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Fernsehsender unterbrachen ihre Programme, um den Tod der Königin bekannt zu geben. Elisabeth hat einige Schlüsselmomente auf dem afrikanischen Kontinent erlebt. In Kapstadt feierte sie ihren 21. Geburtstag und hielt die berühmte Rede, in der sie ganzes Leben „lang oder kurz“ in den Dienst der Krone und der Völkergemeinschaft stellen würde. Viel später verband sie eine warme Freundschaft mit Nelson Mandela. In Kenia wurde sie Königin als sie in der Treetop Lodge die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhielt. 20 afrikanische Länder hat sie besucht. 14 Länder erhielten in ihrer Amtszeit die Unabhängigkeit. Das Leid, die Ausbeutung und Ungerechtigkeit der Kolonialzeit werden kaum erwähnt. Dafür aber gibt es Kondolenzbücher, Gottesdienste und Flaggen auf halbmast, um ihren 70jährigen Dienst, ihre bedingungslose Hingabe, Disziplin und Verbindlichkeit zu ehren.

Beim Sonntagsangelus betete Franziskus für die italienische Schwester Maria de Coppi, Mitglied des Componi Missionsordens, die zusammen mit 3 anderen Christen bei einem dschihadistischen Anschlag in der Provinz Nampula ermordet wurde. Die Terrorgruppe gab an, die „Verbreitung des Christentums“ stoppen zu wollen. So hat man bei dem Anschlag auch eine Kirche, 2 Fahrzeuge und weiteren Besitz der Mission verbrannt. Die Comboni Missionare/innen wirken seit 1946 in Mosambik.  Sr. Maria selbst hat sechs Jahrzehnte dem Volk viel Liebe geschenkt und den Glauben vermittelt. Kirche und Regierung verurteilen den Anschlag.

Im südlichen Bundesstaat Rivers wurde eine 44-jährige Frau wegen angeblichen Diebstahls von 15 Kindern im Alter von 4 - 15 Jahren festgenommen. Die Polizei vermutet, dass die Kinder entführt worden seien, um gehandelt zu werden. Die Frau wies alle Vorwürfe zurück und behauptete, eine Nonne zu sein und ein Waisenhaus zu leiten. Einige Kinder erzählten der Polizei von Folter und Misshandlungen sowie von Weiterverkauf. Die Polizei versucht nun, die Kinder wieder mit ihren Eltern zu vereinen. Menschenhandel ist in Nigeria weit verbreitet.

Nach zwei Jahren des Kampfes gegen die Regierungstruppen hat die äthiopische Tigray-Führung ihr Interesse an einem von der Afrikanischen Union (AU) geführten Friedensprozess bekundet. Die nordäthiopische Region steht seit November 2020 im Mittelpunkt eines Konflikts zwischen der Tigray People's Liberation Front (TPLF), die die vorherige Regierung des Landes führte, und der derzeitigen Regierung von Premierminister Abiy Ahmed.

Beamte aus Kamerun und Kongo-Brazzaville haben sich darauf geeinigt, ihre 100 Jahre alte Grenze zu demarkieren, um die Streitigkeiten zwischen den Grenzgemeinden über die Forstwirtschaft und die Tierwelt zu verringern. Die Vereinbarung folgt auf ähnliche Abkommen mit Gabun im Mai und der Zentralafrikanischen Republik im Juni. Naturschützer sind der Ansicht, dass besser definierte Grenzen dazu beitragen werden, die Wilderei, die das Kongobecken geplagt hat, zu bekämpfen.

 Ein Zusammenschluss der wichtigsten Oppositionsparteien der Zentralafrikanischen Republik, der Republikanische Block für die Verteidigung der Verfassung, hat sich formell an das Verfassungsgericht gewandt. Sie fechten das Präsidialdekret vom 26. August an, mit dem ein Ausschuss für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung eingesetzt wurde.

Simbabwer, die im Rahmen der simbabwischen Ausnahmegenehmigung (Zimbabwean Exemption Permit, ZEP) in Südafrika leben und arbeiten, haben die Entscheidung von Innenminister Aaron Motsoaledi begrüßt, ihren Aufenthalt im Land um weitere sechs Monate zu verlängern. Nur 6 000 von 178 000 Inhabern einer Aufenthaltsgenehmigung hatten sich an das Innenministerium gewandt.

Die angolanische Oppositionspartei Nationale Union für die vollständige Unabhängigkeit Angolas hat eine Klage vor dem Verfassungsgericht verloren, um das Ergebnis der Parlamentswahlen anzufechten. Die Volksbewegung zur Befreiung Angolas (MPLA). wurde zum Sieger der Wahlen im August erklärt. Das Gericht entschied, dass die Klage der UNITA nicht die Voraussetzungen für eine Annullierung des Wahlergebnisses durch das Gericht erfüllte.

Bereits vor 10 Jahren hatten sich Vertreter von Nigeria, Niger und Algerien getroffen, um eine Gas Pipeline durch die Sahara zu planen. Der Plan schlief ein. Ende Juli dieses Jahres haben die Energieminister eine Absichtserklärung unterzeichnet. Für Europa wäre die Pipeline eine Alternative zu russischen Gaslieferungen. Doch noch fehlt es an politischem Willen und Finanzen. Sollte der Wille da sein, müßte Nigeria, der Hauptlieferant, den Anfang machen. Der Ukraine Krieg könnte, so Botti, der Analyst für öffentliche Finanzen in Abuja, afrikanischen Ländern eine Chance bieten, in den globalen Energiemarkt einzusteigen. Investoren wären bereit, wenn sie vom Projekt überzeugt sind. Ein Nachteil: die Bauzeit könnte 10 Jahre betragen.

Die liberianische Regierung hat Oman aufgefordert, keine weiteren Visa für Liberianer auszustellen, die in dem arabischen Land Arbeit suchen. Grund dafür ist, dass  eine Gruppe Frauen, die bereits  in Oman angestellt sind, Berichte und Videos von sexuellem Missbrauch, von brutalen Misshandlungen und sogar Einzelhaft schickten, eine Situation die „sehr inakzeptabel ist“. Obwohl Oman die Berichte als unbegründete Medienbehauptungen bezeichnet, glaubt Liberia den WhatsApp Nachrichten seiner Bürgerinnen und besteht auf dem Visastopp.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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