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  • Simbabwe

Die Botschafter Deutschlands, Großbritanniens, Kanadas, der Niederlande, Norwegens, Polens und der USA haben die Regierung aufgefordert, die Corona-Krise nicht für neue Machtbefugnisse zu missbrauchen und Rechte der Bürger nicht weiter einzuschränken. Präsident Emmerson Mnangagwa wird aufgefordert, gegen die sich verbreitende Korruption vorzugehen. Die katholischen Bischöfe beschrieben in einem Hirtenwort die Lage des Landes als „eine vielschichtige Krise, die einen wirtschaftlichen Zusammenbruch, zunehmende Armut, Korruption und Menschenrechtsverletzungen umfasse“. Die Regierung griff daraufhin Erzbischof Robert Ndlovu scharf an und beschuldigte ihn, ethnische Spaltung zu schüren.

  • Mauritius

Das verheerende Schiffsunglück führt nun auch zu einer politischen Krise. In der Hauptstadt Port Louis demonstrieren die Menschen mit folgenden Worten, "Ich bin stolz auf mein Land, aber schäme mich für meine Regierung". Der Regierung wird Versagen mit dem Umgang der Katastrophe vorgeworfen.

  • Afrika

Auf tausenden in Afrika verkauften chinesischen Mobiltelefonen wurde eingebaute Malware gefunden, die die Benutzer ohne ihre Zustimmung für Abonnent-Dienste braucht.  So werden die Schwächsten ausgenutzt, denn die Haushalte mit niedrigen Einkommen kaufen diese Geräte. Dazu wird noch ihre vorausbezahlte Sendezeit verbraucht, für viele in Entwicklungsländern die einzige Möglichkeit, für digitale Dienste zu zahlen . Besonders betroffen sind Äthiopien, Kamerun, Ägypten, Ghana und Südafrika . Bemühungen sind im Gange, die Bedrohungen von den Geräten zu entfernen.

  • Kongo-Brazzaville

Der Wilderer Gerard, bekannt als Guyvanho, der seit 2008 über 500 Elefanten getötet haben soll und Wilderei-Expeditionen leitete, wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt. Die erste strafrechtliche Verurteilung eines Wildtierhändlers im Land, ein Meilenstein im Kampf gegen Wilderer. 1980 gab es in Afrika mehr als 1Million Elefanten; heute sind es etwas mehr als 300.000.

  • Dschibuti

Sengi, Elephant-shrew, Elefantenspitzmaus oder Rüsselspringer genannt, das Säugetier so klein wie eine Maus und verwandt mit Erdferkeln, Elefanten und Seekühen wurde nach 50 Jahren wiederentdeckt. Eine wissenschaftliche Expedition wiederentdeckt das Tier in der Region Assamo in Dschibuti und es posierte sogar für Fotos. Sengis haben ausgeprägte rüsselartige Nasen; sie ernähren sich von Insekten, Spinnen und Würmern und mit ihren langen Beinen sind sie gute Springer und Sprinter.

  • Afrika

Gestern, am 25. August, erklärte die Weltgesundheitsorganisation Afrika als frei von Polio. Der Kampf gegen das Virus, das allein in Afrika in 1996 75.000 Kinder lähmte, war wegen Misstrauen, schlechter Infrastruktur, Konflikten und Fluchtbewegungen besonders hart . Es waren die wiederholten Rückschläge im Norden Nigerias,  wo die islamistische Boko Haram Organisation Impfkampagnen mit aller Gewalt verhinderte, dass sich das Virus so lange halten konnte . Jetzt kämpfen nur noch Afghanistan und Pakistan gegen diese zerstörerische Krankheit.

  • Mali

Nach dem erzwungenen Rücktritt von Präsident Keita fordert die Militärjunta  die Kontrolle über eine dreijährige Übergangszeit,  um “die Grundlagen des malischen Staates zu überprüfen“ . Auch danach soll das Militär einen gewissen Anteil an der Regierung haben. Zur Zeit laufen in Bamako  Verhandlungen mit ECOWAS,  der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft, die eine kürzere Frist wünscht sowie die sofortige Freilassung des Ex-Präsidenten . Dass er die Islamisten in 8 Jahren trotz internationaler Unterstützung, auch von Deutschland, nicht in den Griff bekam, hatte zu Keitas Sturz geführt .

  • Libyen

Das derzeit einzige Rettungsschiff im Mittelmeer hat am Sonntag 97 Menschen, darunter 28 unbegleitete Minderjährige, von einem überfüllten umhertreibenden Schlauchboot gerettet . Tags zuvor hatte das überwiegend  von der EKD finanzierte Schiff sieben Migranten an Bord genommen und gleich gestern Morgen noch mal hundert gestrandete Menschen . Erst vorige Woche sind vor Libyen 45 Flüchtlinge beim tödlichsten Schiffbruch in diesem Jahr umgekommen . Wo die „Sea-Watch 4“ mit 200 Flüchtlingen an Bord einen Hafen findet, ist ungewiss.  Anfragen werden bis jetzt nicht beantwortet.  Sizilien plant sogar, wegen dem Corona- Risiko, schon gelandete Migranten wieder abzuschieben .

  • Südsudan

Kurz nach dem Start vom internationalen Flughafen Juba, stürzte das Flugzeug, das Geld für das Welternährungsprogramm der UNO transportierte - Gehälter für WFP-Mitarbeiter in Wau, ab. Acht der neun Menschen an Bord wurden getötet.  Der Verkehrsminister des Südsudan Madut Biar Yel sagte, 35.000 US Dollar seien bei dem Absturz zu Asche verbrannt.

  • Burundi

Belgien und Deutschland sollen über 36 Milliarden Euro zahlen, um den Schaden zu kompensieren, den die beiden Länder über Jahrzehnte von Kolonialherrschaft verursacht haben. Auch gestohlene Archive und Gegenstände sollen zurückgegeben werden. Ab 1889 (Berliner Konferenz) war Burundi, als Teil von Deutsch-Ostafrika, eine deutsche Kolonie. Im Friedensvertrag von Versailles wurde Burundi 1919 als Teil von Ruanda-Urundi Belgien zugesprochen. 1962 wurde das Land unabhängig. Jahrzehnte andauernde ethnopolitische Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutu (ca. 85%) und Tutsi (ca. 15%) führten in den 1990er Jahren zum Bürgerkrieg, der mit dem Abkommen von Arusha im Jahr 2000 beendet wurde. Heute ist es eines der ärmsten Länder der Welt. Hoher Bevölkerungsdruck und extreme Landknappheit kennzeichnen die Lage.  Das Regime geht massiv gegen Oppositionelle vor. 430.000 Menschen sind ins Ausland geflohen.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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