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„Für sein kompromissloses und mitfühlendes Durchdringen der Auswirkungen des Kolonialismus und des Schicksals des Flüchtlings in der Kluft zwischen Kulturen und Kontinenten", wird Abdulrazak Gurnah mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.  Er ist auf Sansibar geboren und lebt in England. 2 seiner Werke sind ins Deutsche übersetzt worden: "Das verlorene Paradies" (1986) und "Die Abtrünnigen" (2006).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die breite Anwendung des Vakzin RTS,S gegen Malaria empfohlen; es soll an Kinder in Afrika südlich der Sahara und in anderen Malaria-Regionen verabreicht werden. Die von der weiblichen Anopheles-Mücke übertragene Krankheit gilt als eine der wichtigsten Ursachen für Kindersterblichkeit in Afrika. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich etwa 400.000 Menschen, davon 270.000 Kinder an Malaria. Der Impfstoff wurde von der Universität Oxford entwickelt und soll eine 75 %Wirksamkeit erreichen.

Nach dem Vulkanausbruch des Mount Nyiragongo am 22. Mai leben weiterhin tausendene von Binnenvertriebenen in provisorischen Lagern unter katastrophalen Bedingungen und Mangel an Nahrungsmitteln Die kongolesischen Behörden haben in Goma, Bujovu, Bujara, Kanyaruchinya und Kayembe provisorische Unterkünfte errichtet, nachdem der Ausbruch mehr als 30 Menschen getötet und große Zerstörungen verursacht hatte. Ein Sprecher des UNHCR sagt, "die durch den Vulkanausbruch am Nyiragongo verursachte Vertreibung hat das ohnehin schon schwierige Leben der lokalen Gemeinschaften in den Gebieten Masisi und Rutshuru, in denen bereits Tausende von Menschen leben, die aufgrund des Konflikts aus ihrer Heimat geflohen sind, noch weiter verschlechtert.“

Der Oberste Gerichtshof von Malawi hat Mpinganjira, einen der reichsten Menschen in Malawi, zu 9 Jahren Gefängnis verurteilt. Er wollte die Richter in einem Fall, in dem die Opposition eine von Mutharika gewonnene Wahl wegen Betrug angefochten hatte, auf die Seite des damaligen Präsidenten Peter Mutharika bringen. Es wurde auf Tonband aufgenommen, wie Thomas Mpinganjira, einem der Richter finanzielle Anreize anbot, um den Richterspruch zu beeinflussen.

Die größte südafrikanische Metallarbeitergewerkschaft (NUMSA), mit rund 155.000 Mitgliedern, ruft nach dem Scheitern der Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern zu einem unbefristeten Streik auf. NUMSA hatte eine allgemeine Lohnerhöhung von 8 % im ersten Jahr eines Tarifvertrags und eine Erhöhung in Höhe der Inflationsrate plus 2 % für die folgenden zwei Jahre gefordert. Der Industrieverband Steel and Engineering Industries Federation of Southern Africa hatte 4,4 % für 2021, Inflation plus 0,5 % im Jahr 2022 und Inflation plus 1 % im dritten Jahr angeboten. Die jährliche Inflationsrate liegt derzeit bei etwa 5 %. Es gab landesweit Demonstrationen und Kundgebungen; in Johannesburg gingen Tausende auf die Straße.

Ab sofort starten wieder Condor Flüge von Frankfurt nach Mauritius und auf die Seychellen. Mauritius hat die Quarantäne-Anforderungen für alle vollständig geimpften Besucher aufgehoben. Die Seychellen sind noch als Hochrisikogebiet eingestuft und alle Reisenden benötigen eine Gesundheitsgenehmigung (Travel Health Authorization).

Lesotho ist bekannt als das Land mit dem höchsten US $ pro Karat in der Welt. Die meisten der hochwertigen Diamantenminen Lesothos befinden in den Maluti-Bergen. Zu diesen Minen gehören Mothae, Kao Letseng;letztere liegt einer Höhe von 3.100 m und ist die höchstgelegene Diamantenmine der Welt. Die Letšeng-Diamantenmine ist im Besitz von Gem Diamonds, Ltd. ein britisches Diamantenbergbauunternehmen mit Hauptsitz in London. Die Thaba Telle Mining Company, mit 3 Anteilseigner (Lehakoe Diamonds 60 %, die Regierung 25 % und 15 % Thaba Telle Minerals SA) ist das erste einheimische Unternehmen, das Diamantenabbaurechte erhalten hat. Das Unternehmen erhielt eine 10-jährige Schürfgenehmigung für das Khubelu-Kimberlit-Rohr in Mokhotlong. In der Mine sollen zuerst, 100 Personen und später mindestens 600 Personen beschäftigt werden.

Ladislaus Shikerete, aus Tuhingireni in Rundu, hat Ziegelsteine aus recyceltem Kunststoff und Sand entwickelt, um das Problem der Abfallentsorgung in der Stadt zu lösen. Shikerete, der zwei Mitarbeiter beschäftigt, forderte die Einwohner von Rundu auf, Plastiktüten nicht auf offenen Flächen wegzuwerfen, sondern sie einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Ihm zufolge können diese Ziegel zum Bau von Häusern oder zur Pflasterung verwendet werden. Er benötigt jedoch Unterstützung, um die Herstellung zu verbessern und zu professionalisieren.

Abiy Ahmed wurde für eine neue fünfjährige Amtszeit als Ministerpräsident vereidigt. In der letzten Amtszeit des Friedensnobelpreisträgers wurden Zehntausende Äthiopier in dem Konflikt in der nördlichen Region Tigray getötet; Hunderttausende sind von einer Hungersnot betroffen. Die Kämpfe haben sich seitdem auf die benachbarten Regionen Afar und Amhara ausgeweitet.  Die Vereinten Nationen verurteilten die von Äthiopien angekündigte Ausweisung von 7 hochrangigen UN-Beamten und äußerten ihre Sorge um 5,2 Millionen Menschen in der Region Tigray, die einer Hungersnot entgegengehen. Einige Oppositionsparteien, vor allem in Abiys Heimatregion Oromia, entschieden sich für einen Wahlboykott und  beschwerten sich, dass ihre Kandidaten verhaftet und ihre Büros verwüstet wurden.

Human Rights Watch (HRW) hat den Einsatz von Kindersoldaten durch die mit dem Islamischen Staat verbundene aufständische Gruppe Al-Shabaab in der nördlichen mosambikanischen Provinz Cabo Delgado verurteilt.  Die bewaffnete Gruppe hat Hunderte von Jungen, einige erst 12 Jahre alt, entführt, sie in Stützpunkten in der Provinz Cabo Delgado ausgebildet und gezwungen, an der Seite von Erwachsenen gegen die Regierungstruppen zu kämpfen. Trotz der Zurückdrängung der Aufständischen gibt es in Cabo Delgado immer noch eine humanitäre Krise. 862.990 Menschen wurden vertrieben 48,2 % von ihnen Kinder. 11 % der Vertriebenen leben jetzt in Umsiedlungslagern, 6 % in provisorischen Unterkünften und 82,7 % bei Gastfamilien.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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