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Gambia – Wenn trotz Raffinessen und Unterdrückungen des autoritären Staatschefs Jammeh der Oppositionskandidat die Wahl gewinnt und der Amtsinhaber seine Niederlage einräumt, grenzt das an ein Wunder. Der Wahlsieger Adama Barrow, ein erfolgreicher Geschäftsmann, hat Demokratie und Rechtsstaatlichkeit versprochen. Als erstes will er alle politischen Häftlinge freilassen. Auch will er großzügig in die Landwirtschaft investieren. Den jungen Leuten will er Perspektive bieten, damit sie nicht aus dem Land verschwinden. Barrow will auch den von Jammeh vollzogenen Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof rückgängig machen.
Nigeria – Wegen dem andauernden Waffenembargo seitens der USA, kommen jetzt Kampfflugzeuge und Helikopter aus Russland und Pakistan. Präsident Buhari braucht sie im Einsatz gegen die militanten Islamisten im Norden und die Öl Militanten im Süden. Der mangelhafte Menschenrechtsrekord in Nigeria ist für das Embargo verantwortlich. Über 700 nigerianische Soldaten werden zurzeit in den USA, UK, Russland, Pakistan; Südafrika und Ägypten ausgebildet.
Kenia – Kenia, eins der 20 am meisten von TB betroffenen Länder, ist das erste Land, das „maßgeschneiderte“ Behandlung für Kinder eingeführt hat. Bis jetzt wurden für kranke Kinder Tabletten gespalten, zerbröckelt und aufgelöst – ungenau und unangenehm. Jetzt sind die Tabletten dem Alter und Gewicht des Kindes angepasst - und süß. 30 Länder haben das verbesserte Medikament im Prinzip angenommen; 230.000 Behandlungseinheiten wurden bestellt, genug für die Hälfte aller TB erkrankten Kinder weltweit.
Ghana – In Tansania von ghanaischen Eltern geboren, erhielt David Adjaye seine Ausbildung auf mehreren Kontinenten, besonders in London. Der Einfluss zeitgenössischer Kunst, Musik, Wissenschaft und Technik sowie die Familiarität mit afrikanischer Kunst geben ihm eine geniale Handhabung von Material und Licht. Heute ist er einer der angesehensten Architekten. In seinen Büros in London und New York entstanden Pläne für das Oslo Nobel Friedenszentrum, die Moscow School of Management in Skolkovo und berühmte Projekte weltweit. Vor zwei Monaten eröffnete Barack Obama den Neubau für das von David Adjaye realisierte Nationale Museum für Afroamerikanische Geschichte und Kultur (NMAAHC) in Washington D.C. In bahnbrechender Weise wird dort die 400 jährige afro-amerikanische Geschichte und Reise, angefangen vom ersten Sklavenschiff aus Afrika, einfühlsam dargestellt.
Südsudan – Die Stadt Yei nahe der Grenze zu Uganda und der DR Kongo sowie die umliegende Equatoria Provinz waren bis vor kurzem wenig von dem wütenden Bürgerkrieg betroffen. Seit die Anhänger des fliehenden Rebellenführers Machar sich dahin zurückzogen und die Armee nachrückte, ist Yei das Zentrum der Gewalt. Bewohner veröffentlichen Bilder von verbrannten gefesselten Körpern und zerstückelten Kinderleichen. Aushungern, Massaker, Massenvergewaltigung, Plünderung, auch von Kirchen, Abfackeln von Märkten und das Niederbrennen ganzer Dörfer zeigen, dass die ethnische Säuberung im Gange ist. UN-Beauftragte und Kirchenvertreter befürchten und warnen, dass in dem Klima der Intoleranz und Gewalt ein Potenzial für Völkermord existiert.
Simbabwe – Seit Montag sind sie trotz Widerstand der Bevölkerung als Parallelwährung zum US $ im Umlauf. Auf Plakaten in Straßenprotesten werden sie „Toilettenpapier“ genannt und Mugabe als „hinkender Esel“ beschimpft. Heute soll es zu einer großen Demonstration kommen. Hauptgrund für die Ablehnung ist die Furcht, dass die Scheine bald ihren Wert verlieren und eine neue Hyperinflation einläuten. Die durch stagnierenden Export verursachte Bargeldknappheit hatte zu den „Bondnotes“ geführt. Bankangestellte, die gerade vor der Einführung Bilder von den Scheinen veröffentlichten, wurden entlassen.
Burkina Faso – Weil sie nicht bezahlt wurden, halten Minenarbeiter vorübergehend 43 kg Gold (Wert 1.7 Mio. Dollar) fest. Ein Gerichtsvollzieher hat das Gold in ihrem Namen am Flughafen abgefangen. Der Avocet Mining Konzern in London jedoch behauptet, das geschmolzene Gold werde gebraucht, um Zahlungen für Löhne, Bonusse und Abfindungen der Minenarbeiter zu betätigen. Letztes Jahr hat die Mine 2.210 kg Gold produziert. Der Goldabbau erlebt in mehreren Ländern Westafrikas einen neuen Aufschwung. Neben den großen Konzernen gibt es auch viele informelle Minen, in denen Tausende unter lebensgefährlichen Bedingungen arbeiten.
Guinea-Bissau – Das der Küste vorgelagerte Bijagos Archipel von 88 Inseln wurde wegen seiner Biodiversität und besonders auch seiner Schildkröten und Delphine, zum Naturpark erklärt, ist aber auch berüchtigt wegen der giftigsten Schlangen, wie Kobra und Mamba. Für die 30.000 Einwohner der Inseln ist ein Schlangenbiss gefährlicher als früher, weil Pharmakonzerne die Produktion einiger Gegengifte, besonders das Serum, das gegen das Gift von zehn verschiedenen Schlangen effektiv war, als „nicht lukrativ genug“ eingestellt haben. Erschwingliche Sera gibt es kaum. So sind die Menschen vielfach auf traditionelle Heiler angewiesen, die für weniger Geld und mit zweifelhaftem Erfolg helfen. Die WHO hofft, dass neue Konzerne in den afrikanischen Markt einsteigen.
Südafrika – Noch nie war die Nachfrage nach Rhinozeros-Horn so groß wie heute, noch nie der Preis so hoch, denn inzwischen ist es kostbarer als Gold. In China und Vietnam kostet ein Kilo des vermeintlichen Heil – und Potenzmittels 100.000 Dollar. Letztes Jahr wurden weltweit 1.342 Nashörner gewildert, 1.175 davon in Südafrika. Wegen der dramatischen Lage diskutieren südafrikanische Wildtierzüchter, ob man den Handel in Rhino-Horn nicht gerichtlich legalisieren könnte. Doch Umweltschützer glauben, dass dies das Ende des Nashorns sei, weil bei dem hohen Interesse die Nashorn-Wilderei ungehemmt weiterginge und die jetzige Population von 30.000 Tieren bald verschwinden würde.
Tansania – Dares Salaam ist eine der am schnellsten wachsenden Städte Ostafrikas. Die 4.5 Mio. Einwohnerzahl könnte 2052 etwa 21.4 Mio. erreichen. Die massive Migration vom Land in die Stadt verursacht immer mehr Druck und zwingt die arme Bevölkerung in die weitere Umgebung. Der Küstenstreifen jedoch ist vom steigenden Meeresspiegel, von Küstenerosion und Belastung durch unkontrolliertes Abwasser bedroht. Nur etwa 25% der Städter sind Hausbesitzer, der Rest Mieter und Untermieter. Je größer der Bedarf, umso höher die Mieten und umso größer die Zahl der Slum-Bewohner. Um den jetzigen jährlich steigenden Wohnungsrückstand von drei Mio. Einheiten zu beseitigen und eine ungeplante Verstädterung zu verhindern, hat die städtische Baubehörde einen flexiblen und langfristigen Master Plan vorgelegt.
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