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  • Botsuana

Eine Änderung eines botswanischen Landgesetzes ermöglich es Frauen, gleichberechtigt neben ihrem Ehemann Land zu besitzen. Vor seiner Änderung hatte die Landpolitik 2015 Ehefrauen davon abgehalten, Land zu besitzen, wenn ihre Ehemänner bereits welches besaßen. Das überarbeitete Gesetz gibt jedem das gleiche Anrecht auf ein Wohngrundstück an einem Ort seiner Wahl, sowohl auf Staats- als auch auf Stammesland. Die neue Politik schützt auch Witwen und Waisen, die einen Haushalt führen. Nach einer Regierungsprüfung sind 53% Frauen von 620.660 Personen auf der Warteliste der Regierung für die Landzuweisung. Die durchschnittliche Wartezeit für Land liege zwischen 10 und 30 Jahren.

  • Mauritius

Der mauritische Premierminister Pravind Jugnauth hat die Briten und Amerikaner wegen ihres Verhaltens gegenüber den Chagos-Inseln als "Heuchler" und "Verfechter der Doppelzüngigkeit" bezeichnet. Die Chagos-Inseln liegen zwischen Madagaskar, Sri Lanka und Indonesien und sind bis heute britische Kolonie. Als die Briten Mauritius 1968 in die Unabhängigkeit entließen, spalteten sie zuvor die Chagos-Inseln administrativ ab. Fast 2000 Bewohner wurden umgesiedelt. Auf der Hauptinsel Diego Garcia errichteten sie eine Militärbasis, die bis 2036 an die USA verpachtet ist. 2019 stimmte die UN-Generalversammlung mit überwältigender Mehrheit für die Rückgabe der Chagos-Inseln - 116 Staaten stimmten dafür, 6 dagegen. Das Vereinigte Königreich erklärt jedoch, den Souveränitätsanspruch von Mauritius nicht anzuerkennen.

  • Sudan

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass der Sudan von der US-Liste staatlicher Terrorismus-Unterstützer gestrichen wird, wenn er eine Entschädigung von 335 Mill. US-Dollar zahlt. Der sudanesische Premierminister Abdalla Hamdok antwortete daraufhin, dass die Gelder zwar überwiesen worden seien, es aber keine sofortige Bestätigung der USA gebe. Der Sudan steht seit 1993 auf der Liste, als Al-Qaida-Führer Osama Bin Laden dort als Gast der Regierung lebte. Für internationale Firmen und Banken würde es einfacher werden, im Sudan Geschäfte zu machen. Auch wäre der Zugang zu multilateralen Geldgebern (z.B. IWF) leichter. Nordkorea, Iran und Syrien stehen noch auf der US-Liste.

  • Simbabwe

Harare steht vor ernsthaften Wasserproblemen. Im vergangenen Monat konnten täglich durchschnittlich nur 319 Megaliter gepumpt werden, bei einem Bedarf von 800 Megalitern. Die wichtigste Kläranlage, Morton Jaffray, musste abgeschaltet werden, denn die Chemikalien zur Wasseraufbereitung waren ausgegangen. Die Gründe für das Problem sind: hohe Kosten für Wasseraufbereitungschemikalien, ein unhaltbares Tarifsystem und eine enorme Verschuldung (über 350 Millionen Dollar) gegenüber Lieferanten von Wasseraufbereitungschemikalien. Die Stadtverwaltung ist hoch verschuldet, obwohl sie Rettungspakete von der Regierung erhalten hat.

  • Namibia

Reconafrica, eine kanadische Öl- und Frackingfirma, hat die Lizenz erhalten, im gesamten Kavongo-Gebiet auf 25.341,33 km2 nach Öl- und Gasvorkommen zu suchen. In 9 km Tiefe vermutet man wertvolle maritime Mineralien und Gesteine. Die Bohrungen sollen im Dezember beginnen, und Reconafrica darf bis 2026  bohren. Finden sich Ölvorkommen, gilt die Lizenz für 25 Jahre. Die Fridays-for-Future-Bewegung (FFF) in Namibia bezeichnet das Vorhaben als „Desaster für die Umwelt“. Das Land ist das zweitgrößte Landschutzgebiet auf der Welt.  Bedroht ist die Heimat der San; gefährdet sind auch die afrikanische Tierwelt und die Trinkwasserversorgung. „Der Kavongo-Fluss ist der einzige Wasserlieferant für das Okavangodelta. Er bringt nicht nur Trinkwasser zu den Menschen, sondern sorgt auch dafür, dass sie Nahrung und Arbeit haben. Mit diesem Projekt vergiften wir nicht nur unser eigenes Wasser in Namibia und Botswana – sondern auch das von Menschen in Simbabwe, Sambia und Angola, die kein Fracking betreiben“, sagt Shikngo von FFF.

  • Afrika

"Mercy Ships" (internationale humanitäre Non-Profit-Organisation) hat ein hochmodernes Spitalschiff vorgestellt, das mit sechs Operationssälen ausgestattet ist. Es wird 2021 seinen Dienst beginnen und schließt sich der 'Africa Mercy' an, die seit 2007 im Einsatz ist. Seit 1990 hat "Mercy Ships" mehr als 30 humanitäre Einsätze in 14 afrikanischen Ländern ausgeführt: Benin, Kamerun, Elfenbeinküste, Kongo, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Madagaskar, Sierra Leone, Senegal, Südafrika und Togo. Es hat mehr als 100 000 kostenlose chirurgische Eingriffe durchgeführt und über 40 000 medizinische Fachkräfte ausgebildet.

  • Südafrika

Die Zukunft der Energieversorgung Südafrikas könnte durch eine Finanzspritze der Vereinigten Staaten von Amerika gestaltet werden. Die United States International Development Finance Corp. verpflichtete sich, NuScale Power LLC, ein US-Kernenergietechnologieunternehmen, bei der Entwicklung eines neuen Kernkraftwerks (2.500 Megawatt) in Mzansi Südafrika zu unterstützen. Sollte das Projekt verwirklicht werden, wäre dies das erste von den USA finanzierte IPP (Unabhängiger Stromerzeuger) in ganz Afrika.

  • Uganda

Uganda hat viele Probleme aber auch viele unternehmensfreudige junge Menschen mit großen Ideen. Unterstützt werden sie von der Social Innovation Academy (SINA), die sie nicht nur in Techniken sondern auch in unternehmerischem Können ausbildet. So haben sie gegen die Malaria Plage eine Moskito- abwehrende Seife erfunden und, im Kampf gegen die Berge von Plastikmüll, 3 Millionen Plastikflaschen in Ziegeln umgewandelt und hundert Häuser damit gebaut. Ihre Ziele und Wege, sie zu erreichen, stecken sich die Jugendlichen selbst. Auch in 2 Flüchtlingslagern haben junge Menschen unter SINA ihre Fähigkeiten entdeckt und wollen zu ihrem Lebensunterhalt beitragen. Im Moment jedoch schränkt die Corona Pandemie ihre Arbeit ein.

  • Nigeria

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hat ein kürzlich unterzeichnetes Gesetz im nigerianischen Bundesstaat Kaduna verurteilt, das harte Strafen für verurteilte Vergewaltiger vorsieht. Nach dem Gesetz werden Männer, die wegen der Vergewaltigung eines Kindes unter 14 Jahren verurteilt wurden, chirurgisch kastriert und erhalten die Todesstrafe. Weibliche Erwachsene, die wegen der Vergewaltigung eines Kindes verurteilt wurden, müssen mit einer Eileiterentfernung und dem Tod rechnen.

  • Afrika

Die Post und das BMZ unterzeichneten ein gemeinsames 30-Millionen-Euro-Projekt, mit dem sie Afrikas Kleinunternehmen stärken wollen.  Die Post mit ihren unter DHL geführten Express-, Fracht- und Lagertöchtern ist das größte Logistikunternehmen in den insgesamt 54 Ländern. 20.000 Mitarbeiter beschäftigt die Post in Afrika; sie will 20 Mill. € investieren, um den Zoll in afrikanischen Staaten zu digitalisieren. Das Unterfangen soll in Marokko gestartet werden, danach in Ruanda; des Weiteren sind Kenia, Ghana und die Elfenbeinküste im Gespräch.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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