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  • Swaziland

King Mswati III (52) hat sich von COVID-19 erholt und dankt Taiwans Präsident, dass er antivirale Medikamente geschickt hat, um ihm zu helfen. Eswatinis Premierminister Ambrose Dlamini starb im Dezember nach einer vierwöchigen Behandlung gegen COVID-19 im benachbarten Südafrika. Das Land hat bis dato 16.764 Infektionen und 645 Todesfälle bei einer Einwohnerzahl von 1.093.238 (Zensus 2017) registriert.  Eswatini unterhält noch diplomatische Beziehungen zu Taipeh. Burkina Faso war das letzte afrikanische Land, das im Mai 2018 diese abbrach. Nur noch 14 Länder erkennen die Regierung Taiwans offiziell an.

  • Kenia

Das Haupttransportmittel für die 3,5 Millionen Einwohner von Nairobi sind „Matatus“ Minibusse, in denen bis zu 15 Passagiere eng beieinandersitzen; eine große Gefahr für die Ausbreitung von Covid-19. Um eine Ansteckung zu vermeiden, haben sich jetzt immer mehr Bewohner mit dem Fahrrad in das tägliche Verkehrschaos von Nairobi gestürzt. Wegen der zahlreichen Staus ist man oft mit dem Rad schneller am Ziel als mit dem Auto. Da es kaum Fahrradwege und oft auch keine Bürgersteige gibt, ist das ein gefährliches Unterfangen. Sind doch 69 Radfahrer letztes Jahr tödlich verunglückt. Die Stadtverwaltung will jetzt 20% ihres Budgets für den Bau von Verkehrswegen für Fußgänger und Radfahrer bereitstellen.

  • Kenia

Um das Verkehrschaos der Hauptstadt zu beheben, entsteht zurzeit ein 27 Kilometer langer Highway vom Flughafen im Osten zur Hauptstraße nach Nakuru im Westen. Das 550 Millionen Dollar von China gebaute Projekt ändert schon zur Bauzeit die Skyline der Hauptstadt. Später verschärft es noch die soziale Kluft, denn, während die Maut- zahlende Elite über den Highway oben  braust, drängeln sich die normalen Bürger in ihren „matatus“ ( Minibusse) und „boda boda“ ( Motorrad Taxis) weiterhin durch die engen Straßen darunter.

  • Afrika

Der französische Präsident Macron setzt sich dafür ein, dass trotz Lieferengpässen, reiche Länder 4% bis 5% Corona-Impfdosen an ärmere Länder abgeben. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit ihm in Übereinstimmung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) begrüßte diesen Vorstoß. UN-Chef António Guterres kritisiert die Impfstoffverteilung als "extrem unfair" und bezeichnet es als „die größte moralische Prüfung für die Weltgemeinschaft". Bisher haben 10 Länder rund 75 % aller Covid-19-Impfdosen erhalten.

  • Ruanda

Schon seit langem ist die zwielichtige Rolle Frankreichs im Völkermord in Ruanda im Jahr 1994 bekannt. Jetzt hat sich der französische Historiker François Graner Zugang zu den Akten des Präsidenten juristisch erzwungen und konnte das Versagen der Regierung Mitterand dokumentarisch belegen. Frankreich war mit der Hutu-Regierung, die für den Genozid verantwortlich ist, politisch und militärisch eng verbunden. In die von Frankreich geschaffene „humanitäre Zone“ flohen vieler der Verantwortlichen für den Genozid. Statt sie festzunehmen und dem Internationalen Gerichtshof zu übergeben, halfen sie ihnen aktiv, mit ihren Waffen in den Kongo zu flüchten, wo sie eine Guerilla Gruppe bildeten, die bis heute den Ostkongo terrorisiert

  • Somalia

Somalias Regierung hat das Verbot der Einfuhr von Miraa (Khat) aus Kenia offiziell aufgehoben. Khat wird hauptsächlich in den Bergen des Jemens sowie in Saudi-Arabien, Palästina, im Hochland von Ostafrika und Afghanistan angebaut. Es wird schon seit vielen tausend Jahren verwendet; ursprünglich kamen die Blätter als Hilfsmittel bei rituellen Tänzen zum Einsatz und sollten den Trancezustand verstärken. Heute wird Khat bei geselligen Anlässen gekaut. Es unterdrückt Müdigkeits- und Hungergefühle. Im Jemen ist der Handel mit Khat der einzige Wirtschaftszweig, der zuverlässig funktioniert. Der Umsatz wird auf 600 Millionen Euro geschätzt.

  • Uganda

Cyprian Kizito Lwanga, Erzbischofs von Kampala, fordert die Regierungspartei NRM auf, sich zu ihren ursprünglichen Idealen zu bekennen und den „üblen“ Methoden der Vorgängerregime zu widerstehen. Unter den Gewaltherrschern Idi Amin und Milton Obote fanden massive Menschenrechtsverletzungen statt; Menschen wurden entführt, gefoltert und getötet. Bei den Wahlen im Januar, die Museveni einen umstrittenen Wahlsieg bescherten, kamen es zu gewaltätigen Auseinandersetzung. Das Militär setzte Tränengas ein.

  • Kongo-RDC

Angreifer stürmten am Sonntag einen Gottesdienst in der Stadt Ndalya in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes und ermordeten mehrere Gläubige; auch Menschen außerhalb der Kirche sollen teils tödlich verletzt worden sein. Berichten zufolge hätten Soldaten der kongolesischen Armee die Angreifer - es soll sich um religiöse Extremisten der „Allied Democratic Forces“ (ADF) handeln - schließlich vertreiben können. Die Bewohner im Ostkongo werden seit längerem von der ADF, die ihren Ursprung in Uganda hat, terrorisiert

  • Afrika

Die Staats- und Regierungschefs der G5-Sahel-Staaten - Burkina Faso, Tschad, Mali, Mauretanien und Niger - treffen sich zu dem zweitägigen Gipfel in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena. Der französische Präsident Emmanuel Macron nimmt per Videolink teil. Die gewalttätigen Aufstände in der Sahelzone werden thematisieret. Islamistische Kämpfer in der Sahelzone tauchten erstmals 2012 im Norden Malis auf. Heute kontrollieren sie weite Teile der Region. Frankreich kämpft zusammen mit den G5-Sahel-Staaten gegen die Aufständischen. Die UN hat eine friedenserhaltende Mission in der Region, aber Tausende von Soldaten, UN-Friedenstruppen und Zivilisten wurden schon getötet. Mehr als 2 Millionen Menschen sind geflohen.

  • Guinea

Nach 7 bestätigten Infektionen (4 Tote) wurde eine neue Ebola-Epidemie gemeldet. Gesundheitsminister Remy Lamah sagte, „man werde die Kontaktpersonen ausfindig machen und so schnell wie möglich Impfstoffe verteilen".  Der Ausbruch von 2013-16 tötete 11.300 Menschen, hauptsächlich in Guinea, Sierra Leone und Liberia. Auch im Osten der Demokratischen Republik Kongo wurde nach einem neuerlichen Ausbruch eine Impfkampagne gestartet.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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