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In 14 der 18 Provinzen haben Überflutungen riesige Schäden angerichtet. Am meisten betroffen ist die Hauptstadt. Es ist die schlimmste Überschwemmung seit 25 Jahren.  
Menschenrechtsgruppen im Sudan bemühen sich um eine Gesetzesänderung. Bisher können Mädchen ab dem zehnten Lebensjahr verheiratet werden. Man solle den Mädchen ihre Kindheit, Bildung und Selbstbestimmung zugestehen. In ländlichen Gegenden liegt die Rate von Kinderehen bei 39%, in den Städten bei 22%, mit steigender Tendenz wegen Unsicherheit und wirtschaftlichen Problemen. Auch in Flüchtlingslagern ist die Frühehe weit verbreitet. Frühe Schwangerschaften sind ein Hauptgrund für Geburtsfisteln, die für die jungen Frauen unsägliches Leid bedeuten.
Schon wieder bestätigen von Human Rights Watch veröffentlichte Bilder aus dem All die Wahrheit über die neuesten Kämpfe im Zentrum Darfurs, wo sudanesische Regierungstruppen und alliierte Milizen ganze Landstriche verwüsteten, etwa 2,800 Häuser verbrannten und plünderten. Es soll 42 Tote gegeben haben. Kurz zuvor waren Stämme aneinandergeraten weil jeder den vielbegehrten Saft des Akazienbaumes beansprucht. Das Gummiarabikum wird von Getränkefirmen als Stabilisator gebraucht und bringt gutes Geld. Einzelheiten über die Kämpfe gibt es nicht, da sudanesische Behörden Journalisten, Helfer und Diplomaten fernhalten.
Präsident Bashir hatte den Ölstopp angedroht, falls der Südsudan nicht aufhört, Rebellen gegen die Khartum Regierung zu unterstützen und hat die Leitung am Sonntag gesperrt. Dabei waren beide Länder erleichtert, als nach einem, vom Süden verursachten monatelangen Förderstopp das Öl wieder floss. Nord und Süd sind vom Erdölexport abhängig. Drei Viertel der Reserven liegen im Süden, müssen aber Pipelines und Raffinerien des Nordens benutzen.
Um die Provinzhauptstadt Kadugli haben sich Regierungstruppen und Kämpfer der SRF blutige Auseinandersetzungen geleistet. Die Zahl der von beiden Seiten angegebenen Opfer ist widersprüchlich. Grund für die Angriffe ist die schlechte Politik der Regierung in Khartum.
Nach dem Scheitern der letzten Gespräche haben die JEM (Justice & Equality Movement) Rebellen, bis jetzt meist in Darfur aktiv, ihren Widerstand gegen Khartum nun auf die Kordofan Provinz um die Wüstenstadt El Obeid ausgeweitet. Gerade diese Gegend ist der Hauptproduzent von Gummi Arabicum, dem Akazienharz, das für Coca Cola und Gummibärchen unentbehrlich ist. 50,000 bis 60,000 Tonnen davon braucht die Welt jährlich; das meiste kommt vom Sudan. Als die USA 1997 wegen Sudans Unterstützung von Osama bin Laden ein striktes Handelsembargo verhängten, wurde das Akazienharz ausgenommen. Im Falle neuer Kämpfe sind besonders die Getränkefirmen um die globale Lieferkette besorgt.
Im nördlichen Darfur sind am Montag mehr als 60 Minenarbeiter umgekommen, als ein 40 Meter tiefer Tunnel der Jebel Amer Mine einstürzte. Die manuelle Rettungsarbeit ist langsam, aber Maschinen würden weitere Stollen zum Kollaps bringen. Seit sich der Südsudan mit den reichen Ölquellen vom Norden trennte, setzt Khartum wieder mehr auf Gold. Dieses Jahr will der Sudan 50 Tonnen Gold produzieren und wäre so der drittgrößte Produzent in Afrika. Noch im Februar haben rivalisierende arabische Gruppen um die Kontrolle dieser Goldmine gekämpft und 100,000 Menschen in die Flucht getrieben.
Der Rebellenführer Saleh Jerbo, soll am 19. April in Kämpfen gegen JEM Kräfte im Norden Darfurs umgekommen sein, sagen seine Verteidiger. Für seine blutigen Attacken auf ein Lager der AU-Friedensmission in Darfur in 2007 sollte er im Mai 2014 in den Haag vor Gericht erscheinen. Bevor das Verfahren eingestellt wird, muss sein Tod bestätigt sein.
Geberländer treffen sich zurzeit in Katar, um über Hilfe für die von Krieg gebeutelte sudanesische Provinz Darfur zu beraten. Sieben Mrd. Dollar sollen aufgebracht werden für Wiederaufbau und Weiterentwicklung. In Darfur demonstrieren die Menschen gegen die Konferenz; es sei sinnlos an einer Wiederherstellung zu arbeiten solange die ethnischen Konflikte andauern. Laut UNO-Berichten kamen seit Beginn des Konfliktes etwa 300,000 Menschen ums Leben und etwa 1,4 Mio. verloren ihre Heimat.
Um zu zeigen, dass er sein bei der Parlamentseröffnung gemachte Versprechen, alle politischen Häftlinge frei zu lassen, umsetzen will, hat Staatschef al-Bashir die ersten sechs heute entlassen. Die Rebellengruppen sind noch skeptisch, aber al-Bashir bekräftigte, dass er den Dialog mit allen politischen Kräften führen wolle.
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