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  • Libyen

Deutschland, Frankreich und Italien wollen anhaltende Waffenlieferungen in das Land mit EU-Sanktionen eindämmen. Konkret geht es um 3 Firmen aus der Türkei, Jordanien und Kasachstan und 2 Personen aus Libyen. Seit dem Sturz (2011) von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi herrscht Bürgerkrieg. Die Türkei unterstützt die Regierungstruppen, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland den Gegner General Chalifa Haftar. Versuche den Konflikt zu lösen blieben erfolglos. Für die europäischen Länder ist eine Lösung wichtig, weil die chaotischen Zustände Schlepperbanden begünstigen, die Migranten illegal über das Mittelmeer nach Europa bringen. Im Land gibt viele Arbeitslose; allein rund 50.643 Hochschulabsolventen finden keine Beschäftigung.

  • Südafrika

Südafrikanische Ermittler versuchen, von der deutschen Softwarefirma SAP 23 Mill. Dollar einzufordern, angeblich für unrechtmäßig abgeschlossene Regierungsverträge. SAP äußerte sich nicht zu den konkreten Vorwürfen, erklärte jedoch, "SAP arbeitet weiterhin mit den südafrikanischen Behörden zusammen und bleibt den höchsten Standards der Geschäftsethik verpflichtet".  2018 gab SAP zu, im Zusammenhang mit Softwaregeschäften mit den staatlichen Unternehmen - Energieversorger Eskom und Logistikunternehmen Transnet - mehr als 9 Mill. Dollar an Vermittlerfirmen gezahlt zu haben. Die Zahlungen sollen mit den Guptas, enge Freunde des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma, in Verbindung stehen. Die Guptas haben die Korruptionsvorwürfe dementiert.

  • Mauritius

Das Schiff MV Wakashio, das mit 200 Tonnen Diesel und 3.800 Tonnen Schweröl beladen, auf dem Weg von China nach Brasilien war, blieb auf einem Korallenriff vor der Insel stecken. Premierminister Pravind Jugnauth sagte, das Leck stelle "eine Gefahr" für das Land dar, in dem bereits die Menschen an der Coronavirus-Pandemie leiden. Tausende von Arten rund um die unberührten Lagunen von Blue Bay, Pointe d'Esny und Mahebourg sind in Gefahr, mit schrecklichen Folgen für die Wirtschaft, die Ernährungssicherheit und die Gesundheit der Inselbewohner. Mauritius ist für Ernährung und Tourismus von seinen Meeren abhängig und verfügt über einige der schönsten Korallenriffe der Welt; es ist auch einer der weltweit größten Exporteure von Thunfisch. Wildhüter und Freiwillige haben Dutzende von Babyschildkröten und seltene Pflanzen von der Ile aux Aigrettes, einer Insel in der Nähe der Ölpest, auf das Festland gebracht, um sie zu schützen.

  • Libyen

Nach der gewaltigen Explosion, die ihre Häuser zerstörte, haben libanesische Arbeitgeber ihre afrikanischen Dienstmädchen entlassen. Den gestrandeten Dienstmädchen fehlt das Geld in ihre Heimatländer zurückzureisen. Viele afrikanische Frauen im Libanon und in anderen Ländern des Nahen Ostens, arbeiten unter dem Kefala-System: ihr Einwanderungsstatus ist an ihre Erwerbstätigkeit gebunden. Dieses Beschäftigungssystem macht die Arbeitnehmerinnen anfällig für Missbrauch durch ihre Arbeitgeber.

  • Afrika

Im August 1960 erhielten 9 französische Kolonien ihre Unabhängigkeit. 14 waren es im gesamten Jahr: Benin, Burkina Faso, Côte d'Ivoire, Mali, Niger, Senegal, Togo, Kamerun, Tschad, Kongo-Brazzaville, Madagaskar, Mauretanien, Gabun und die Zentralafrikanische Republik. Die Realität spiegelt eher eine formelle -als eine tatsächliche Unabhängigkeit wider. Afrikanische Länder -auch durch den Kolonialpakt bedingt- gewähren Im Austausch für militärischen Schutz vor Putschversuchen, französischen Unternehmen Zugang zu strategischen Ressourcen wie Diamanten, Erze, Uran sowie Gas- und Ölvorkommen. Nach Großbritannien und den Vereinigten Staaten hat Frankreich den drittgrößten Investitionsbestand in Afrika. Die Jugend in den Ländern lehnt sich gegen den französische Einfluss (Françafrique) auf.

  • Simbabwe

Wegen knappem Personal, mangelnder Schutzausrüstung und den steigenden Corona-Zahlen kann das kleine Team freiwilliger Ärzte und Pfleger u.a. nur 30 Patienten ins Covid- Zentrum aufnehmen. Die anderen müssen abgewiesen werden . Letzte Woche starben, auch in einem Harare Krankenhaus, 7 Babys in einer Nacht . Proteste gegen die Missstände und landesweite Korruption wurden  blockiert, Journalisten verhaftet und Zivilisten geschlagen . Präsident Mnangagwa hat geschworen, all seine Gegner „wegzuspülen“ . Um die Gesundheitsversorgung zu stabilisieren, hat er gestern seinen Vizepräsidenten Constantino Chivenga zum neuen Gesundheitsminister ernannt, nachdem der Skandal um die Beschaffung von Corona - Virus Tests und Schutzausrüstung zur Entlassung seines Vorgängers geführt hatte .

  • Kenia

Eines der sieben Weltwunder - die jährliche Migration von Tausenden von Gnus aus dem Serengeti-Nationalpark in Tansania in das Maasai Mara-Nationalreservat in Kenia wird dieses Jahr weinige Schaugäste haben. Corona hat den Flugverkehr und den globalen Tourismus stark eingeschränkt. Der Bevölkerung sind nun die Einnahmequellen (Eintrittsgebühren für den Park, traditionelle Aufführungen, Ballonsafaris, Lodge-Mieten, Verkauf von Souvenirs etc.) weggebrochen. Für die Einheimischen ist die Nahrungsmittelversorgung ein Problem (kein Geld – keine Lebensmittel),  so verkaufen sie ihr Vieh, die Viehmärkte sind jedoch auch geschlossen. Die Verzweiflung führt zu Wilderei in der Umgebung des Reservats. Die Aufseher befürchten, dass ein größeres Problem am Horizont auftauchen könnte - sie glauben, es sei nur eine Frage der Zeit, bis kommerzielle Wilderer versuchen, die Situation auszunutzen.

  • Afrika

Laut dem 2020 Experten Bericht der FAO ist in den letzten 10 Jahren Afrika zum Brennpunkt der weltweiten Waldverluste geworden . Mit 3,9 Millionen Hektar verlorener Waldfläche hat Afrika den südamerikanischen Kontinent - mit 2,6 Millionen Hektar Verlust pro Jahr - überholt. Der meiste Wald geht in den Tropen verloren . Hauptgrund für die Abholzung ist das rapide Bevölkerungswachstum. Die kleinen Bauern wollen die Existenzgrundlagen für ihre Familien sichern. Die gemeinsame Studie der Aagrarorganisation FAO und des UN - Umwelt Programms Unep stellte fest, dass jährlich fast 10 Millionen Hektar Wald von der Erde verschwinden .

  • Libyen

In ihrem neuen Bericht beklagen das Flüchtlingshilfswerk UNHCR und der Dänische Flüchtlingsrat MMC das Leid der Migranten durch die Sahara. Es sollen doppelt so viele Menschen auf dem Weg zum Mittelmeer an Durst, Erschöpfung und willkürlichen Tötungen sterben als im Meer selbst . Die Dunkelziffer ist erschreckend . Menschen, die lebend an einem libyschen Hafen ankommen. sind traumatisiert durch Misshandlungen, Folter, Zwangsarbeit und sexuelle Ausbeutung . Die Täter sind meist Schmuggler, Menschenhändler und Milizionäre, aber auch Soldaten und Polizisten. Migranten, die es nicht nach Europa schaffen, werden oft von der libyschen Küstenwache nach Libyen zurückgebracht - seit Januar 2020 über 6200 - wo sie oft festgehalten werden. Der italienische UNHCR- Chef fordert ein sofortiges Ende der Grausamkeiten.

  • Afrika

Aus einer in Auftrag gegebenen Studie des Auswärtigen Amts geht hervor, dass mehr als 15,4 Mill. Menschen auf der ganzen Welt Deutsch lernen; in Afrika sind es rund 1,6 Millionen. Vor allem in der Elfenbeinküste und in Kenia wird Deutsch gelernt. Es gibt fast 430.000 ivorische Deutschschüler. In Bongouanou (im Osten der Elfenbeinküste) ist es bereits in der fünften Klasse möglich, Deutsch zu lernen. In Kenia ist Deutsch als Fremdsprache auf dem Erfolgskurs. Nach der Studie hat sich die Zahl der Deutschlerner seit 2015 mehr als verdoppelt. Etwas mehr als 13.000 Menschen lernen aktuell Deutsch. Kenia ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Ostafrika, und viele Touristen besuchen das Land.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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