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Nach 5monatigen Beratungen erklärte Justizminister Dawda Jallow, die Empfehlungen der Kommission für Wahrheit, Versöhnung und Wiedergutmachung umzusetzen; bis auf 2 sind alle 265 Empfehlungen der Kommission akzeptiert.  Ein Sondergericht wird die mutmaßlichen Täter, darunter hochrangige Beamte und den ehemaligen Präsidenten Yahya Jammeh, strafrechtlich zu verfolgen. Jammeh, der seit Januar 2017 im Exil in Äquatorialguinea lebt, regierte mit eiserner Faust. Er setzte ein paramilitärisches Killerkommando namens "Junglers" ein, das dazu beitrug : dass mindestens 103 Menschen verschwanden, illegale Hinrichtungen vollzogen wurden,  die rechtswidrige Tötung des ehemaligen Finanzministers Ousman Koro Ceesay, die Tötung von mindestens 17 Verkehrsteilnehmern, die Tötung von 15 Studenten, die Ermordung der Journalistin Deyda Hydara, die Ermordung von 67 westafrikanischen Migranten, 41 Todesfälle im Rahmen des alternativen Aids-Behandlungsprogramms des Präsidenten und 41 Todesfälle durch Hexenjagd.

Nach Indien haben nun auch wichtige EU-Nahrungsmittelexporteure wie Ungarn die Ausfuhr bestimmter Feldfrüchte gestoppt. Ghana und Uganda gehören zu den afrikanischen Ländern, die die Ausfuhr von Getreide und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen untersagt haben, wobei letzteres Land hohe Steuern erhebt, um Lebensmittelexporte in Nachbarländer zu verhindern. Die ghanaische Regierung hat das Ausfuhrverbot für Getreide verlängert. Ein vorübergehendes Verbot der Ausfuhr von Mais, Reis, Sojabohnen und anderen Getreidesorten, das im September letzten Jahres in Kraft getreten war, wird nun bis September 2022 gelten. "Vor dem Krieg in der Ukraine war alles in Ordnung. Wir konnten drei Lastwagen mit verschiedenen Produkten in den Südsudan schicken. Aber wie Sie jetzt sehen können, gibt es nichts mehr zu transportieren“, sagt ein Lastwagenfahrer. Die ugandischen Behörden haben hohe Steuern auf Lebensmittel wie Mais, Sojabohnen, Reis und Weizen erhoben, um zu verhindern, dass die Händler ihre Produkte außerhalb Ugandas verkaufen.

Die Zukunft der Flüchtlinge in den Kamps Kakuma und Dadaab ist immer noch nicht geklärt. Mehr als 400 000 Menschen, hauptsächlich aus den Nachbarländern Somalia, Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo harren einer ungewissen Zukunft entgegen. Im März 2021 ordnete die kenianische Regierung die rasche Schließung von Kakuma und Dadaab an. Als Reaktion darauf legte das UNHCR Kenia Lösungen für die seit langem andauernde Vertreibung der Flüchtlinge vor; unter anderem freiwillige Rückführung, Ausreise in Drittländer und Vereinbarungen auf alternative Aufenthaltsmöglichkeiten in Kenia. Schließlich einigten sich das Flüchtlingshilfswerk und die kenianischen Behörden auf einen Fahrplan, der die Schließung beider Lager bis zum 30. Juni 2022 vorsieht. Wenige der Versprechen sind erfüllt und die Menschen leben in Ungewissheit.

Yemaachi Biotech, ein ghanaisches Forschungs- und Diagnostik-Startup, strebt eine stärkere Vertretung Afrikas in der Krebsforschung an, denn Krebs ist ein wachsendes Problem in Afrika. Es wird davon ausgegangen, dass die afrikanische Sterblichkeitsrate in den nächsten 20 Jahren den weltweiten Durchschnitt um 30 % übersteigen wird. Bisher sind nur 2 % der Teilnehmer an Genomstudien weltweit afrikanischer Abstammung, obwohl sie mehr als 17 % der Weltbevölkerung ausmachen. Der Großteil der medizinischen Forschung (in Afrika) konzentriert sich auf Infektionskrankheiten, obwohl der Kontinent eine der höchsten Krebssterblichkeitsraten der Welt hat.

Der wachsende Einfluss Russlands in Afrika stellt eine "besorgniserregende" Bedrohung für die Sicherheit des NATO-Bündnisses dar, so die Verteidigungsminister Spaniens und des Vereinigten Königreichs. Die spanische Abgeordnete Margarita Robles bezeichnete die Ausweitung der Operationen des russischen Staates und privater russischer Sicherheitsfirmen, wie der Wagner-Gruppe in Ländern wie Mali und Libyen, als "sehr eindeutig" und warf ihnen vor, organisierte Kriminalität und Terrorismus zu schüren. Ben Wallace aus dem Vereinigten Königreich, erklärte, dass die zunehmende Instabilität in Verbindung mit dem Hunger in Afrika erhebliche Auswirkungen auf Europa haben könnte. Der stellv. russische Außenminister Andrei Rudenko erklärte, das Land sei bereit, im Gegenzug für die Aufhebung einiger Sanktionen einen humanitären Korridor für Schiffe mit Lebensmitteln zur Ausreise aus der Ukraine bereitzustellen.

Präsident Macky Sall hat seinen Gesundheitsminister Abdoulaye Diouf Sarr entlassen, nachdem 11 Babys bei einem Brand auf der Neugeborenenstation des Krankenhauses Mame Abdou Aziz Sy Dabakh im Westen der Stadt Tivaouane ums Leben gekommen waren. Laut dem Erlass wird Sarr durch Marie Khemesse Ngom Ndiaye, die Generaldirektorin des Ministeriums, ersetzt.

Eine Tochtergesellschaft des Bergbau- und Rohstoffhandelsriesen Glencore hat sich vor einem Londoner Gericht in 7 Fällen der Schmiergeldzahlung schuldig bekannt. Die Vertreter und Mitarbeiter des Unternehmens zahlten zwischen 2011 und 2016 mit Zustimmung des Unternehmens Bestechungsgelder im Wert von über 25 Mio. USD für einen bevorzugten Zugang zu Öl, so das Serious Fraud Office (SFO). Die Bestechungsgelder wurden in Kamerun, Äquatorialguinea, der Elfenbeinküste, Nigeria und dem Südsudan gezahlt.

Die 15. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien (COP15) des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) fand vom 9. bis 20. Mai 2022 in Abidjan, Côte d'Ivoire statt. Das Thema der COP15, "Land. Leben. Vermächtnis: From scarcity to prosperity" (Von der Knappheit zum Wohlstand) ist ein Aufruf zum Handeln, um sicherzustellen, dass das Land, welches die Lebensader unseres Planeten ist, auch den heutigen und künftigen Generationen zugute kommt. Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Wiederherstellung von einer Milliarde Hektar degradierter Flächen bis zum Jahr 2030, die Absicherung der Landnutzung gegen die Auswirkungen des Klimawandels und die Bewältigung eskalierender Katastrophenrisiken wie Dürren, Sand- und Staubstürme und Waldbrände.

Der Afrikatag erinnert an die Gründung der Organisation für Afrikanische Einheit im Jahr 1963, der Vorgängerorganisation der AU. Der diesjährige AU-Gipfel fällt mit den Feierlichkeiten zum Afrikatag am 25. Mai zusammen und wird bis zum 28. Mai dauern. Die Afrikanische Union (AU) wird am Mittwoch in Malabo, Äquatorialguinea, ein außerordentliches Gipfeltreffen über Terrorismus und verfassungswidrige Regierungswechsel abhalten. Seit 2021 hat der Kontinent 5 Staatsstreiche erlebt, und in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik, Mosambik, Somalia und in der Sahelzone gibt es immer mehr islamistische Aktivitäten von Aufständischen. Zur gleichen Zeit nehmen einige afrikanische Staats- und Regierungschefs am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos (Schweiz) teil. Einige der Präsidenten auf dem WEF sind Emmerson Mnangagwa aus Simbabwe, Hage Geingob aus Namibia, Keabetswe Masisi aus Botswana und Paul Kagame aus Ruanda.

Die Ergebnisse der ersten papierlose Volkszählung in Botswana, bei der anstelle eines papiergestützten Fragebogens eine computergestützte persönliche Befragung (CAPI) zur Datenerhebung eingesetzt wurde, zeigen, dass die geschätzte Bevölkerung von Botswana von 2 Millionen im Jahr 2011 auf 2,3 Millionen im Jahr 2022 gestiegen ist. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass Mogoditshane mit einer geschätzten Einwohnerzahl von 88.098 nun das größte Dorf in Botswana ist, gefolgt von Maun (85.293), Molepolole (74.719), Tlokweng (55.517) und Serowe (55.484). Bei der Volks- und Wohnungszählung 2011 war Molepolole das größte Dorf Botswanas, gefolgt von Maun, Mogoditshane, Serowe und Tlokweng in dieser Reihenfolge. "Der Anteil der Gesamtbevölkerung, der in der Hauptstadt Gaborone lebt, ging im gleichen Zeitraum um ein Prozent von 11,4 % auf 10,4 % zurück. Die städtischen Zentren Francistown, Lobatse, Selebi-Phikwe, Orapa, Jwaneng und Sowa haben zwischen den beiden Zählungen ebenfalls einen leichten Rückgang zu verzeichnen. Was die Bürger außerhalb Botswanas betrifft, so zeigen die vorläufigen Ergebnisse einen deutlichen Rückgang der Personen außerhalb Botswanas von 23.032 im Jahr 2011 auf 8.279 im Jahr 2022.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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