logo Netzwerkafrika
Tansania – Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der starke Rückgang der Fischbestände im Tanganjika See nicht nur auf unkontrollierten Fischfang, sondern auch auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Erhöhte Wassertemperaturen reduzieren die Vermehrung der Algen, die vielen Fischsorten als Nahrung dienen. Die Bevölkerung der vier Anrainerstaaten beziehen 60% ihres Proteinbedarfs aus dem See.
Uganda – Simon Lokodo, ehemaliger Priester und Minister für Ethik und Integrität, will öffentliche Manifestationen von Homosexuellen unterbinden und sie durch ein Rehabilitierungsprogramm zu einem "normalen" Leben verhelfen. Homosexualität ist strafbar. Eine Gesetzesvorlage, die Todesstrafe auf homosexuelle Akte einzuführen, wurde 2013 auf Druck der USA zurückgezogen.
Tschad – Präsident Idriss Deby, der das Land seit 1990 regiert, wurde für eine fünfte Amtszeit vereidigt. Bei Demonstrationen der Opposition, die eine Annullierung der Wahlergebnisse wegen angeblichem Betrug fordert, wurde mit scharfer Munition geschossen und ein Teilnehmer getötet.
Algerien – Ende des Jahres soll die nach Mekka und Medina größte Moschee der Welt in Algier eröffnet werden. Sie ist für 120.000 Gläubige ausgelegt, schließt Konferenzsäle, ein Museum und eine Bibliothek ein und wird von einem 262 Meter hohen Minarett überragt. Das Projekt wird als ein persönliches Denkmal von Präsidenten Abdelaziz Bouteflika kritisiert. Die Kosten von über einer Milliarde Dollar hätten sinnvoller für den Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit verwendet werden sollen.
Die Zeitschrift des islamischen Staats 'Al Naba' stellte Abu Musab al-Barnawi als neuen Führer der Terrorgruppe Boko Haram vor, der den bisherigen Chef Abubakar Shekau ersetzt habe. Sekau will mit dem Rest seiner Anhänger weiterkämpfen. In einem Interview kündigte al-Barnawi mehr Anschläge auf christliche Ziele an. Durch eine gute Zusammenarbeit der Armee mit lokalen Bürgerwehren sind die islamistischen Kämpfer, die über 20.000 Menschen umgebracht haben, aus dem Großteil des von ihnen eroberten Territoriums verdrängt worden. Dennoch sind 2,8 Millionen Menschen immer noch auf der Flucht und befinden sich in einer prekären Versorgungssituation.
Nigeria – Der Kopf eines der erfolgreichsten Netzwerke von Internetbetrügern wurde in Port Harcourt verhaftet. Mit 40 Mitarbeitern weltweit hatte die kriminelle Organisation über 50 Millionen Dollar erschwindelt. Ein Trick war, über gestohlene Kundenlisten von Firmen Zahlungsaufforderungen zu verschicken.
Nigeria – Das Verhältnis zum Islamischen Staat soll, laut dem US Geheimdienst, der Grund dafür sein. Denn vor einem Jahr hat der Boko Haram Anführer Abubakar Shekau der Terrormiliz IS öffentlich die Treue geschworen. Weil Shekau sich nicht daran gehalten hat und keine enge Verbindung herstellen konnte – auch soll keine Hilfe vom IS - Kalifat geflossen sein – hat sich die Hälfte der 900-Mann starken Boko Haram Gruppe von Shekau losgesagt. Die Zerrüttung kommt zu einer Zeit, in der Boko Haram militärisch immer mehr bedrängt wird, nicht nur von Nigeria, sondern auch von Kamerun; Niger und dem Tschad.
Tunesien – Das tunesische Parlament entzog Premierminister Habib Essid mit großen Mehrheit das Vertrauen. Das Land befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise und leidet unter hoher Arbeitslosigkeit. Häufige islamistische Anschläge haben die Tourismusindustrie fast zum Erliegen gebracht. Präsident Essebi hat den Agrarökonomen Youssef Chahed zum neuen Premierminister ernannt.
Mit 2,8 Millionen Euro wollte die Regierung den Bau eines großen Filmstudios im Norden Nigerias unterstützen. Das Projekt scheiterte am Protest der lokalen Imame, die die Idee als unislamisch kritisierten. Die "Nollywood" Filmindustrie produziert jährlich Hunderte von Filmen, die erfolgreich in alle Länder Afrikas exportiert werden.
Tansanische Politiker fordern die Rückgabe des 150 Millionen Jahre alten Dinosaurierskeletts im Naturkunde Museum von Berlin, das Anfang des 19. Jahrhunderts in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika ausgegraben wurde. Eine offizielle Anfrage der tansanischen Regierung liegt bisher nicht vor.
­