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Die Gesundheitsbehörden des Südsudan untersuchen Personen, um festzustellen, ob sie sich mit dem Ebola-Virus infiziert haben. Die Verdachtsfälle wurden in 3 regionalen Bundesstaaten entdeckt, die an das benachbarte Uganda und die Demokratische Republik Kongo grenzen. Uganda hat derzeit mit einem Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers zu kämpfen. Bisher wurden 34 Fälle bestätigt und 9 Todesfälle verzeichnet.

Kenia hat den Anbau und die Einfuhr von gentechnisch veränderten Pflanzen und Futtermitteln zugelassen und damit ein jahrzehntelanges Verbot aufgehoben. Dies geschieht in einer Zeit, in der das Land die schlimmste Dürre seit 40 Jahren erlebt und Millionen Menschen hungern. Die Regierung von Präsident William Ruto setzt auf gentechnisch veränderte Pflanzen, um die Ernteerträge zu steigern. Im Juli kündigte die Regierung von Joe Biden eine neue Partnerschaft mit Kenia an, die eine Verpflichtung zur Förderung des Handels im Agrarsektor beinhaltet. Amerika ist einer der wichtigsten Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut. Trotz der Aussicht auf bessere Erträge befürchten einige, dass sich die Landwirte zu sehr von den Vorschriften ausländischer Privatunternehmen abhängig machen könnten.

Die Übergangszeit bis zu demokratischen Wahlen wurde verlängert. Hunderte von Delegierten beschlossen außerdem, dass der Juntachef Mahamat Idriss Deby Itno nicht nur als Übergangspräsident weitermacht, sondern bei den nächsten Wahlen auch für das Präsidentenamt kandidieren kann. Die Entscheidungen wurden von einem Forum für den nationalen Versöhnungsdialog getroffen, das von den meisten Oppositionsmitgliedern, zwei der drei wichtigsten bewaffneten Rebellengruppen und Organisationen der Zivilgesellschaft boykottiert wurde. Deby übernahm die Macht im April 2021, nachdem sein Vater Idriss Deby Itno, der 30 Jahre lang das Land regiert hatte, bei einer Militäroperation gegen Rebellen getötet worden war. Die internationale Gemeinschaft hatte Deby gedrängt, den Übergang nicht über 18 Monate hinaus zu verlängern, bevor die Zivilregierung zurückkehrt, und bei eventuellen Wahlen nicht als Präsident zu kandidieren.

Botsuana feierte am 30. September den 56. Jahrestag seiner Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich, allerdings ohne den traditionellen Pomp und landesweite Kundgebungen, da die Ereignisse des COVID-19 vielen Menschen noch in Erinnerung sind. Botswana hat bisher 326.286 COVID-19-Fälle mit 2.781 Todesfällen gemeldet. Seit der Unabhängigkeit ist Botsuana eine stabile Demokratie. Parlament und Präsident wurden zuletzt 2019 gewählt, die nächsten Wahlen sind 2024. Staats- und Regierungschef ist Mokgweetsi Masisi. Im Jahr 2021 wie auch in den Vorjahren wies das Land die niedrigste Korruptionsanfälligkeit der Länder auf dem afrikanischen Festland auf (Transparency International).

Fast jede zweite Afrikanerin leidet Gewalt, wird aber von den Tätern mundtot gemacht. Die Frau hat provoziert oder sich aufgelehnt und ist deshalb schuldig. Geschlechtsspezifische Gewalt (englisch: gender based violence GBV) geschieht meist im Verborgenen. Rund 44% der afrikanischen Frauen haben sie erlebt. Weltweiter Durchschnitt ist laut UNO Angaben etwa 30%. Der Missbrauch umfasst körperliche, sexuelle und emotionale Gewalt sowie Genitalverstümmlung und Menschenhandel. Darüber sprechen dürfen die Betroffenen nicht; auch Scham hindert sie daran. Dazu kommt das „victim blaming“; sobald die Opfer sprechen, werden sie verantwortlich gemacht. Deshalb leiden sie still.

Die Regierung hat die kenianischen Passinhaber daran erinnert, sich bis zum 30. November 2022 den neuen biometrischen E-Pass der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) zu besorgen. Im September 2017 wurde mit der Ausgabe des neuen E-Passes im ostafrikanischen Format begonnen. Das neue e-System soll die Effizienz verbessern und Schlupflöcher beseitigen.  

Kinder gehen mit Plakaten auf die Straße; sie demonstrieren um Schulbildung. In der Stadt Rutshuru im Nordosten der Republik gibt es keine Klassenzimmer mehr, da Vertriebene dort leben und schlafen. Seit Jahren kämpft die M23-Miliz gegen die kongolesische Armee. Diese bekommt die Situation nicht in den Griff. Auch die Friedensmission der UNO schafft es nicht. Die einzige Lösung ist, Frieden zu stiften, damit lokale und vertriebene Kinder wieder in die Schule gehen können. Die Kinder sowie Eltern fürchten, dass ihnen die Zukunft genommen wird, dass ihre Träume von einem besseren Leben platzen.

Der kleinste Primat der Welt, der Madame-Berthe-Mauslemur, könnte vom Aussterben bedroht sein, da weite Teile seiner Heimatwälder für den Ackerbau gerodet werden. Der Lemur, der ausgewachsen kaum mehr wiegt als eine Haselmaus, wurde erstmals 1992 entdeckt. Doch Forscher haben seit 2018 kein Exemplar mehr gesehen. Das Tier hat ein winziges Verbreitungsgebiet innerhalb des 210.000 Hektar großen Menabe-Antimena-Schutzgebiets (APMA), das erst 2015 eingerichtet wurde. Trotz seines Schutzstatus hat das Gebiet bereits 30 % seiner Wälder verloren. Allein im Jahr 2017 haben Landwirte 10.000 Hektar abgeholzt und verbrannt.

Jurastudenten aus ganz Afrika reisen nach Botswana, um am größten Wettbewerb für Scheinprozesse, „African Human Rights Moot Court Competition“ teilzunehmen. Die Wettstreiter vertreten die besten juristischen Fakultäten ihrer jeweiligen Länder und debattieren jedes Jahr ein neues Thema. In Gaborone liegt der Schwerpunkt auf den Rechten von Flüchtlingen. Die Argumente werden von praktizierenden Anwälten beurteilt.

Botsuana hat angekündigt, im Nordosten des Landes mehr als 10.000 Rinder zu keulen, um einen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche zu bekämpfen. In dem betroffenen Gebiet nahe der Grenze zu Simbabwe befinden sich 19.000 Rinder, von denen mehr als 10.000 geschlachtet werden sollen. Auch einige Ziegen und Schafe sollen gekeult werden. Als einer der größten Rindfleischproduzenten Afrikas war Botswana im August gezwungen, die Rindfleischexporte wegen des Virus zu stoppen. Etwa die Hälfte der Fleischexporte Botswanas - rund 9.000 Tonnen - gehen jedes Jahr in die EU.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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