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  • Westsahara

Als letztes "virusfreies“ Land Afrikas hat Westsahara in der vergangenen Woche das Vorhandensein des Corona Virus bestätigt, nur einige Fälle, doch die WHO warnt, dass die Zahlen steigen werden. Westsahara wird von der AU als 55. Mitgliedsstaat anerkannt, während Marokko das Land zu seinem Hoheitsgebiet zählt. Viele Saharauis leben wegen dem Konflikt zwischen Marokko und der Polisario bereits Jahrzehnte in Flüchtlingslagern in der Wüste. Sie sind sich bewusst, dass das Coronavirus bei der extrem rudimentären Infrastruktur ihres Landes - 600 Paar Handschuhe, 2000 Masken, kein Beatmungsgerät und kaum ein Arzt - eine ernste Bedrohung ist.

  • Tansania

Oppositionspolitiker und Präsidentschaftsanwärter Tundu Lissu ist aus dem Exil in Belgien zurückgekehrt. Auf Lissu, einen ehemaligen Politiker der Hauptoppositionspartei Chadema und Kritiker von Präsident John Magufuli, wurde 2017 16 Mal geschossen. Damals verurteilte Magufuli die Tat; es wurde jedoch nie jemand verhaftet. In Tansania sollen am 28. Oktober Parlamentswahlen stattfinden. Die führenden Oppositionsparteien erwägen, sich hinter einem einzigen Kandidaten zusammenzuschließen, um Magufuli herauszufordern, der eine zweite fünfjährige Amtszeit anstrebt.

  • Mali

ECOWAS (Economic Community of West African States), die 15 Staaten große westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft, schläft einen 4 Punkte Plan zur Lösung der politischen Krise in Mali vor. Wenn er innerhalb 10 Tagen nicht umgesetzt ist drohen Sanktionen. Die M5-RFP-Oppositionskoalition zeigt sich von den ECOWAS-Vorschlägen unbeeindruckt und fordert weiterhin den Rücktritt von Präsident Ibrahim Boubacar Keita.

  • Guinea-Bissau

Die rechtsprechende Kammer der unabhängigen Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA hat Manuel Nascimento, Präsident des Verbandes von Guinea-Bissau (FFGB), für zehn Jahre für jegliche nationale und internationale Fußballtätigkeit gesperrt und zu einer Geldstrafe von 100.000 Franken (rund 93.000 Euro) verurteilt. Ihm wird "Beteiligung und Teilnahme an einem Fall von Mobbing gegen einen Mann in Guinea-Bissau" zur Last gelegt. Videomaterial belegt das Fehlverhalten. Nascimento, ein Loyalist des ehemaligen CAF-Präsidenten Issa Hayatou, strebte im Land eine dritte, vierjährige Amtszeit an.

  • Swaziland

Eine neue innovative App ermöglicht Familienplanung in Eswatini, auch während der Covid-19-Pandemie. Das Welternährungsprogramm (WFP) und das Gesundheitsministerium des Landes haben einen Short Message Service (SMS) entwickelt. Zusammen mit Nahrungsmittelhilfsbotschaften werden diese vom WFP an die Gemeinden gesandt. Die App erinnert Frauen daran, ein Verhütungsmittel zu benutzen. Die Kampagne zielt darauf ab, 80.000 junge Frauen zu erreichen, die durch das WFP-Hilfsprojekt COVID-19 in Eswatini Unterstützung erhalten. Nach offiziellen Angaben hat eine Frau im reproduktiven Alter durchschnittlich 3,2 Kinder.

  • Madagaskar

Die Regierung erklärt, der viel diskutierte "madagassische Kräutersirup" COVID-19 zeige keine Anzeichen für eine wirklich heilende Eigenschaft gegen COVID-19, ist wohl aber gegen Husten wirksam. Der Hauptbestandteil sei derselbe wie Artemisia annua. Im Land werden täglich nun zwischen 500 und 700 COVID-19-Fälle registriert.

  • Äquatorial Guinea

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat die erste türkische Botschaft im Land, in Malabo, eröffnet. "Insbesondere die Freundschaft zwischen Präsident Nguema Mbasogo und Recep Tayyip Erdogan hat geholfen, die Beziehung zwischen den beiden Ländern zu entwickeln", so Cavusoglu.  Im Rahmen des Entwicklungsplans 2035 wurde ein Freihandelsabkommen und der gegenseitige Schutz und die Förderung von Investitionen unterzeichnet. Die türkische Firma Summa hat schon ein Kongresszentrum in Malabo eingerichtet. Cavusoglu dankte der Regierung, „dass die mit der FETO verbundenen Schulen an die Maarif-Stiftung übergeben wurden. Jetzt setzt die Maarif-Stiftung ihre Ausbildung fort, indem sie die Qualität von Tag zu Tag steigert". Der FETO und Fetullah Gulen wird vorgeworfen, den 2016 gescheiterten Putsch in der Türkei inszeniert zu haben.

  • Ghana

Finanzminister Ken Ofori-Atta verlängerte die kostenlose Wasser- und Stromversorgung für weitere 3 bzw. 6 Monate. Die kostenlose Wasserversorgung gilt für alle Wasserverbraucher. Die kostenlose Stromversorgung gilt für Verbraucher mit einem lebenslangen Anschluss. "Es braucht eine fürsorgliche Regierung, die sich für die Menschen und die Unternehmen, ob groß oder klein, einsetzt, um sich dafür zu entscheiden, den Stromverbrauch von 4.086.286 Haushalten und 686.522 Unternehmen innerhalb von drei Monaten mit 50 Prozent zu subventionieren, was 1,02 Milliarden GH¢ kostet“, sagt der Minister. Das Hilfspaket wurde von der Regierung als Reaktion auf die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen der Covid-19-Pandemie geschnürt.

  • Südafrika

Nach einem Kabinettsbeschluss bleiben alle öffentlichen Schulen die nächsten 4 Wochen geschlossen. Offiziell verzeichnet das Land 408.052 Coronavirus-Fälle und mehr als 6.000 Tote, die fünfthöchste Rate der Welt. Der südafrikanische Rat für medizinische Forschung berichtet jedoch von mehr als 17.000 überzähligen Todesfällen zwischen dem 6. Mai und dem 14. Juli. Im Vergleich zu den Daten der vergangenen zwei Jahre, sind dies sind 59 % mehr Todesfälle durch natürliche Ursachen als erwartet. Präsident Ramaphosa kündigte ein "historisches" Sozial- und Wirtschaftshilfepaket in Höhe von 500 Milliarden Rand an, um die Gesundheitsmaßnahmen zu finanzieren und "den Bedürftigsten" zu helfen.

  • Ägypten
  • Äthiopien

Während Äthiopien die erste abgeschlossene Flutung des gigantischen Stausees am Blauen Nil feiert, wütet Ägypten, dass dies ohne gültiges Einvernehmen geschehen ist. Äthiopien wollte die Regenzeit zum Füllen der Becken ausnutzen und lässt sich nicht auf Wassermengen und Fristen festlegen, um durch die zu erwartende Stromversorgung die Entwicklung des Landes voranzutreiben. Ägypten hingegen. das bis zu 97% vom Nil Wasser abhängt, fürchtet, dass seine Felder veröden und die Trinkwasser Brunnen für hundert Millionen Menschen austrocknen. Nachbarstaaten und der UN-Sicherheitsrat versuchen, eine „faire ausgewogene Lösung“ zu erreichen.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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