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Unverheiratete Männer des Bodi oder Me’en Stammes können sich an einem rituellen Wettbewerb beteiligen, um als Held gekrönt zu werden. Sechs Monate lang werden sie mit Milch und Rinderblut genährt. Dann zeigen sie ihre angeschwollenen Körper der Öffentlichkeit. Der Gewinner bleibt ein gefeierter Held für den Rest seines Lebens.
Die letzten 450 äthiopischen Juden sind von Gondar nach Israel ausgeflogen worden. Im Rahmen des Programms 'Operation Dove's Wings' kamen insgesamt 8000 Mitglieder der Falash Mura Gemeinschaft nach Israel. Seit der Gründung des Staates Israel 1948 sind ungefähr 90.000 äthiopische Juden dorthin ausgewandert.  
Das schwedische Unternehmen H&M, zweitgrößter Textilkonzern der Welt, baut in Äthiopien eine neue Fabrik. Grund sind die schnell wachsenden Lohnkosten in China und die Nähe zu den europäischen Märkten. Die Produktionskosten für Textilien sind in China doppelt so hoch wie in Äthiopien.  
In den Tagen vor den Eid al-Fitr Feierlichkeiten gab es bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen muslimischen Demonstranten und Polizei mehrere Tote. Die Muslime, die 35% der 85 Millionen Äthiopier ausmachen, beschweren sich, dass die Regierung sie benachteiligt und die Wahlen des Islamischen Nationalrats beeinflusst.  
Äthiopien hat begonnen, einen Teil des Blauen Nils umzuleiten, um an der 4,7 Mrd. Dollar Talsperre zu bauen, die schon für manche Konflikte mit den Ländern stromabwärts gesorgt hat. Der Sudan und besonders Ägypten klagen, dass ihre historischen Rechte auf Nilwasser verletzt würden. Äthiopien, das mit dem Blauen Nil das meiste Wasser (85%) stellt, besteht auf der Fertigstellung des Grand Renaissance Stausee, der 6,000 Megawatt Strom für Äthiopien und Nachbarländer produzieren wird. Die Versorgung von 160 Mio. Anrainern des Nils mit genügend Wasser bleibt eine Sorge der Regierungen der Region.
Die äthiopische Aktivistin Bogaletch Gebre erhielt den belgischen King Baudouin Preis für ihre Kampagne gegen die weibliche Beschneidung. Ihre Organisation "Kembatti Mentti Gezzimma" (KMG) konnte in vielen Teilen Äthiopiens die traditionelle Praxis von 100% auf 3% reduzieren.  
In einem staubigen Vorort von Addis Abeba werden „SoleRebels“ (Sohlen Rebellen) hergestellt. Das Besondere: alte Autoreifen und lokale Materialien werden per Hand zu modischen, hochwertigen Schuhen verarbeitet. Mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet, sind sie in den Modemetropolen von New York bis Tokio sehr begehrt. Die Chefin, Tilalum Alemu, war 25 Jahre alt, als sie die Firma vor sieben Jahren gründete. Ihre 300 Beschäftigten - in Zulieferung und Produktion - erfreuen sich eines fairen Gehalts und persönlicher Förderung. 70,000 Paar Schuhe haben inzwischen das Werk verlassen, 99% für den Export, und der Boom geht weiter.
Der überraschende Tod des Regierungschefs Meles Zenawi, der sein Land zu einer der meist florierenden Wirtschaften Afrikas machte, Friedenstruppen nach Somalia schickte, dem Südsudan eine Pipeline zum Golf von Aden versprach und auch in andern Nachbarländern mitmischte, macht die Zukunft der Region ungewiss. Während manche einen Zerfall fürchten, sehen andere eine Chance für die Demokratie, die unter Zenawi mit seinen Zwangsumsiedlungen, Hinrichtungen, vollen Gefängnissen und Verfolgung von Journalisten nicht möglich gewesen wäre.
Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde das verstorbene Oberhaupt der orthodoxen Kirche, Abune Paulos, in Addis Abeba beigesetzt. Der vier Tage später verstorbene Premierminister Meles Zanawi wird am 2. September bestattet. Beide hatten ihre Führungspositionen nach dem Sturz des Diktatur Mengistus 1991 übernommen und eng zusammengearbeitet.  
Ministerpräsident Meles Zenawi starb an einer Infektion in einem belgischen Krankenhaus. Tausende Bürger säumten die Straßen der Hauptstadt bei der Ankunft seines Leichnams. Der 57-jährige Meles stürzte nach einem blutigen Bürgerkrieg 1991 die Regierung Mengistus. Er leistete einen großen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes und nutzte die jährlichen 4 Milliarden Dollar Auslandhilfen effizient. Kritisiert wurde er für seine brutale Unterdrückung der Opposition, von denen nach der letzten Wahl 30000 im Gefängnis landeten. Der Westen unterstützte ihn als Partner im Kampf gegen den islamischen Terrorismus. Bis zu den Neuwahlen 2015 soll der stellvertretende Ministerpräsident, Hailemariam Desalegn, die Regierungsgeschäfte übernehmen.  

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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