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Der amtierende Richter Govindjee hat einen Antrag auf Untersagung einer seismischen Untersuchung durch Shell an der Wild Coast des Ostkaps mit der Begründung abgelehnt, dass ein "irreparabler Schaden" für die Meeresbewohner nicht nachgewiesen wurde. "Die Entscheidung, Shell zu erlauben, mit seinen Plänen zur Zerstörung der Wild Coast fortzufahren, ist sehr enttäuschend. Die Sprengungen werden nicht nur wertvolle, artenreiche Ökosysteme zerstören, sondern auch die Lebensgrundlage der lokalen Gemeinden, und das alles im Namen des Profits", sagte Happy Khambule, Senior Climate and Energy Campaign Manager von Greenpeace Afrika.

Präsident Adama Barrow hat mit 53% seine Wiederwahl gewonnen. Sein ehemaliger Vertrauter und Konkurrent Ousainou Darboe, erhielt 27%. Yahya Jammeh hatte 22 Jahre lang das Land diktatorisch regiert. 2016 war er von einer Koalition unter dem jetzigen Präsidenten Barrow gestürzt und nach Äquatorial-Guinea ins Exil geschickt worden. Die Wahlbeteiligung lag bei  89 %. Ernest Bai Koroma, Chef der Wahlbeobachter der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und ehemaliger Präsident von Sierra Leone, hat alle 6 Kandidaten und deren Unterstützer dazu aufgerufen, das Ergebnis zu akzeptieren. Das sei wichtig für den demokratischen Prozess. Auch würde es so einen großen Gewinner geben: das gambische Volk.

Am 1. Dezember segelte die erste Passagierfähre vom libyschen Hafen Misrata, 200 km östlich von Tripolis, in die türkische Provinz Izmir. Während der Herrschaft Gaddafis seit 1969 war das Land mit Sanktionen belegt und auch nach seinem Sturz ins 2011 und den darauffolgenden Unruhen waren alle Reiseverbindungen schwer betroffen. Viele Bürger sind beglückt, dass mit diesem Schiff Libyen zur Seefahrt zurückgekehrt ist. Weitere Ziele sind Alexandria und Tunis. Die Zulassungen liegen schon vor. Auch der Flugverkehr wurde seit dem Waffenstillstand zwischen den rivalisierenden Lagern in 2020 wieder aufgenommen.

Das Amt für humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen (OCHA) rief zu einer Rekordsumme von 41 Mrd. USD auf, um 183 Millionen Menschen zu helfen, mehr als die für 2021 beantragten 35 Mrd. USD und doppelt so viel wie vor vier Jahren. Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist weltweit sprunghaft angestiegen und wird im nächsten Jahr einen historischen Höchststand erreichen wird, da die Pandemie, der Klimawandel und Konflikte immer mehr Menschen an den Rand einer Hungersnot treiben.

Wenn Gambia am 4. Dezember einen neuen Präsidenten wählt, hält das Land, trotz erstaunlichen demokratischen Entwicklungen in den letzten Jahren, an dem alten Wahlsystem fest. Nach Überprüfung des Personalausweises wird der Wähler zu in Parteifarben bemalten Trommeln geführt. Er erhält eine Murmel die er durch ein Rohr in die Trommel seiner Wahl steckt. Ein Klingelton ertönt, so dass versuchter Betrug gleich entdeckt werden kann. Am Abend werden die Murmeln aus jeder Tonne ausgezählt. Diese Methode wurde nach der Unabhängigkeit 1965 wegen der hohen Analphabetenrate eingeführt, und Gambier sind stolz darauf. Bis jetzt gab es nur drei Urnen. Die Aufregung war groß, als sich in dem nur 2,2 Mio. Einwohner zählenden Land 22 Parteien zur Wahl stellen wollten. Inzwischen sind sie auf 6 geschrumpft.

Zehntausende umweltschädliche Motorrad-Taxis tummeln sich in den hügeligen Straßen von Ruandas Hauptstadt. Nun baut eine in Kigali ansässige Start- Up Firma „Ampersand“ elektrische Motorräder, die umweltfreundlicher, leistungsstärker und günstiger sind. Unter dem Sitz hängt ein großes Akkupaket. An der Ladestation kann die leere Batterie schnell und einfach gegen eine volle ausgetauscht werden. So sparen die Fahrer die lästige Ladezeit. Afrikanische Großstädte, in denen Bodabodas (Motorrad-Taxis) den Personenverkehr bedienen, wie Nairobi und Kampala, und für die Benzin auch schwer erhältlich und fast unerschwinglich ist, bilden einen günstigen Markt für Ruandas E-Motorrad-Taxis.

1988 wurde von der der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals der Welt-AIDS-Tag ausgerufen. Heute leben weltweit etwa 38 Millionen Menschen mit HIV. Seit Beginn der Epidemie sind 36,3 Millionen Menschen an den Folgen von Aids gestorben. 2020 waren es weltweit 680.000. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat die wichtigsten Informationen auf ihrer Webseite bereitgestellt. https://www.welt-aids-tag.de/daten-und-fakten/ . Durch die Coronakrise hat die Aidsbekämpfung einen Rückschlag erlitten. HIV gedachte Gelder wurden umgelenkt, Lieferketten unterbrochen und Präventionsprogramme nicht länger durchgeführt.  

Die fünf Richter des Berufungsgerichts von Botswana bestätigten einstimmig das Grundsatzurteil vom Juni 2019, das Homosexualität anerkennt. Der Präsident des Berufungsgerichts, Ian Kirby, sagte, die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Aktivitäten verletze die verfassungsmäßigen Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen. Die Regierung forderte die Aufhebung des Gerichtsurteils von 2019 mit dem Argument, dass die Mehrheit der Menschen im Land nicht damit einverstanden sei.

Das malawische Parlament hat den ersten gewählten Albino-Gesetzgeber des Landes. Overstone Kondowe wurde für "Nkhotakota North East Contituency” ins Parliament gewählt. In einigen afrikanischen Ländern werden Menschen mit Albinismus als Menschen zweiter Klasse gesehen. Für Körperteile der Betrffenen werden horrende Summen bezahlt, da ihnen in der traditionellen Medizin magische Kräfte zugeschrieben werden. In Malawi leben 134636 Menschen mit Albinismus. Kondowe freute sich über seine Wahl und sagte: «Mein Wahlsieg ist ein klarer Beweis dafür, dass die Menschen ihre Einstellung ändern.»

Der südafrikanische Minister im Präsidialamt Mondli Gungubele verkündigte, die Regierung hat beschlossen, ein mehr als 10 Jahre altes Programm, das rund 300 000 Simbabwern erlaubte, im Land zu leben und zu arbeiten, zu beenden und die „ZSP-Genehmigungen“ nicht zu verlängern. Die Inhaber haben 1 Jahr Zeit, andere Visa zu beantragen. "Nach Ablauf dieser 12 Monate müssen diejenigen, die nicht erfolgreich sind, die Republik verlassen oder werden abgeschoben ", so Gungubele. In Südafrika leben 3 Mill. Migranten in einer Bevölkerung von 60 Millionen. Viele von ihnen sind Simbabwer, die durch zwei Jahrzehnte politischer Unterdrückung und wirtschaftlichen Zusammenbruchs in den Süden getrieben wurden. Die Mehrheit von ihnen hat keine Papiere, und das ZSP gilt nur für diejenigen, die sich bei seiner Einführung 2009 registriert haben. Die südafrikanische Regierung befürchtet unkontrollierbare fremdenfeindliche Übergriffe auf Simbabwer, sobald sie die Verlängerung der „ZSP-Genehmigungen“ bekannt gegeben hätten. "Das wird zu einer humanitären Katastrophe führen", sagt Sharon Ekambaram, Leiterin des Programms für Flüchtlings- und Migrantenrechte bei Lawyers for Human Rights in Johannesburg. "Es ist eine sehr unmenschliche Entscheidung."

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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