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Äthiopien – Für die orthodoxen Christen in Äthiopien ist die antike Stadt Aksum ein heiliger Ort, die Heimat der Königin von Saba und, wie sie glauben, der Aufbewahrungsort der Bundeslade mit den von Gott an Mose gegebenen Gesetzestafeln. Mönche überwachen das Heiligtum. Der Plan der Muslime, dort eine Moschee zu bauen, wird vehement abgelehnt. Wie es in Mekka keine Kirche gibt, kann es in Aksum keine Moschee geben. 85% der Bewohner sind orthodoxe Christen. Viele Menschen sind besorgt über die Kontroverse, weil das Königreich Aksum, eine der größten antiken Zivilisationen weltweit, für seine religiöse Toleranz berühmt war.
Kenia – Ein kenianischer Abgeordneter hat vor dem Parlamentsgebäude die Kollegin Fatuma Gedi vom Haushaltsausschuss ins Gesicht geschlagen, weil sie seinem Wahlkreis kein Geld zugewiesen hatte. Ein Foto mit blutigem Mund machte die Runde. Erbost über die Gemeinheit, verließen alle weiblichen Abgeordneten das Parlament.
Ägypten – Mohammed Mursi, Ägyptens erster frei gewählter Präsident, doch nach nur einem Jahr in 2013 vom Militär gestürzt und seitdem im Gefängnis, brach gestern vor Gericht zusammen und starb kurz darauf, angeblich an einem Herzinfarkt. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof der inzwischen verbotenen Muslimbrüder, deren Mitglied er lange war. Diese nennen seinen Tod „Mord“. Ägyptische Medien schenkten Mursis Tod kaum Aufmerksamkeit.
Mali – Präsident Keita und Kardinal Jean Zerbo haben kurz nach dem brutalen Mord das meist von Christen bewohnte Dorf Sobame in der Region Mopti besucht, um den Menschen ihre Solidarität zu zeigen. Dort wurden in der Nacht vom 9. Auf 10. Juni 35 Menschen - nicht 95 wie zuerst berichtet – ermordet, darunter 24 Kinder. Es ist der schwelende Konflikt um Ackerflächen und Weidegründe, zwischen den Volksgruppen Dogon und Fulbe. Die malische Regierung ist, trotz internationaler Hilfe, nicht in der Lage, Ordnung zu halten und zugleich die islamistischen Milizen aus dem Norden zurückzudrängen.
Tansania – Der Finanzminister hat Steuern auf alle Perücken und Haarverlängerungen für Anfang Juli angekündigt, 25% für importierte und 10% auf lokal hergestellte Haarteile, um mehr Einnahmen zu erzielen. Die meisten sind importiert und kosten zwischen 4 und 130 US$. Die Frauensind erbost: Sie fürchten, dass sie mit ihrem Kopfschmuck auch die Gunst ihrer Gatten verlieren.
Nigeria – Die am Sonntag, 16. Juni, dreifache Explosion vor einer Halle in Konduga, im nordöstlichen Borno, wo ein Fußballspiel übertragen wurde, brachte 30 Menschen den Tod, 40 weiteren teils schwere Verletzungen. Ein Junge und zwei Mädchen sollen die Bomben ausgelöst haben. Kinder als menschliche Bomben sind bei Boko Haram keine Seltenheit. In 2018 wurden 48 Kinder für diesen Terror gebraucht, darunter 38 Mädchen.
Eritrea – Nach jahrzehntelanger Kooperation im Gesundheitswesen will jetzt die Regierung alle kirchlichen Einrichtungen verstaatlichen. Wo die Kirche sich weigerte, rückten Militär und Polizei an, entfernten Patienten und Personal und schlossen die Kliniken. Das Motiv ist nicht ganz klar. Vermutet wird, dass die Regierung sich räche für die Reformforderungen der Kirche nach dem Friedensabkommen mit Äthiopien.
Südafrika – Tankwart Nkosikho Mbele streckte einer Autofahrerin in Kapstadt, die ihre Tasche vergessen hatte, R100 vor, damit ihr auf der gefährlichen N2 nicht das Benzin ausginge. Sie könne das Geld irgendwann zurückgeben; nach Kontakt Adresse fragte er nicht. Tags darauf hatte sich die gute Tat durch Twitter überall verbreitet. Die dankbare Autofahrerin startete eine Crowdfunding Kampagne, die in nur zwei Tagen 27.500 US Dollar einbrachte. Das Geld soll, nach Wunsch der Eltern, in die Finanzierung der Ausbildung von Mbeles Kindern gehen.
Benin – Seit über 250 Jahren leben die Menschen um und auf dem fischreichen Nokoué-See im Süden des Landes. Es ist Afrikas größte Seengemeinschaft und Ganvié die größte ganz auf Stelzen gebaute Stadt. Auf der schmalen Landzunge, die den See vom Atlantik trennt, liegt Benins größte Stadt, Cotonou. Nun bedroht die zunehmende Verschmutzung durch alle möglichen Abfälle und Abwässer die Umwelt, Fauna und Flora, und die menschliche Gesundheit. Rettende Sanierungsarbeiten am Flussufer und Informationskampagnen haben begonnen. Die Wiederaufforstung degradierter Mangrovenflächen gibt Menschen und Tieren neue Hoffnung.
Kenia – Am 4. Juni wurde Pfarrer Eutycas Murangiri Muthur von der Diözese Meru in seinem Auto erstochen. Die Tat wurde etwa 200 km von Nairobi entfernt verübt. Motiv und Umstände sind noch nicht bekannt. Zwei ihn begleitemde Personen wurden festgenommen. Pfarrer Eutycas war 32 Jahre alt und erst im Dezember 2018 zum Priester geweiht worden.
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