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Wochen nach der Absetzung von Guineas Präsident Alpha Condè erklären die Putschisten, dass sie dem Druck der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) nicht nachgeben und dem ehemaligen Staatschef die Ausreise gestatten werden. Der ghanaische Präsident Nana Akufo-Addo (ECOWAS-Vorsitzende) war mit einer Delegation in die guineische Hauptstadt Conakry gereist, um die sofortige Freilassung Condès zu fordern.

Einer der bedeutendsten Könige Afrikas, Ibrahim Mbombo Njoya Sultan von Foumban und „Fon“ des Königreiches Bamum, starb in Paris an Covid-19.  Seit 1992 hat er das Königreich Bamoun im heutigen Nordwesten Kameruns regiert. Es ist eines der ältesten und bedeutendsten Königreiche des Kontinents. Im 14. Jahrhundert wurde es gegründet und erstreckt sich über eine Fläche von 768 km². Der 84-jährige Monarch war Politiker und zwischen 1960 und 1990 mehrmals Minister, zuletzt Außenminister; auch war er kamerunischer Botschafter in Äquatorialguinea, und Ägypten. Er schlug vor, die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Amtszeiten von jeweils fünf Jahren zu verkürzen. Das Volk von Bamoun ist bekannt für sein Nguon-Kulturfestival; das Königreich will es in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufnehmen lassen.

Nach Angaben der nigerianischen Behörden sind bei einer Anschlagswelle im Norden des Landes mehr als 60 Menschen getötet worden. Über 30 Dorfbewohner starben bei einem Überfall von Banditen im Bundesstaat Kaduna. In Sokoto überfielen kriminelle Banden fünf Städte und setzten Militärlager in Brand. Sie töteten 17 Mitglieder der Sicherheitskräfte und 2 Zivilisten. Im nordöstlichen Bundesstaat Borno starben Soldaten, als mutmaßliche Islamisten ihren Konvoi mit Raketen beschossen und ein Militärfahrzeug über einen Sprengsatz fuhr.

Ein Feuer, das durch die Aktivitäten britischer Soldaten, die in der Lolldaiga Conservancy in Kenia trainierten, vor fünf Monaten ausgelöst wurde, zerstörte etwa 12.000 Hektar Land.  Etwa 1500 Menschen, die in der Nähe der Stadt Nanyuki in Zentralkenia leben, verklagen nun das britische Militär. Die Kläger behaupten, dass wilde Tiere, die vor dem Inferno geflohen sind, durch ihre Häuser gerannt sind, ihr Hab und Gut zerstört, sie psychisch traumatisiert haben und eine Person bei Löscharbeiten ums Leben kam. Das Umweltgericht in Kenia will am 26. Oktober über den Fall entscheiden. Die British Army Training Unit in Kenia hat staatliche Immunität beantragt.

Präsident Felix Tshisekedi geht in Kinshasa gegen eine neue Droge vor, „Bombe“ genannt. Sie wird als braunes Pulver durch die Zerkleinerung des keramischen Wabenkerns von Autoabgaskatalysatoren gewonnen, der die Emission giftiger Gase in den Auspuffrohren von Fahrzeugen reduziert. Autohändler berichten von vermehrten Diebstählen von Katalysatoren, die mit Metallen wie Platin, Palladium und Rhodium beschichtet sind. Die Konsumenten mischen den zerkleinerten Wabenkern mit Vitamintabletten und fügen Schlaftabletten und Beruhigungsmittel hinzu oder rauchen sie mit Tabak.  Die Wirkung von „Bombe“ wird folgendermaßen beschrieben: „sie beruhigt dich, du wirst müde, du bleibst sehr lange irgendwo stehen oder sitzen. Wenn man fertig ist, geht man nach Hause, ohne jemanden zu belästigen." Dandy Yela Y'Olemba, Landesdirektorin der World Federation against Drugs sagt: „es ist nichts darüber bekannt, wie es funktioniert oder welche langfristigen Auswirkungen es hat.“

Die deutschen Behörden haben der staatlichen KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eine Geldstrafe in Höhe von 178.000 US-Dollar auferlegt, weil sie einer angolanischen Brauerei, die mit Isabel dos Santos, der ältesten Tochter des ehemaligen Präsidenten José Eduardo dos Santos in Verbindung steht, Kredite, von mehr als 55 Millionen Dollar gewährt hat. Die Frankfurter Staatsanwälte erklärten, die KfW habe gegen die deutschen Gesetze zur Bekämpfung der Geldwäsche verstoßen. Das International Consortium of Investigative Journalists und seine deutschen Medienpartner hatten erstmals im Jahr 2020 im Rahmen der Luanda Leaks-Untersuchung über die Insidergeschäfte berichtet, die dos Santos einst zur reichsten Frau Afrikas machten.

In der Hauptstadt Rabat wird das erste Mal eine Frau, Asmaa Rhlalou von der RNI (Nationale Versammlung der Unabhängigen), Bürgermeisterin. In Casablanca übernimmt Parteikollegin Nabila Rmili das Bürgermeisterin Amt. Dr. Nabila Rmili ist auch Vorsitzende der Organisation der Gesundheitsfachkräfte der Nationalen Versammlung der Unabhängigen (RNI), die aus den Parlamentswahlen 2021 in Marokko als Sieger hervorgegangen ist. In Marrakesch wird Fatima-Zahra Mansouri zum wiederholten Male (2009 -2015) Bürgermeisterin.  

Die Nachbarn Kenia und Somalia streiten sich um ein 30.000 Quadratseemeilen großes Gebiet im Indischen Ozean, das Aussicht auf große Öl- und Gasvorkommen bietet. Das Gebiet ist auch eine Lebensgrundlage für kenianische Fischer. Kenia hat behauptet, dass sich einige Weltmächte mit Interessen an großen Mineralienvorkommen in dem umstrittenen Gebiet in den Fall eingemischt haben. Somalia soll versucht haben, einige „Ölblöcke“ bei einer internationalen Auktion in London an Großbritannien zu verkaufen. Die beiden Länder sind sich nicht einig über den Verlauf der Grenze in dem Gebiet, in dem sich ihre maritimen Ansprüche überschneiden. Der Internationale Gerichtshof (IGH) wird seine Entscheidung in dieser Angelegenheit am 12. Oktober 2021 verkünden. Es wird erwartet, dass dies weitreichende Folgen für die Nutzung der von beiden Staaten beanspruchten Gewässer des Indischen Ozeans haben wird.

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben schwere Regenfälle und Sturzfluten 13 der 18 sudanesischen Bundesstaaten heimgesucht und mehr als 288 000 Einwohner und Flüchtlinge in Mitleidenschaft gezogen. Im benachbarten Südsudan hat die Flut rund 426.000 Menschen betroffen und vertrieben. Die Dorfbewohner sagen, dass sie solche Überschwemmungen seit 40 Jahren nicht mehr erlebt haben.

In Burundi wurden durch die Folgen des Klimawandels über 100.000 Menschen in die Flucht vertrieben. Die Hilfsorganisation Save the Children erklärt "Über 84 % aller Binnenvertriebenen in Burundi sind nicht durch Konflikte, sondern durch Naturkatastrophen vertrieben worden". Das größte Problem sei der Anstieg des Tanganjikasees, des zweitgrößten Sees in Afrika. Die extremen Wetterverhältnisse wie andauernder Starkregen haben zugenommen; dies wird vor allem auf den starken Temperaturunterschied an der Meeresoberfläche zwischen den westlichen und östlichen Gebieten des Indischen Ozeans zurückgeführt. Die UN-Klimaexperten gehen davon aus, dass künftig jährlich 2,7 Millionen Menschen durch Überschwemmungen in Afrika vertreiben werden.

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