logo Netzwerkafrika

Kaunda, 97 wurde nach 21-tägiger Trauerzeit, in der sein Leichnam durch alle 10 Provinzstädte gereist war, am Freitag im National Heroes' Stadium von Lusaka verabschiedet. Als Kaundas Sarg in das Stadion gebracht wurde winkten viele Menschen mit weißen Taschentüchern, dem Markenzeichen, für das Kaunda als Symbol des Friedens bekannt war. Ihm wurde von den drei Verteidigungsstreitkräften die volle militärische Ehre zuteil, was einen Salut mit 21 Kanonen und einen Vorbeiflug von Militärjets einschloss. Präsidenten und ranghohe Politiker aus ganz Afrika und darüber würdigten sein Leben. Der Vertreter von Großbritannien Mr. James Duddridge irritierte die Versammelten als er offensichtlich Länder verwechselte „Heute trauert das Vereinigte Königreich an der Seite seiner Familie, des Volkes von Simbabwe und der ganzen Welt um Dr. Kaunda."

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will sich diese Woche treffen, um den anhaltenden Streit zwischen Ägypten, dem Sudan und Äthiopien über den riesigen Staudamm GERD (Grand Ethiopian Renaissance Dam,) besprechen. Der französische Botschafter bei der UNO sagt, der Sicherheitsrat könne nicht viel mehr tun, als die Parteien zusammenzubringen, um Bedenken zu besprechen und sie zu ermutigen, zu Verhandlungen zurückzukehren. Die Afrikanische Union (AU) versucht seit Monaten vergeblich zwischen Ägypten, Sudan und Äthiopien zu vermitteln. Kairo und Khartum sagen, dass das Problem den Frieden und die Sicherheit in der Region bedrohen könnte, und baten den UN-Sicherheitsrat, einzugreifen, bevor die Situation eskaliert.

Eine Delegation der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) traf sich am Sonntag inmitten der anhaltenden tödlichen Proteste mit der Regierung von eSwatini. Demonstranten haben ihre Kampagne für politische Reformen fortgesetzt. Die Regierung setzte die Armee ein. Die größte Oppositionspartei PUDEMO behauptet, dass mindestens 40 Menschen getötet wurden, Hunderte durch Gewehrkugeln verletzt und Hunderte vermisst sind. Internetdienstleister gaben an, dass sie angewiesen wurden, den Zugang zu sozialen Medien und Online-Plattformen bis auf Weiteres zu kappen. Es wird nicht erwartet, dass der König sich seine Macht nehmen lässt. Er hat 14 Ehefrauen und mehr als 40 Kinder. Laut dem "Forbes"-Magazin besitzt er viele Anteile an Unternehmen.

Die Bewohner von Glen View, einem Vorort mit hoher Bevölkerungsdichte, waren fassungslos, als schwer bewaffnete Polizisten und Beamte der Stadtverwaltung begannen, Marktstände und andere informelle Handelsplätze abzureißen.  In Mbare, Melfort, Goromonzi, wurden ebenfalls Verkaufsstände abgerissen. Die informellen Händler in Harare haben die Entscheidung der Regierung ihre Marktstände abzureißen, mit einem Todesurteil gleichgesetzt, da der Verkauf ihre einzige Überlebensquelle war. Der Minister der lokalen Regierung, Juli Moyo, verteidigte jedoch die laufenden Abrisse in Harare und sagte, die Behörden könnten nicht weiterhin das "Chaos in unseren Städten" mit ansehen. Nun hat die Regierung die Zerstörungsaktionen gestoppt.

Präsident Hage Geingob sagt, dass sein Land vor dunklen und düsteren Momenten steht.  Namibia hat derzeit die höchste tägliche Todesrate auf dem Kontinent. Im Durchschnitt sterben im Land jeden Tag 15 Menschen pro Million, eine höhere Zahl als auf den Seychellen (13 pro Million) und in Tunesien (7,5 pro Million). Südafrika, das die höchste Gesamtzahl an Todesfällen verzeichnet, hat eine tägliche Todesrate von 3 pro Million. Weniger als 5% der Namibier haben mindestens eine Dosis eines Coronavirus-Impfstoffs erhalten. Die Pandemie ist ein schwerer Schlag für ein Land mit nur 2,5 Millionen Einwohnern.

Bis zum 29. Juni wurden in 55 afrikanischen Ländern 5.437.405 Fälle von Covid-19 bestätigt, während auf dem gesamten Kontinent über 32.500.561 Impfungen verabreicht wurden. Gemeldete Todesfälle in Afrika beziffern sich auf 141.649: Südafrika 60.038, Marokko 529.895, Tunesien 408.931, Ägypten 280.770, Äthiopien 275.974, Libyen 192.786und Kenia 182.884. Aktuelle Übersicht

Die University of Lagos testet ihr Zero Emission Vehicle (ZEV), an dem sie seit 2018 arbeitet. Das UNILAG ZEV ist ein zu 63 % aus Hardware und zu 100 % aus Software im Eigenbau hergestelltes mechatronisches Automobilgerät. Es hat ein adaptives und programmierbares Antriebssystem (Power Train). Mit einer überarbeiteten Nickel-Hydrid-Batterie hat das Fahrzeug im Campus-Shuttle-Modus eine Reichweite von bis zu 5 Kilometern. Mit einer entsprechenden Lithium-Ionen-Batterie kommt es bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h auf 350 km.

Simbabwe sieht sich mit längeren Stromausfällen konfrontiert. Stromimporte aus Südafrika beeinträchtigten das Kariba-Wasserkraftwerk und die kohlebefeuerte Hwange-Anlage. Kariba wurde seitdem wiederhergestellt; es ist das einzige der 5 Kraftwerke des Landes, das funktioniert. In Teilen von Harare nutzen Geschäfte Dieselgeneratoren, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten.

In Matsapha, einem Industriezentrum am westlichen Rand der Hauptstadt Manzini, wurden über Nacht Geschäfte geplündert und in Brand gesteckt. Die Regierung schickte das Militär, um pro-demokratische Unruhen zu unterdrücken. Sie dementiert Berichte, dass König Mswati III. geflohen sei. 1986 wurde er  mit 18 Jahren zum König gekrönt; wegen seines teuren Geschmacks und seiner Verschwendung wird er kritisiert. 2019 streikten die Beamten und beschuldigten den Monarchen, die öffentlichen Kassen auf Kosten seiner Untertanen zu leeren. Die meisten Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze.

Bei einem Treffen der Anti-IS-Koalition, der 83 Staaten und internationale Organisationen angehören, rief US-Außenminister Antony Blinken die Verbündeten auf, im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) nicht nachzulassen.  Die in Syrien von Oppositionskräften rund 10.000 inhaftierten ausländischen IS-Kämpfer sollen in ihre Heimatländer zurückgebracht und dort vor Gericht gestellt werden. Die Allianz war im September 2014 als Reaktion auf die IS-Offensive in Syrien ins Leben gerufen wurden. Der IS operiert weiter im Untergrund. Der italienische Außenminister Luigi Di Maio erklärte, eine internationale Task Force sollte eingerichtet werden, um der Bedrohung durch die Ausbreitung von ISIL (ISIS)-nahen Gruppen auf dem afrikanischen Kontinent entgegenzuwirken.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

­