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  • Simbabwe

Die 7 katholischen Bischöfe schreiben in einem Brief, "Der Kampf in Simbabwe hat zu einer vielschichtigen Krise mit wirtschaftlichem Zusammenbruch, sich vertiefender Armut, Ernährungsunsicherheit und Menschenrechtsverletzungen geführt". Präsident Mnangagwa hat jedoch seinen politischen Gegnern vorgeworfen, mit Ausländern zusammenzuarbeiten, um zu versuchen, das Land zu destabilisieren. Er nannte sie "faule Äpfel" und warnte davor, dass er sie „auslöschen“ werde. Die Simbabwer protestieren gegen Korruption der Regierung und eine sich verschärfende Wirtschaftskrise mit einer Inflationsrate von mehr als 700%.

  • Afrika

Heute noch werden in mindestens 36 Ländern, meist in Afrika und Südostasien, aber auch in Südamerika, unschuldige Menschen als vermeintliche Hexen beschuldigt, verfolgt, gefoltert und ermordet . Es wird angenommen, dass in den letzten 60 Jahren weltweit mehr vermeintliche Hexen getötet wurden als in 350 Jahren europäischer Hexenverfolgung - allein 40.000 in Tansania zwischen 1960 und 2000. MISSIO hat den 10.August 2020 als ersten „Internationalen Tag gegen den Hexenwahn“ ausgerufen. Es ist ein Hilfeschrei im Kampf für die Menschenrechte, gegen Gewalt und Machtmissbrauch .

  • Ghana

Eine Undercover - Untersuchung von BBC “Africa Eye“ in einem renommierten Krankenhaus in Accra zeigte, dass einige Mitarbeiter lebenswichtige Schutzausrüstung privat verkauft und das Geld eingesteckt  haben. So brachten sie engagiertes medizinisches Personal in Gefahr . Mindestens 2000 Ärzte und Pfleger  wurden infiziert, weil es an Anzügen und Masken fehlte. Auch wurden Quacksalber aufgespürt, die unzählige Flaschen gefälschte Medizin als „Covid Cure“ verkauften. Wie viele Menschen sie mit ihrem Gebräu in Gefahr brachten, ist nicht bekannt.

  • Mali

Bei schlechten Wetterverhältnissen gehen die Proteste der Opposition gegen Keita weiter. Am Montag hat der Präsident, seit 2013 an der Macht, 9 neue Richter vor dem Verfassungsgericht vereidigt, was Teil eines Vorschlags der 15-köpfigen ECOWAS zur Beilegung des Streits ist.  "Es ist kein gutes Wetter für die Korrupten! Es ist kein gutes Wetter für die Inkompetenten! Es ist kein gutes Wetter für die Totengräber! Und es ist kein gutes Wetter für IBK und sein Regime", sagte Adama Ben Diarra, einer der Protestführer. Seit dem Tuaregaufstand 2012 ist das Land instabil. Die Präsenz Tausender ausländischer Truppen hat es nicht geschafft, die Gewalt einzudämmen. Im Mai hat die Bundesregierung ihr Mandat für die Bundeswehr, im Rahmen der EU-Trainingsmission zur Ausbildung malischer Streitkräfte (EUTM-Mali), bis 31. Mai 2021 verlängert. Die Unsicherheit des Landes weitete sich auf die Nachbarländer Burkina Faso und Niger aus und erhöht die Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen.

  • Namibia

Namibias Präsident Hage Geingob hat das deutsche Angebot, 10 Mill. €uro an Namibia zu zahlen und eine vorbehaltlose Entschuldigung auszusprechen, abgelehnt. Die Höhe der Wiedergutmachung sowie deren Bezeichnung ist strittig. Namibia besteht darauf dem Begriff Reparationen; dies lehnt die Bundesregierung ab. Die Verhandlungen sind seit 2015 im Gange. Von 1884 bis 1915 war Namibia (Deutsch-Südwestafrika) eine deutsche Kolonie. Unter Generalleutnant Lothar von Trotha wurden zwischen 1904 und 1908 Zehntausende Herero und Nama ermordet.

  • Mosambik

Islamistische Aufständische haben den schwer verteidigten Hafen der Stadt Mocimboa da Praia eingenommen, nachdem den mosambikanischen Seestreitkräften nach tagelangen Kämpfen die Munition ausging. Der wichtige Hafen wird für Frachtlieferungen an die etwa 60 km entfernten Ölprojekte genutzt, die von Ölgiganten wie Total erschlossen werden. Wird der Hafen nicht zurückerobert, ist es eine große Bedrohung für Mosambik und die internationalen Pläne zur Erschließung riesiger Offshore-Gasfelder. Die Islamistischen Angriffe begannen 2017 in der nördlichen Provinz Cabo Delgado, eskalierten aber in diesem Jahr, nachdem die verantwortliche Gruppe, Ahlu Sunnah Wa-Jama, dem IS Treue geschworen hatte. In den letzten Monaten wurde eine Reihe von Städten im Norden eingenommen und Zehntausende von Menschen vertrieben. Tansania erklärte, dass es eine Offensive gegen die Dschihadisten in Wäldern an der Grenze zu Mosambik startet.

  • Nigeria

Das Gericht von Kano Upper Shari'a, Nordnigeria, verurteilte den 22-jährigen Musiker Yahaya, wegen Blasphemie gegen den Propheten Muhammad, zum Tod durch Erhängen. Er wurde für schuldig befunden, in einem seiner Lieder, die im März über WhatsApp verbreitet wurden, abfällige Ausdrücke gegen den Propheten Mohammed verwendet zu haben. Auch wurde ein Umar Farouq aus dem Sharada-Viertel der Metropole Kano zu 10 Jahren Gefängnis mit Zwangsarbeit verurteilt, weil er in einer öffentlichen Auseinandersetzung abfällige Aussagen über den allmächtigen Allah gemacht hatte. Seine Jugend bewahrte ihn vor einer härteren Strafe. Beide Verurteilten haben 30 Tage Zeit, um gegen das Urteil Berufung einzulegen. Das islamische Recht läuft parallel zum staatlichen und föderalen Justizsystem in Kano.

  • Libyen

Deutschland, Frankreich und Italien wollen anhaltende Waffenlieferungen in das Land mit EU-Sanktionen eindämmen. Konkret geht es um 3 Firmen aus der Türkei, Jordanien und Kasachstan und 2 Personen aus Libyen. Seit dem Sturz (2011) von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi herrscht Bürgerkrieg. Die Türkei unterstützt die Regierungstruppen, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland den Gegner General Chalifa Haftar. Versuche den Konflikt zu lösen blieben erfolglos. Für die europäischen Länder ist eine Lösung wichtig, weil die chaotischen Zustände Schlepperbanden begünstigen, die Migranten illegal über das Mittelmeer nach Europa bringen. Im Land gibt viele Arbeitslose; allein rund 50.643 Hochschulabsolventen finden keine Beschäftigung.

  • Südafrika

Südafrikanische Ermittler versuchen, von der deutschen Softwarefirma SAP 23 Mill. Dollar einzufordern, angeblich für unrechtmäßig abgeschlossene Regierungsverträge. SAP äußerte sich nicht zu den konkreten Vorwürfen, erklärte jedoch, "SAP arbeitet weiterhin mit den südafrikanischen Behörden zusammen und bleibt den höchsten Standards der Geschäftsethik verpflichtet".  2018 gab SAP zu, im Zusammenhang mit Softwaregeschäften mit den staatlichen Unternehmen - Energieversorger Eskom und Logistikunternehmen Transnet - mehr als 9 Mill. Dollar an Vermittlerfirmen gezahlt zu haben. Die Zahlungen sollen mit den Guptas, enge Freunde des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma, in Verbindung stehen. Die Guptas haben die Korruptionsvorwürfe dementiert.

  • Mauritius

Das Schiff MV Wakashio, das mit 200 Tonnen Diesel und 3.800 Tonnen Schweröl beladen, auf dem Weg von China nach Brasilien war, blieb auf einem Korallenriff vor der Insel stecken. Premierminister Pravind Jugnauth sagte, das Leck stelle "eine Gefahr" für das Land dar, in dem bereits die Menschen an der Coronavirus-Pandemie leiden. Tausende von Arten rund um die unberührten Lagunen von Blue Bay, Pointe d'Esny und Mahebourg sind in Gefahr, mit schrecklichen Folgen für die Wirtschaft, die Ernährungssicherheit und die Gesundheit der Inselbewohner. Mauritius ist für Ernährung und Tourismus von seinen Meeren abhängig und verfügt über einige der schönsten Korallenriffe der Welt; es ist auch einer der weltweit größten Exporteure von Thunfisch. Wildhüter und Freiwillige haben Dutzende von Babyschildkröten und seltene Pflanzen von der Ile aux Aigrettes, einer Insel in der Nähe der Ölpest, auf das Festland gebracht, um sie zu schützen.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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