logo Netzwerkafrika
  • Afrika

Am 3. Oktober jährte sich zum siebten Mal das schlimmste Boot Unglück auf dem Mittelmeer, bei dem 368 Flüchtlinge vor Lampedusa ertranken. Seit 2013 sind nach UNO Angaben etwa 20.400 Migranten bei der Überfahrt nach Europa im Mittelmeer umgekommen. Man könne nicht hinnehmen, dass Männer, Frauen und Kinder ertrinken, weil es nicht genug Rettungsmöglichkeiten gibt und Helfer gehindert oder gar scharf bestraft werden. Auch sollten die Mittelmeer Anrainer mit der Aufnahme von Boots Flüchtlingen nicht allein gelassen werden, sagt die UNHCR. Obwohl die von Salvini angeordneten harten Strafen entschärft wurden, sind die Seenot Retter immer noch stark eingeschränkt und suchen oft tagelang nach einem sicheren Hafen.

  • Nigeria

Ein neuer Mineralölreformgesetzentwurf wird gegenwärtig in der Nationalversammlung diskutiert. Nach der Verabschiedung soll sich die Umweltverschmutzung in den ölproduzierenden Gebieten des Niger-Deltas reduzieren. Neben einem Verbot der Verwendung von Chemikalien für vorgelagerte Erdölbetriebe soll es einen Umweltsanierungsfonds geben, in den alle in der Region tätigen Ölgesellschaften einzahlen. Nach dem neuen Gesetzesentwurf soll geprüft werden, ob die Antragsteller für Öllizenzen, die Fähigkeiten haben, negative Auswirkungen auf die Umwelt zu sanieren und zu bewältigen.

  • Afrika

Eine Recherche von FIAN beschreibt das Ausmaß des globalen Landraubs. Die Finanzmärkte haben die natürlichen Ressourcen als einen lukrativen Markt entdeckt. Banken, Investmentfonds und superreiche Individuen investieren Billionen von Dollar in Landkäufen, um sie für landwirtschaftliche Monokulturen, Fischzucht, Bergwerke und Immobilien zu nutzen. Sie wickeln ihre Geschäfte über off-shore Finanzplätze ab, um gesetzliche Regeln und Steuern zu umgehen, mit desaströsen Folgen für den Klimawandel und die Umwelt. Die Enteignung der lokalen Bevölkerung führt zu mehr Armut und sozialen Spannungen.

  • Simbabwe

Simbabwe arbeitet an einem Gesetz, mit dem Bürger bestraft werden sollen, die mit ausländischen Regierungen kommunizieren und "nationalen Interessen schaden". Die Regierung behauptet, das vorgeschlagene Gesetz sei vom Logan-Gesetz der Vereinigten Staaten inspiriert. "Der Gesetzentwurf geht von der Verfassungsbestimmung über die Außenpolitik unseres Landes aus, die die Förderung und den Schutz der nationalen Interessen Simbabwes wertschätzt", sagte die Ministerin für Justiz, Recht und Parlamentarische Angelegenheiten, Virginia Mabhiza, gegenüber den staatlich kontrollierten Medien.

  • Kongo-RDC

So sieht es die Ebola -  Überlebende Espérance Nyabintu. Vor einem Jahr tötete das Virus ihren Mann. Gemieden von den meisten ihrer Nachbarn, Freunden und Familie muss sie ihre 10 Kinder allein großziehen. Trotzdem wurde sie noch Sozialarbeiterin  und unterstützt andere geächtete Überlebende. Ihr kleines Haus in Goma, gebaut auf dem schwarzen Lava des Nyiragongo  Vulkanausbruchs in 2002, ist Zufluchtsort für Viele.  Wirksame Impfstoffe und gute medizinische Behandlung haben die Überlebensraten gesteigert, aber die sozialen und emotionalen Auswirkungen von Ebola bleiben noch lange.

  • Republik Togo

Präsident Faure Gnassingbe hat Victoire Tomegah Dogbe, 60, als erste weibliche Premierministerin des Landes ernannt. Frau Dogbe ist im Land respektiert, sie arbeitete für die Vereinten Nationen (UNDP), hatte verschiedene Positionen in der Regierung inne, in jüngster Zeit war sie  Ministerin für Jugend und Entwicklung. Die einst deutsche Kolonie, später unter französischer Herrschaft und seit 1960 unabhängig, zählt ca. 8 Mill. Einwohner.

  • Marokko

Ein als historisch bezeichnetes Verteidigungsabkommen mit dem Titel "Fahrplan für die Verteidigungszusammenarbeit 2020-2030 zwischen dem Königreich Marokko und den Vereinigten Staaten von Amerika" wurde in Rabat unterzeichnet. Das Abkommen stellt die Weichen für eine umfassende Zusammenarbeit im strategisch-militärischen Bereich, bei der Beschaffung von Waffen und Ausrüstung, bei der militärischen Ausbildung in allen Bereichen sowie beim Nachrichtendienst zwischen den beiden Ländern. Für die USA ist Marokko ein wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter.

  • Sudan

Am 3.10.2020 wollen die sudanesische Regierung und die Rebellen ein Friedensabkommen unterzeichnen, um den jahrzehntelangen Krieg zu beenden, in dem Hunderttausende von Menschen gestorben sind. Das Abkommen soll in Juba, der Hauptstadt des benachbarten Südsudan, unterzeichnen werden. Die Beendigung der internen Konflikte im Sudan ist seit der Absetzung des langjährigen Machthabers Omar al-Bashir im vergangenen Jahr inmitten eines Volksaufstandes eine der obersten Prioritäten der amtierenden Übergangsregierung. "Dies ist ein historischer Tag. Wir hoffen, dass die Unterzeichnung die Kämpfe für immer beenden und den Weg für Entwicklung ebnen wird", sagte Suleiman al-Dabailo, Vorsitzender der sudanesischen Friedenskommission.

  • Kamerun
  • Nigeria

Der Jugendverband der Biafra-Nationen, BNYL, hat ein Bündnis mit der südkamerunischen Separatistengruppe Ambazonia geschlossen, um die Abspaltung von ihren jeweiligen Ländern zu vollziehen und unabhängige Nationen zu werden. Beide Gruppen streben in ihren Ländern unabhängige Staaten an.

  • Botsuana

2 einheimische Unternehmen stellen desinfizierende „Biokabinen“ (biobooths) her, die an öffentlichen Plätzen installiert werden können und helfen, das Coronavirus einzudämmen. Ähnliche Durchgangskabinen werden in Indien, Dubai, Russland und Südafrika genutzt. Sie eignen sich für die Aufstellung an den Eingängen von Einkaufszentren, Supermärkten, Banken, Postämtern, Grenzübergängen, Bahnhöfen, Flughäfen und allen anderen Orten. Die Kabinen verwenden ein Desinfektionsmittel auf Wasserbasis, das 99,9 % der Keime abtötet und es soll 4 Tage lang auf Kleidung und Schuhen haften bleiben.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

­