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  • Mali

Die französische Regierung teilte mit, dass ihre Streitkräfte bei Luftangriffen in Zentralmali mehr als 50 Dschihadisten getötet hätten, die sich mit Al-Qaida verbündet hatten. Die Offensive fand in einem Gebiet nahe den Grenzen zu Burkina Faso und Niger.

  • Algerien

Die Abstimmung zur Verfassungsreform ist von einer niedrigen Wahlbeteiligung (23,7 %) gekennzeichnet. Die Oppositionsparteien - wie auch die Protestbewegung Hirak – erklären, dass   die Pläne nicht ausreichend sind, um die politische Kultur Algeriens zu verändern.  Unter anderem soll eine Begrenzung der Amtszeit sowohl für den Präsidenten als auch für die Abgeordneten auf 2 Jahre eingeführt werden. Um das Referendum zu gewinnen, benötigt entweder das "Ja"- oder das "Nein"-Lager mindestens 51% der Stimmen.

  • Tansania

Präsident John Magufuli wurde bei der Wahl mit 84% der Stimmen zum Sieger erklärt. Die beiden wichtigsten Oppositionsparteien sprechen von Wahlbetrug und fordern Neuwahlen. Auch die Parteien Chadema und ACT-Wazalendo rufen diese Woche zu Massenprotesten auf. Eine Beobachtermission AU sagte, die Wahl sei "regulär verlaufen". Die US-Botschaft in Dar es Salaam und andere Wahlbeobachter sprechen von Unregelmäßigkeiten und zweifeln das Wahlergebnis an. John Magufuli ist seit 2015 Präsident.  Seine Partei, die CCM, ist seit der Unabhängigkeit 1961 an der Macht.

  • Botsuana
  • Sambia

Ende Oktober soll die 923 Meter lange Straßen - und Eisenbahnbrücke über den Sambesi dem Verkehr übergeben werden und die bestehende Fähre ersetzen. Die hochmoderne Kazungula - Brücke befindet sich etwa 65 Kilometer flussaufwärts der Victoriafälle am Zusammenfluss von Sambesi und Chobe. Vier Länder stoßen dort zusammen: neben den Erbauern Sambia und Botswana auch Namibia und Simbabwe. 85% des regionalen Güterverkehres vom Kongo bis Südafrika soll über die Brücke befördert werden. Man erwartet, dass nicht nur der Handel zwischen den betroffenen Ländern gesteigert sondern auch die regionale Zusammenarbeit vertieft wird. Durch den One-Stop Grenzposten soll der Transit für den kommerziellen und privaten Verkehr schneller und sicherer werden.

  • Algerien

Am Vorabend des Geburtstages des Propheten Mohammed fanden die ersten öffentlichen Gebete in der Gebetshalle der Grossen Moschee von Algier "Djamaâ El Djazaïr" statt. Es ist die drittgrößte Moschee der Welt, nach Mekka und Medina, und die größte in Afrika. Das Minarett ist mit 267m oder 43 Stockwerken das höchste der Welt; bisher das Minarett der Hassan-II-Moschee in Casablanca (210 Meter).   Die Gebetshalle fasst 120.000 Personen. Für ihre Kritiker ist die Moschee ein Symbol für den Größenwahn des ehemaligen (1999 – 2019) Präsidenten Abdelaziz Bouteflika. Die immensen Kosten, mehr als 750 Mill. €, finanziert aus der Staatskasse, und die Wahl des chinesischen Bauherrn, der Arbeiter aus China einstellte, führten zu großen Kontroversen. Der jetzige Präsident Abdelmadjid Tebboune hält sich krankheitsbedingt in Deutschland auf.

  • Ruanda

Antoine Kambanda, seit 2013 Bischof und seit 2018 Erzbischof der Hauptstadt Kigali, sieht seine Ernennung als „Freude, Belastung und Herausforderung“. Unter gewaltsamen Konflikten musste er als Jugendlicher mit seiner Familie aus Ruanda fliehen; als Priester und Bischof hat er hart für die Versöhnung nach dem Völkermord gearbeitet. Aufarbeitung von Konflikten könnte auch weiterhin zu seinen Hauptaufgaben gehören. Die neue Enzyklika „Fratelli tutti“ wird,  so erhofft sich der 61-jährige neuernannte Kardinal, wird die Versöhnungspastoral stärken.

  • Gambia

Wenn Gambier eine Wahlkabine betreten, haben sie keine Stimmzettel, sondern Murmeln in der Hand. Sie werfen ihre Murmel in eine Trommel, die in unterschiedlichen Farben lackiert sind und so die verschiedenen Kandidaten kennzeichnen. Das Werfen der Murmel löst eine kleine Glocke aus, um die Leute davon abzuhalten, zusätzliche Murmeln einzuschmuggeln und mehr als einmal zu wählen. In den 1960er Jahren wurde dies eingeführt, um sicherzustellen, dass alle mitreden können. Das Land hat eine hohe Analphabetenrate.  Nun soll das System abgeschafft werden; dies löst heftige Debatten aus. Ein Grund ist die steigende Zahl der Kandidaten, die es schwieriger macht, genügend farbige Trommeln aufzustellen. Die Stimmen dagegen befürchten Manipulation und Unwissenheit, „Bleiben wir bei der Methode, die wir kennen, da diese Methode transparent ist".

  • Tansania

Etwa 29 Mill. Tansanier wählen in diesen Tagen ihren neuen Präsidenten. Es wird bezweifelt, dass die Wahlen frei und fair sind. Landesweit wurde der Internetzugang eingeschränkt; auf Pemba gingen die Sicherheitskräfte gewalttätig gegen Oppositionelle vor und auf Sansibar wurde Präsidentschaftskandidat Seif Sharif Hamad bei der Stimmabgabe festgenommen. Amtsinhaber John Magufuli (61) tritt bei der Wahl erneut an. Seine Partei (CCM) und deren Vorgänger regiert das Land seit der Unabhängigkeit 1961.

  • Kamerun

Männer auf Motorrädern und in Zivilkleidung griffen die private Internationale bilinguale Mutter-Francisca-Akademie in der Stadt Kumba an und töteten mindestens 6 Kinder (9 -12 Jahre alt). Bischof Agapitus Nfon (Kumba) kritisiert die Regierung, welche tatenlos zuschaut, wie es im englischsprachigen Teil von Kamerun immer häufiger zu Anschlägen auf die Zivilbevölkerung kommt. Seit 2016 nehmen die separatistischen Tendenzen zu, nachdem Präsident Paul Biya verordnet hatte, dass auch in englischsprachigen Schulen Französischunterricht stattfinden solle.

  • Afrika

Der Vorsitzende der Afrikanischen Union (AU), Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa, hat die Wiederaufnahme trilateraler Gespräche zwischen Ägypten, Äthiopien und dem Sudan angekündigt. Donald Trump, hatte Äthiopien kritisiert, weil es angeblich eine Vereinbarung gebrochen habe, die er zur Beendigung des Streits ausgehandelt hatte. Er strich US-Hilfsgelder an Äthiopien und warnte, dass Kairo sich gezwungen sehen könnte, “den Damm in die Luft zu jagen“. Ägypten, Äthiopien und der Sudan streiten seit Jahren um den Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) am Blauen Nil in Äthiopien. Addis Abeba will mit dem Wasserkraftwerk für die wirtschaftliche Entwicklung dringend benötigten Strom erzeugen. Ägypten befürchtet, dass der Damm seine Wasserversorgung beeinträchtigen wird, und strebt vor seiner Inbetriebnahme ein rechtsverbindliches Abkommen an, das unter anderem einen angemessenen Wasserzufluss garantiert.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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