logo Netzwerkafrika

Nigeria wird dieses Jahr einen neuen Kommunikationssatelliten (Sat 2) in die Umlaufbahn bringen, um den Kommunikationsstatus der Nation zu verbessern. Im Jahr 2011 wurde Satelliten Sat1R mit einer Lebensdauer von 15 Jahren, in die Umlaufbahn gebracht. Nigeria hat derzeit einen Kommunikationssatelliten, NigComSat-1R, und einen Erdbeobachtungssatelliten, NigeriaSat-2, in Betrieb, von denen der letzterer funktioniert, obwohl er sein Verfallsdatum überschritten hat. Wenn NigeriaSat-2 ersatzlos ausfällt, wird die Fähigkeit des Landes beeinträchtigen, auf weltraumgestützte Unterstützung für Entwicklung und Sicherheit zurückzugreifen, da der Satellit Informationen über Sicherheit, Landwirtschaft und Verkehr liefert.

Letzten Monat hatte Präsident Erdogan zum 3. großen Afrika Gipfel in Istanbul eingeladen. Vertreter von 36 afrikanischen Staaten waren angereist, darunter 16 Staats - und Regierungschefs, u. a. aus Nigeria, Ruanda und Äthiopien. Letzterer, Abiy Ahmed Ali, war besonders interessiert an den Kampfdrohnen für seinen Krieg gegen die Tigray-Rebellen. Neben Waffenlieferungen und Millionen von Impfdosen ging es auch um Infrastrukturprojekte, sowie Ausbau von Handel, Bildungs - und Gesundheitswesen. Erdogan selbst möchte sich als Gönner auf die Seite Afrikas stellen, zwischen die „alten europäischen Kolonialherren“ und die „neuen Imperialisten aus China“. Dass Afrika selbst interessiert ist, geht daraus hervor, dass die Anzahl türkischer Botschaften in Afrika sich seit 2002 von 12 auf 43 erhöht hat und keine andere außerafrikanische Fluglinie so viele Ziele auf dem Kontinent anfliegt wie „Türkisch Airlines“.

Über hundert Impfgegner aus Ruanda waren in die DR Kongo geflogen, weil sie sich, meist aus religiösen Gründen, nicht dem Impfdruck zuhause beugen wollten. Die meisten setzten in kleinen Kanus auf die kongolesische, im Kiwusee gelegene Insel Idjwi über. Ruandische und kongolesische Behörden haben es inzwischen geschafft, eine Rückführung zu organisieren. Ruanda hat strenge Regeln gegen die Pandemie ergriffen, mit striktem Testsystem und Kontaktnachverfolgung. Verglichen mit anderen afrikanischen Ländern, ist Ruanda mit über 60% geimpfter Bürger fortgeschritten. Nur Geimpfte können öffentliche Verkehrsmittel benutzen und Bars, Restaurants und öffentliche Veranstaltungen besuchen.

Ein reines Frauenteam wird in Yaounde das Männerfußballspiel zwischen Simbabwe und Guinea leiten, das erste Mal, seit es diesen Wettbewerb gibt. Salima Rhadia Mukansanga aus Ruanda ist Schiedsrichterin, Carine Atemzabong (Kamerun) und Fatiha Jermoumi (Marokko) Schiedsrichterassistentinnen und Bouchra Karboubi Videoschiedsrichterin.

South African Airways und Kenya Airways bereiten sich darauf vor, eine formelle Partnerschaft einzugehen, die die Gründung einer panafrikanischen Fluggesellschaft in 2023 vorsieht. Beide Fluggesellschaften stehen unter finanziellem Druck und haben Marktanteile und Flugziele an die Konkurrenz verloren. Uneinigkeit herrscht zwischen Politikern und Fluggesellschaftsbetreibern über die Ausgestaltung der „ formellen Partnerschaft“.  

Eine dänische Fregatte ergreift im Golf von Guinea vier Piraten, doch kein Land will sie vor Gericht stellen - die meisten werden freigelassen. Das Problem ist, dass es kein Auslieferungsabkommen zwischen z. B. Nigeria und Dänemark gibt, aber auch nicht mit Frankreich, Portugal oder Italien. Sicherheitskreise weisen darauf hin, dass in Nigeria einige kriminelle Netzwerke sich auf Piraterie spezialisiert haben. Geschäftsleute, ranghohe Politiker und andere Einflussreiche sind mit daran beteiligt. Italienische Kriegsschiffe geben nun praktisch nur noch Warnschüsse ab, um Piraten zu vertreiben. 2021 wurden weltweit auf hoher See 53 Seeleute gekidnapped - alle im Golf von Guinea. Die Sicherstellung der Schifffahrtsrouten ist wichtig, denn eine Unterbrechung würde die globale Wirtschaft jährlich Milliarden Euro kosten.

Die prominente sudanesische pro-demokratische Gruppe „Kräfte der Freiheit und des Wandels"(CCFFC), hat das Angebot der UNO, eine Lösung für den politischen Stillstand nach dem Militärputsch im Oktober zu vermitteln, unter Vorbehalt angenommen. Die "Sudanese Professionals Association“, hat das Angebot der UN jedoch abgelehnt.

Tansania und Burundi haben ein Abkommen über den Bau einer 900 Millionen Dollar teuren, 282 Kilometer langen Eisenbahnstrecke zwischen den beiden Ländern unterzeichnet und suchen nach Geldgebern für das Projekt.  Tansania wird einen 156 km langen Abschnitt von der Kleinstadt Malagarasi bis Uvinza bauen, während Burundi eine 126 km lange Strecke bis Gitega bauen wird. Tansania plant den Bau einer 2 561 km langen Normalspurstrecke, die den wichtigsten Hafen des Landes am Indischen Ozean, Dar es Salaam, mit dem östlichen und südlichen Hinterland Afrikas verbinden soll. Zusätzlich zu den Verbindungen nach Burundi würde die Bahnlinie den Hafen auch mit dem Osten der Demokratischen Republik Kongo, Sambia, Ruanda und Uganda verbinden. Der Bau des ersten, 1 219 km langen Abschnitts, der Dar es Salaam mit der Stadt Mwanza im Nordwesten Tansanias am Ufer des Viktoriasees verbindet, ist im Gange. Im vergangenen Monat unterzeichnete Tansania einen Vertrag mit dem türkischen Unternehmen Yapi Merkezi über den Bau des letzten Abschnitts dieser Strecke, einer 368 km langen Verbindung zwischen der zentralen Stadt Makutopora und der nordwestlichen Region Tabora.

Mit einem Höchststand der jährlichen Inflation von 18 % im März letzten Jahres und einer Lebensmittelinflation von 23 % hat dieser Anstieg der Lebenshaltungskosten zu dem geführt, was von einigen als "Tütenwirtschaft" bezeichnet wird. Von Babynahrung über Speiseöl bis hin zu Frühstücksflocken werden nun kleinere Portionen verkauft. Nicht nur verarbeitete und industriell gefertigte Waren, sondern auch Frischwaren sind vom Preisanstieg betroffen. Süßkartoffeln werden in Scheiben angeboten und nicht wie früher nur als ganze Knolle. Nach Schätzungen der Weltbank hat die jüngste Inflation weitere 7 Millionen Nigerianer in die Armut getrieben - nun mehr als 100 Millionen Menschen etwa die Hälfte der Bevölkerung.

Der Avocado-Sektor in Kenia ist so lukrativ geworden, dass organisierte kriminelle Banden begonnen haben, die Früchte zu stehlen. Mit den Früchten eines einzigen Baumes kann man die private Ausbildung eines Sekundarschülers für ein ganzes Jahr bezahlen - bis zu 450 Euro. Die Farmer stellen Bürgerwehren auf und versuchen mit Drohnen ihre Bäume zu überwachen. Um den Schwarzmarkt einzudämmen, haben die Behörden ein Ausfuhrverbot für Avocados von November bis Ende Januar verhängt. Zu früh gepflückte Früchte reifen auch nicht nach. Kenia hat Südafrika als größter Avocado Exporteur des Kontinents überholt. In Zukunft wird der Avocado Anbau die Teeplantagen verdrängen.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

­