Angriffe auf Treibstoffkonvois, die die Hauptstadt Bamako lahmgelegten, wurden mehr als 100 mutmaßliche Dschihadisten freigelassen. Seit September hatte, die mit Al-Qaida verbündete „Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime“ (JNIM) wiederholt Tankwagenkonvois angegriffen und damit eine akute Treibstoffknappheit verursacht. Der Waffenstillstand soll bis zum muslimischen Fest Eid al-Adha (Tabaski) Ende Mai gelten. Die Militärjunta unter General Assimi Goïta hat Schwierigkeiten, trotz Unterstützung durch russische Söldner (Africa Corps), die wichtigen Handelsrouten des Binnenstaates zu kontrollieren.
US-Luftangriffe gegen Militante in Puntland
Im März hat das US-Militär Luftangriffe gegen Kämpfer des Islamischen Staates im Nordosten Somalias, in Puntland (Golis-Gebirges und Cal Miskaad-Berge), durchgeführt. Ziel ist es den IS am Horn von Afrika zu schwächen. Die Behörden von Puntland führen seit Ende 2024 anhaltende Militäroperation gegen Kämpfer des Islamischen Staates durch und haben dabei einen Großteil des Gebiets im Cal-Miskaad-Gebirge, das zuvor von der Gruppe kontrolliert wurde, erfolgreich zurückerobert
Sklavenhandel als Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Ghanas Präsident John Mahama wird am 25. März 2026, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels, den Vereinten Nationen eine wegweisende Resolution vorlegen: „Declaration of the Trafficking of Enslaved Africans and Racialised Chattel Enslavement of Africans as the Gravest Crime Against Humanity“. Der transatlantische Sklavenhandel soll offiziell zum schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit erklärt werden. Ghana fordert neben der Anerkennung auch Wiedergutmachung. Geraubte Artefakte sollen zurückgegeben werden und der Sklavenhandel soll aufgearbeitet werden. Die Afrikanische Union (AU), die Karibische Gemeinschaft (CARICOM) und Ländern wie Brasilien unterstützen den Vorschlag.
UK - Abkommen zur Rückführung von Migranten nach Nigeria
Während des Staatsbesuchs von Präsidenten Bola Ahmed Tinubu in London wurde mit der britischen Regierung ein neues Abkommen unterzeichnet, das die Rückführung von Migranten ohne Aufenthaltsrecht im Vereinigten Königreich erleichtert. Der Abschiebeprozess wird durch die Anerkennung von britischen Identitätsdokumenten (sogenannte „UK letters“) beschleunigt. Gegen Visabetrug ((z. B. Scheinehen, gefälschte Job-Sponsorenschaften) soll gemeinsam härter vorgegangen werden.

