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Viele Hügel im Ngoma Distrikt haben sich lila verfärbt; es blüht die Chia Pflanze. Das Pseudogetreide wurde schon von den Maya und Azteken angebaut und gilt als „Superfood“, obwohl seine Wirkungen nicht einwandfrei nachgewiesen sind. Die hauptsächlich für den Export produzierte Ernte dient als Nahrungsergänzungsmittel. Die meisten Chia-Bauern in diesem Gebiet sind Mitglieder der Kooperative Tuvugurure Ubuhinzi Ngoma 22 (KOTUNGO), die 2018 gegründet wurde. Die Nachfrage nach den Chia- Samen ist steigend. Die Kooperative verhandelt mit China und der EU während schon der Export nach Dubai floriert. Einige Chia-Bauern haben bereits Motorräder, Zuchtkühe und Häuser gekauft, andere weitere Farmen. Die Blüten der Chia Pflanze wecken Hoffnung auf ein nie dagewesenes Einkommen und so suchen die Kleinbauern ihr Glück in Chia-Samen.

Der in Dubai ansässige globale Hafenbetreiber (DP World) und Somaliland eröffneten einen neuen Containerterminal im Hafen von Berbera. DP World hat seit 2016 eine 30jährige Konzession für den Hafen und arbeitet daran, ihn weiter auszubauen und zu einem wichtigen regionalen Handelsknotenpunkt für das Horn von Afrika zu entwickeln. Die Lage des Hafens macht ihn zur Drehscheibe für Afrika, besonders für den Warenverkehr nach Äthiopien. DP World Group Chairman Sultan Ahmed Bin Sulayem sagte: "Unser weiterer Ausbau des Hafens in einer zweiten Phase und seine Integration mit der Sonderwirtschaftszone, die wir entlang des Berbera-Korridors entwickeln, spiegelt unser Vertrauen in Berbera und unsere Absicht wider, es zu einem bedeutenden Handelszentrum von Weltrang zu entwickeln.“ DP World baut seine Präsenz in Afrika aus und erschließt lukrative Handelsrouten in der Region. Investitionen wurden in Ägypten, Algerien, Dschibuti, Ruanda, Somaliland, Mosambik und Senegal getätigt und es beginnen Arbeiten für die Entwicklung des Tiefseehafens in Banana in der Demokratischen Republik Kongo.

Tobore Ovuorie erhält den diesjährigen „Freedom of Speech Award“ der DW. Die 33-jährige recherchierte undercover über Menschenhandel und Zwangsprostitution in Nigeria. Sie nahm eine andere Identität an, gab sich als Prostituierte aus und wurde von einem Zuhälter aufgenommen. Am eigenen Leib erlebte sie die düsteren Machenschaften krimineller Gangs, die in Prostitution, Menschenhandel und Organhandel verstrickt sind. Ihr Haar wurde abgeschnitten, sie wurde geschlagen, missbraucht und entkam nur knapp dem Tod. Nach einigen Monaten in Nigeria sollte sie nach Italien geschmuggelt werden; ein Bus brachte sie mit einer Gruppe junger Frauen ins Nachbarland Benin. Unterwegs musste sie miterleben, wie zwei Mitgefangene enthauptet wurden. Ihre Organe sollten auf dem Schwarzmarkt verkauft werden. In Benin gelang ihr mit Hilfe einer Kollegin die Flucht. Obwohl sie heute noch mit den Folgen der Recherche zu kämpfen hat, berichtet sie nun über die Opfer des Menschenhandels in Libyen und die Stigmatisierung von nigerianischen Kindern, die HIV-positiv sind. Beeindruckendes video

Zwei Anschläge an einem Tag erschütterten Beni, im Osten des Landes. Kurz vor dem Beginn einer Konfirmation explodierte eine Bombe vor der katholischen Kirche, eine weitere detonierte vor einer Bar. Es ist nicht bekannt, wer hinter den Explosionen steht; jedoch verübt eine Rebellengruppe "Allied Defence Forces" (ADF) häufig Anschläge in der Region und hat schon früher Kirchen angegriffen. Im Mai wurden 2 Imame, die dafür bekannt waren, sich gegen die Gewalt der ADF auszusprechen, erschossen - einer von ihnen in einer Moschee.

Südafrika hat eine der liberalsten Verfassungen der Welt, die gleichgeschlechtliche Ehen für alle und Polygamie für Männer zulässt. Nun schlägt ein Dokument auch die rechtliche Anerkennung von muslimischen, hinduistischen, jüdischen und Rastafari-Ehen und Polyandrie vor. Der neue Gesetzesvorschlag wird weitgehend begrüßt; nur an dem Vorschlag, dass eine Frau mehr als einen Ehemann (Polyandrie) hat, scheiden sich die Geister. Charlene May, eine Anwältin des Women's Legal Centre, argumentiert: "Es ist wichtig .. die Menschenrechte aufrechtzuerhalten …wir können die Gesetzesreform nicht ablehnen, weil sie bestimmte patriarchalische Ansichten in unserer Gesellschaft in Frage stellt." Polyandrische Gesellschaften gibt es heute noch vor allem in Asien und in einigen Ländern Afrikas (z.B. Kongo, Nigeria). Die fraternale Polyandrie (alle Brüder eine Frau) ist die häufigste heute noch existierende Form der Polyandrie.

Ein schockierender Rechtsstreit ist über die Besitzverhältnisse der "Plantations et Huileries du Congo“ (PHC) ausgebrochen, die über 100.000 Hektar Land in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) kontrolliert. Während die lokalen Gemeinden ihres Landes beraubt wurden und mit schrecklichen Menschenrechtsverletzungen durch das Unternehmen konfrontiert sind, haben die dahinterstehenden Schlüsselpersonen und Investmentfonds und die Regierung der DRC rechtliche Schritte gegeneinander eingeleitet, um die Eigentumsrechte an der Plantage zu klären. Vier Gerichtsverfahren in Delaware, New York, Kanada und der DRC sind im Gange. In den letzten zehn Jahren haben auch europäische Entwicklungsbanken Dutzende von Millionen Dollar in die Plantagen gesteckt.

Präsident Nana Akufo-Addo sagt, "Wir müssen den Planeten Erde und unser Mutterland Ghana schützen", und fordert die Bevölkerung auf, an einem einzigen Tag fünf Millionen Bäume zu pflanzen - als landesweite Aktion gegen Abholzung und Klimawandel. 

Emmanuel Taban war erst 17 Jahre alt, als er - bereits geprügelt, inhaftiert und angeschossen - seine Heimatstadt Juba im kriegszerrütteten Südsudan verließ. Heute ist er einer der berühmtesten Lungen Spezialisten in Afrika. Seit dem Ausbruch der Pandemie hat er in einer Johannesburger Klinik über 170 Covid19 Patienten vor dem Erstickungstod bewahrt. Er revolutionierte die  diagnostische Bronchoskopie für therapeutische Zwecke, riskant aber effektiv, wandte sie aber nur an, wo sonst nichts mehr half. In seiner Autobiografie „Der Junge, der niemals aufgab“ dankte ihr den katholischen Missionaren, die ihm zur ersten Bildung verhalfen und ihn auf seiner langen Flucht unterstützten, sowie den Deutschen, weil er dort einen Teil seiner medizinischen Ausbildung erhielt.  Den Rest seines Lebens will er medizinische Hilfe geben und am Weltfrieden mitwirken.

Die südafrikanische Staatengemeinschaft SADC beschloss, Truppen nach Mosambik zu entsenden, um bei der Bekämpfung eines islamistischen Aufstands in der nördlichen Provinz Cabo Delgado zu helfen. Portugal sagte, dass eine Militärmission der EU zur Unterstützung und Ausbildung mosambikanischer Truppen nächsten Monat genehmigt werden könnte; 60 portugiesische Soldaten sind bereits im Einsatz. Staatschef Filipe Nyusi, sagte, er nehme die Unterstützung gern an, betonte aber, jeder Staat habe das Recht, seine Souveränität zu bewahren. In dem seit 4 Jahren andauernden Aufstand sind fast 3.000 Menschen getötet und 800.000 vertrieben worden. Die Lage eskalierte im März, als Palma angegriffen wurde. Das Milliardenprojekt zur Erschließung von Flüssig-Erdgas von Total und dem US-Konzern ExxonMobil ist zum Stillstand gekommen.

Die 15 Länder des westafrikanischen Blocks ECOWAS haben einen neuen Anlauf genommen, den langgehegten Traum einer einheitlichen Währung zu verwirklichen. Seit 2003 gab es immer wieder  Verzögerungen, die letzte durch die Pandemie. Nun hat ECOWAS sich letztes Wochenende bei einem Treffen in Ghana entschlossen,  die neue Währung, den „eco“, in 2027 einzuführen. Jean-Claude Kassi Brou, der Präsident der ECOWAS Kommission, hat verkündet, dass die Road Map steht. Alle Länder sind überzeugt, dass der „eco“ den grenzüberschreitenden Handel ankurbelt und die weitere Entwicklung in allen Mitgliedsländern fördert.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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