logo Netzwerkafrika

Kommandeur Chongo Vidigal, Leiter der Militäroperationen zur Wiedererlangung der Kontrolle über Palma, sagte dem staatlichen Fernsehen TVM, dass eine "signifikante" Anzahl von Kämpfern im Kampf um die Stadt und Gasdrehscheibe Palma getötet wurde; das Gebiet sei „sicher", obwohl er nicht erklärte, dass die Armee die Kontrolle wiedererlangt habe. Nach UN-Angaben sind mehr als 11.000 Zivilisten aus Palma geflohen, darunter viele Kinder. Palma ist etwa 25 km entfernt von einem Baucamp für Gasentwicklungen.

22 Mumien von Königinnen und Königen sind wie von alters her, als verstorbene Herrscher mit großen Ehren zu ihren Grabstätten transportiert wurden, vom Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz ins neu eingeweihte Museum für Ägyptische Zivilisation (NMEC) gebracht worden. Eine Polizeikolonne sperrte die 7km lange Nil-Promenade ab. Das Fernsehen übertrug live.

Kardinal Christian Wiyghan Tumi, Kameruns erster Kardinal, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Kardinal machte im November 2020 Schlagzeilen, als er von bewaffneten Separatisten in Kameruns Nordwest-Region entführt wurde. In einer Videobotschaft konfrontierten Tumis Entführer den Kardinal mit seinen Aufrufen an die Kämpfer in Kamerun, ihre Waffen niederzulegen und wiesen ihn dann an, die Botschaft der Separatisten an die Öffentlichkeit zu bringen. Darauf antwortete der Kardinal: "Ich werde predigen, was die Wahrheit ist, mit pastoraler und biblischer Überzeugung"…. Niemand hat das Recht, mir zu sagen, dass ich das Gegenteil predigen soll, weil ich von Gott berufen wurde". Der Kardinal hat sich aktiv um eine friedliche Lösung der gewalttätigen anglophonen Krise bemüht. Er leistete einen wichtigen Beitrag bei der Gründung der Generalkonferenz der Anglophonen. Ende 2020 veröffentlichte er seine Memoiren mit dem Titel "Meine Nacht in der Gefangenschaft", in denen er schrieb: "Alles, was ich will, ist, dass die Waffen schweigen und dass der Frieden ins Land zurückkehrt."

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa gab bekannt, dass er Truppen nach Mosambik sandte, um Südafrikaner zu evakuieren, die im Zuge der jüngsten tödlichen Angriffe von ISIS-verbundenen Dschihadistenkämpfern eingeschlossen waren. Während eines viertägigen Angriffs übernahmen schwer bewaffnete Kämpfer die Kontrolle über die nördliche Küstenstadt Palma; sie zwangen Einwohner und Ausländer zur Flucht. Das französische Unternehmen Total kündigte die Evakuierung der restlichen Mitarbeiter der Gasanlage in Afungi an. Die Vereinigten Staaten haben Spezialkräfte nach Mosambik entsandt, um die Regierungstruppen in der Aufstandsbekämpfung zu schulen. Portugal hat seiner ehemaligen Kolonie ein ähnliches Angebot gemacht, ebenso wie die Europäische Union. Die Sicherheitskräfte der Regierung in Mosambik werden auch von einer südafrikanischen privaten Militärfirma, der Dyck Advisory Group (DAG), unterstützt.

Um dem Chaos von Kairo (17 Millionen Einwohner) zu entkommen, baut Ägypten 50 Kilometer östlich ein neues administratives Zentrum, das Ende 2021 offiziell eröffnet werden soll. Die Ministerien echoen  die grandiose Architektur der pharaonischen Tempel. Eine Riesen Moschee, viele Gebetshäuser, Universitäten und Kliniken, Residenzen und Parks entstehen. Eine elektronische Bahn und eine Monorail schaffen Verbindung nach Kairo. Alles ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet: Solarenergie, elektronische Kontrolle und bargeldloses Zahlen. Wenn komplett, soll die neue Stadt 6 Millionen Einwohner bergen und beschäftigen. Sie soll ein Hightech Model für Ägyptens Zukunft sein. Andere Städte – Kairo, Alexandria und Port Said – werden nicht vernachlässigt, sagt Präsident al-Sisi, doch die Eröffnung der neuen Hauptstadt sei „die Geburt eines neuen Staates“.

Auf dem afrikanischen Kontinent werden 2140 Sprachen gesprochen. Besonders vielfältig sind die Sprachen in Nigeria (515), Kamerun (274) und DR Kongo (125). Hunderte dieser Sprachen sind jedoch vom Aussterben bedroht, und mit jeder vergessenen Sprache „versiegt auch ein Quell des Wissens“. Trotz des Sprachenreichtums werden in den meisten afrikanischen Ländern die Sprachen der früheren Kolonialmächte gesprochen: Englisch, Französisch, Portugiesisch oder auch Arabisch. Nach der Unabhängigkeit mussten die neuen Regierungen die verschiedenen Völker in ihrem Staatsgebiet zu einer Nation vereinen. Die Kolonialsprachen, obwohl sie in der Vergangenheit Spaltung, Trennung und Schmerz verursacht hatten, waren jetzt praktisch. Nur wenige Länder haben eine afrikanische Landessprache: z.B. Lesotho spricht Sotho und Tansania spricht Kisuaheli. Letztere ist die am weitesten verbreitete Bantusprache. Doch für internationale Kommunikation und für das Bildungswesen ist in Tansania Englisch unverzichtbar. Sprachwissenschaftler und Anthropologen wünschen, dass Afrika sich eines Tages des Reichtums und der Vielfalt seiner Sprachen mehr bewusst wird und „sie effektiv einsetzt“.

Kenia hat sich zum Ziel gesetzt, 5 % der zugelassenen Fahrzeuge bis 2025 elektrisch zu betreiben. Opibus, ein Startup Unternehmen aus Nairobi, das 2017 gegründet wurde, nutzte die Safari- und Tourismusbranche und rüstete Safari- und Wildtier-Geländewagen auf Elektroantrieb um. Nun soll durch die Elektrifizierung der Fahrzeuge der städtische Nahverkehr kostengünstiger, sauberer und effizienter werden. Die Mehrzahl der “Matatus“, sind 14- bis 51-sitzige Busse. Die Umrüstung könnte die Betriebskosten für dieses Taxigewerbe um bis zu 50 % senken. 39 % der CO2-Emissionen in Kenia sind dem Verkehrssektor zuzuschreiben. Das kenianische Stromnetz wird bereits überwiegend mit einer Mischung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Geothermie, Wasserkraft und einigen Solaranlagen betrieben. 

Die Regierung schließt die Flüchtlingscamps in Dadaab und Kakuma, da eine wachsende Terrorgefahr von den Lagern ausgehe. Es leben dort mehr als 430.000 Geflüchtete aus Somalia, Südsudan und anderen afrikanischen Staaten. Lange Zeit galt Dadaab als größtes Flüchtlingscamp der Welt.  Alle Geflüchteten müssten binnen 4 Monaten umgesiedelt werden. Amnesty International fordert Einbürgerungen und die Aussiedlung in Drittstaaten.

Die Gesundheitsorganisation der UN teilt mit, dass schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen weniger notwendige Tuberkulose (TB) Behandlungen erhielten als in 2019. Neueste Daten aus mehr als 80 Ländern zeigten einen Rückgang der Behandlungen um 21%. Die größten Unterschiede gab es in Indonesien (minus 42 %), Südafrika (41 %), den Philippinen (37 %) und Indien (25 %). TB ist nach wie vor eine der tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt.

Seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1961 ist das Land von Bürgerkriegen und Armut geplagt, obwohl es über wertvolle natürliche Ressourcen wie Diamanten und seltene Mineralien verfügt. Am 23. März jährt sich zum 30. Mal der Beginn des elfjährigen Bürgerkrieges (1991) in dem mindestens 120.000 Menschen starben. Der Bürgerkrieg begann in einem ländlichen Teil des östlichen Sierra Leone, als Rebellen der Revolutionären Vereinigten Front (RUF) mit Unterstützung der Spezialeinheiten von Charles Taylors Nationaler Patriotischer Front von Liberia versuchten, die Regierung von Joseph Momoh zu stürzen. Tausende von Kindersoldaten wurden rekrutiert. Die gesamte Gesundheits- und Wirtschaftsinfrastruktur wurde vernichtet, da die vielen Kliniken, die von der Regierung eingerichtet worden waren, komplett zerstört wurden. Obwohl der Bürgerkrieg 2002 offiziell für beendet erklärt wurde, fürchten die Menschen, dass die Faktoren, die den Konflikt ausgelöst haben, immer noch vorhanden sind.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

­