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In der 2. Runde der gestrigen Parlamentswahl fehlten die Muslimbrüder und die liberale Wafd Partei. Sie hatten der Regierung Wahlbetrug bei der ersten Runde vorgeworfen und boykottierten den zweiten Urnengang. Die Abstimmung soll allgemein reibungslos verlaufen sein, doch die Opposition ist praktisch ausgelöscht. Unabhängige Wahlbeobachter waren nicht zugelassen.
Bei den gestrigen Parlamentswahlen ist ein Sieg für Präsident Mubaraks Nationaldemokraten vorauszusehen. Die Frage ist, wie viel Einfluss die vielfach schikanierten Oppositionsparteien, besonders die Muslimbruderschaft, haben werden. Die Wahl könnte ein Test für die Präsidentschaftswahl 2011 sein. Sollte der seit 1981 regierende Mubarak nicht mehr für eine sechste Amtszeit antreten, gilt sein Sohn Gamal als Favorit.
Israel will nun die schon länger geplante Barriere mit elektrischem Zaun und Überwachungsanlagen errichten. Nachdem der Fluchtweg über das Mittelmeer schwieriger geworden ist, gehen jede Woche hunderte afrikanischer Migranten auf dem einzig möglichen Landweg durch die Sinai-Wüste über die weitgehend ungeschützte ägyptisch-israelische Grenze. Seit Januar 2010 waren es etwa 11,000, die sich nicht durch schießende ägyptische Soldaten und raubende Beduinen abschrecken lassen, weil sie ein besseres Leben suchen. Neben Tausenden anerkannter Flüchtlinge leben in Israel zig Tausende Illegale, besonders in Tel Aviv, das sich „in eine Infiltrantenstadt verwandeln“ könnte.
Im Süden Ägyptens haben Muslime zehn Häuser von koptischen Christen in Brand gesteckt. Der Grund könnte eine angebliche Affäre zwischen einer Muslimin und eines Christen sein. Sicherheitskräfte haben mehrere Jugendliche festgenommen und das Dorf in der Qena Provinz abgeriegelt, um ein Ausbreiten der Gewalt zu verhindern.
Ein New Yorker Museum wird im kommenden Jahr 19 Gegenstände, die wahrscheinlich in König Tutankhamuns Grab gefunden wurden, an Ägypten zurück geben. Das Grab des jungen Pharao wurde 1922 entdeckt. Die Gegenstände hätten Ägypten nie verlassen dürfen.
Während sich immer mehr Anrainerstaaten um das kostbare Nilwasser streiten wird das Wasser in Ägypten immer knapper. Die totale Abhängigkeit vom Fluss, die schnell wachsende Bevölkerung (1,6 Mill. jährlich), die fortschreitende Industrialisierung und die drohende Versalzung des Nildeltas durch aufsteigendes Meerwasser lassen keine Kürzung zu. Doch die Oberanrainer, besonders Uganda und Äthiopien, machen ihre Ansprüche deutlich. Konflikte sind in Zukunft fast unvermeidbar.
Der staatseigene Sender „Nilesat“ hat vorübergehend zwölf Fernsehkanäle gesperrt, weil sie angeblich religiösen Hass, Gewalt und Quacksalberei verbreitet haben. Seit kurzem gibt es auch neue einengende Bestimmungen über das Verschicken von SMS an mehrere Mobiltelefone. Es besteht die Angst, dass Aktivisten von Reform Gruppen Wähler mobilisieren könnten.
Ägyptische Sicherheitskräfte haben zwölf Flüchtlinge aus afrikanischen Staaten an der Grenze zu Israel verhaftet. Die acht Sudanesen und vier Äthiopier wollten in Israel arbeiten Unterstützt von Beduinen haben in den letzten Jahres etwa 10,000 Menschen die Grenze illegal überquert. Seit Beginn des Jahres wurden 24 Afrikaner beim Grenzübertritt getötet. Menschenrechtler verurteilen den gewalttätigen Umgang der ägyptischen Grenztruppen mit den aufgegriffenen Flüchtlingen.
Sobald die Pläne fertig gestellt sind, will Ägypten sich um die Mittel bemühen, bei Port Said einen dreispurigen Tunnel zu bauen. Zur gleichen Zeit sollen die Städte entlang des Kanals und auf dem Sinai entwickelt werden, um bescheidenen Wohlstand und Sicherheit zu schaffen. Verarmte Beduinen haben sich in letzter Zeit Zusammenstöße mit Sicherheitskräften geliefert.
Erlaubnis zum Kirchenbau ist langwierig und selten. Nun darf die koptisch-katholische Kirche in der „Stadt des 6. Oktober“ unweit der Pyramiden das erste christliche Gotteshaus errichten. Kirche in Not will den Bischof von Gizeh unterstützen, damit das Projekt zügig angepackt und finanziert werden kann.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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