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Die Regierungen des südlichen Afrika beschließen neue Schritte, um die steigenden Covid-19-Fälle einzudämmen. In Simbabwe, in der DR Kongo und in Südafrika wurden die Ausgangssperren verschärft und die Anzahl der Personen, die an Versammlungen teilnehmen dürfen, reduziert. Sambias Wahlbehörde hat politische Massenversammlungen vor den Wahlen am 12. August 2021 verboten. Mit Stand vom 16. Juni 2021 beläuft sich die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle auf dem gesamten Kontinent auf 5.077.344. Die Zahl der Genesungen beläuft sich bisher auf 4.501.368, während 135.478 Todesfälle verzeichnet und 24.865.188 Impfdosen verabreicht wurden.  Neueste Entwicklungen können eingesehen werden unter: Africa CDC (Centres for Disease Control and Prevention, African Union) https://africacdc.org/covid-19/

Das türkische Unternehmen Karpowership sollte bis August nächsten Jahres etwa 1 220 Megawatt Strom von drei vor der Küste des Landes verankerten Schiffskraftwerken liefern. Das Genehmigungsverfahren für das Projekt in der Saldanha Bay ist nun gestoppt, damit die Beschwerden der Umweltorganisation Green Connection untersucht werden können. Der Unterwasserlärm, der mit der Anlage verbunden ist, die Karpowership in der Bucht anlegen will, beeinträchtigt das Meeresleben und die Fischerei; zudem bindet es Südafrika für 20 Jahre an die Nutzung eines fossilen Brennstoffs, der zum Betreiben der Motoren gebraucht wird.

Auf Druck der UN und der Bretton-Woods-Institutionen wird die Regierung damit beginnen, Covid-19-Daten als Vorbedingung für eine Kreditvergabe freizugeben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte gedroht, einen Kredit in Höhe von 571 Mill. US-Dollar zurückzuhalten. Tansania hörte am 29. April 2020 auf, Fälle von Covid-19 zu melden, als das Land 509 Infektionen, 183 Genesungen und 21 Todesfälle verzeichnete. Ein paar Wochen später erklärte Präsident John Magufuli das Land für pandemiefrei. Statistiken zeigen, dass Tansanias Wirtschaftswachstum durch die globale Pandemie stark beeinträchtigt wurde.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen stimmte am Freitag dafür, 5 Ländern eine zweijährige Amtszeit im 15-Nationen-Sicherheitsrat zu geben. Albanien, Brasilien, Gabun, Ghana und die Vereinigten Arabischen Emirate kandidierten alle ohne Gegenkandidaten für die verfügbaren Sitze in ihren Regionalgruppen und erhielten jeweils die erforderliche Zweidrittelmehrheit der abgegebenen geheimen Stimmen. Sie werden ihre Amtszeit am 1. Januar 2022 antreten.

In einem Rundschreiben vom 10. Juni teilt das Erziehungsministerium mit; "Nach der Schließung aller Schulen aufgrund der vorherrschenden Covid-19-Pandemie werden wir Radiokurse ausstrahlen, damit die Lernenden ihren Unterricht fortsetzen können". Sowohl staatliche als auch private Radiosender werden für Lernübungen zur Verfügung stehen. Nach dem Zeitplan werden die Schüler in den nächsten vier Wochen in den Fächern Sozialkunde (SST), Mathematik, Naturwissenschaften und Islamische Religion (IRE) unterrichtet, wobei für jedes Fach 25 Minuten vorgesehen sind. Mit den Schülern der vierten und fünften Klasse soll begonnen werden. Eine ähnliche Verordnung im März fand viele Kritiker, da nicht jeder Zugang zu Radiogeräten  hat, zwischengeschaltete Werbung die Lernenden irritierte, sehr schnell gesprochen wurde und es unzulängliche Erklärungen gab.  

SAFCEI (Southern African Faith Communities' Environment Institute), eine multireligiöse Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Führungspersönlichkeiten der religiösen Gemeinschaften im südlichen Afrika zu unterstützen, um das Bewusstsein, das Verständnis und das Handeln in Bezug auf ökologische Gerechtigkeit, nachhaltiges Leben und Klimawandel zu verbessern, hat in Südafrika ein dreijähriges Ökoprojekt gestartet. Davor hat SAFCEI schon 79 Führungskräfte aus verschiedenen Glaubensrichtungen ausgebildet, darunter Muslime, Christen (Lutheraner, Presbyterianer, Methodisten, Anglikaner und Katholiken) und Quäker.  Sie kamen aus unterschiedlichen Ländern: Simbabwe, Sambia, Tansania, Kenia, Malawi, Angola, Namibia, Südafrika, Swasiland, Uganda und Mosambik.

Die Regierung hat den Abbau von Seltenen Erden in Gakara durch die Bergbaufirma Rainbow Mining Burundi ausgesetzt. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass der Abbau ausschließlich zum Nutzen der Bergbaufirma Rainbow Mining Burundi geschehe, die diese Lagerstätte seit 2017 betreibt. Weiter lautet der Vorwurf, dass das Unternehmen systematisch unveränderliche Gehalte um 54 % angibt, während chemische Analysen, die an denselben Proben durchgeführt wurden, einen Gehalt von 80,9 % ergeben.

Sr. Tsegereda Yonannes, wurde zur Generalsekretärin der eritreischen Bischofskonferenz gewählt. Fast 5 Jahre lang war sie „Chaplain“ der katholischen Universitätsstudenten in Eritrea; auch war sie in der Provinzleitung der Comboni-Missionsschwestern in der Region. Sie betonte, dass sie sich bemühen wird, "pastorale, humanitäre und soziale Aktivitäten zum Aufbau der Gesellschaft im Namen der katholischen Kirche für alle Menschen in Eritrea durchzuführen, unabhängig von ihrer Ethnie, ihrem Glauben oder ihrem Alter."

Das UN-Flüchtlingshilfswerks teilt mit, dass fast 10.000 Mosambikaner in diesem Jahr gewaltsam aus Tansania abgeschoben wurden, nachdem sie vor tödlichen islamistischen Aufständen in ihrem Heimatland geflohen waren. Sie landen in katastrophalen Situationen an der Grenze und sind geschlechtsspezifischer Gewalt und gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, da viele von ihnen nachts bei extremer Kälte im Freien schlafen, ohne Decken oder ein Dach über dem Kopf.

Premierminister Firmin Ngrebada ist zusammen mit dem gesamten Kabinett zurückgetreten. Frankreich stoppte am Montag die Finanzhilfe für das Land, weil einer von Russland gesteuerten Desinformationskampagne gegen Frankreich Folge geleistet wurde. Ngrebada, dem eine zu große Nähe zu Wladimir Putin vorgeworfen wird, war letzte Woche in St. Petersburg, um Russland zu überzeugen, noch mehr in das Land zu investieren. Der Kreml liefert Waffen und schickt Ausbilder, um die Streitkräfte der ZAR zu trainieren. Das Land investierte auch in den Bergbausektor. Das verarmte Land ist reich an Ressourcen, mit großen Reserven an Gold, Diamanten, Kupfer und Uran.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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