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  • Kenia

Eines der sieben Weltwunder - die jährliche Migration von Tausenden von Gnus aus dem Serengeti-Nationalpark in Tansania in das Maasai Mara-Nationalreservat in Kenia wird dieses Jahr weinige Schaugäste haben. Corona hat den Flugverkehr und den globalen Tourismus stark eingeschränkt. Der Bevölkerung sind nun die Einnahmequellen (Eintrittsgebühren für den Park, traditionelle Aufführungen, Ballonsafaris, Lodge-Mieten, Verkauf von Souvenirs etc.) weggebrochen. Für die Einheimischen ist die Nahrungsmittelversorgung ein Problem (kein Geld – keine Lebensmittel),  so verkaufen sie ihr Vieh, die Viehmärkte sind jedoch auch geschlossen. Die Verzweiflung führt zu Wilderei in der Umgebung des Reservats. Die Aufseher befürchten, dass ein größeres Problem am Horizont auftauchen könnte - sie glauben, es sei nur eine Frage der Zeit, bis kommerzielle Wilderer versuchen, die Situation auszunutzen.

  • Afrika

Laut dem 2020 Experten Bericht der FAO ist in den letzten 10 Jahren Afrika zum Brennpunkt der weltweiten Waldverluste geworden . Mit 3,9 Millionen Hektar verlorener Waldfläche hat Afrika den südamerikanischen Kontinent - mit 2,6 Millionen Hektar Verlust pro Jahr - überholt. Der meiste Wald geht in den Tropen verloren . Hauptgrund für die Abholzung ist das rapide Bevölkerungswachstum. Die kleinen Bauern wollen die Existenzgrundlagen für ihre Familien sichern. Die gemeinsame Studie der Aagrarorganisation FAO und des UN - Umwelt Programms Unep stellte fest, dass jährlich fast 10 Millionen Hektar Wald von der Erde verschwinden .

  • Libyen

In ihrem neuen Bericht beklagen das Flüchtlingshilfswerk UNHCR und der Dänische Flüchtlingsrat MMC das Leid der Migranten durch die Sahara. Es sollen doppelt so viele Menschen auf dem Weg zum Mittelmeer an Durst, Erschöpfung und willkürlichen Tötungen sterben als im Meer selbst . Die Dunkelziffer ist erschreckend . Menschen, die lebend an einem libyschen Hafen ankommen. sind traumatisiert durch Misshandlungen, Folter, Zwangsarbeit und sexuelle Ausbeutung . Die Täter sind meist Schmuggler, Menschenhändler und Milizionäre, aber auch Soldaten und Polizisten. Migranten, die es nicht nach Europa schaffen, werden oft von der libyschen Küstenwache nach Libyen zurückgebracht - seit Januar 2020 über 6200 - wo sie oft festgehalten werden. Der italienische UNHCR- Chef fordert ein sofortiges Ende der Grausamkeiten.

  • Afrika

Aus einer in Auftrag gegebenen Studie des Auswärtigen Amts geht hervor, dass mehr als 15,4 Mill. Menschen auf der ganzen Welt Deutsch lernen; in Afrika sind es rund 1,6 Millionen. Vor allem in der Elfenbeinküste und in Kenia wird Deutsch gelernt. Es gibt fast 430.000 ivorische Deutschschüler. In Bongouanou (im Osten der Elfenbeinküste) ist es bereits in der fünften Klasse möglich, Deutsch zu lernen. In Kenia ist Deutsch als Fremdsprache auf dem Erfolgskurs. Nach der Studie hat sich die Zahl der Deutschlerner seit 2015 mehr als verdoppelt. Etwas mehr als 13.000 Menschen lernen aktuell Deutsch. Kenia ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Ostafrika, und viele Touristen besuchen das Land.

  • Burundi

Eine Petition an den burundischen Präsidenten Evariste Ndayishimiye, von angeblich mehr als 330 burundischen Flüchtlingen im Mahama-Lager haben eine ruandische Regierungserklärung hervorgerufen. Das zuständigen Ministerium erklärt, ohne eine bestimmte Flüchtlingsgruppe oder ein bestimmtes Land zu erwähnen, es sei bereit, eine würdevolle Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer zu erleichtern. In Ruanda gibt es etwa 72.000 Burundi-Flüchtlinge, von denen etwa 60.000 im Lager Mahama im Distrikt Kirehe leben. Nach Angaben des UNHCR waren Ende Juni 2020 mehr als 430.000 burundische Flüchtlinge in der Region verstreut. Tansania beherbergte mit 164.87 Personen die höchste Zahl, die DR Kongo 103.690, Ruanda 72.007, Uganda 48.275, Kenia 13.800, Mosambik 7.800, Malawi 8.300, Südafrika 9.200 und Sambia 6.000 Flüchtlinge.

  • Republik Togo

Eine Untersuchung des Citizen Lab der Universität Toronto ergab, dass führende Kritiker der Regierung in Lomé Ziel eines Hackerangriffs waren; eine WhatsApp-Schwachstelle wurde genutzt. Es sind  der Bischof von Kpalimé Comlan Alowonou, Präsident der Bischofskonferenz in Togo und ein Kritiker von Präsident Faure Gnassingbé; Pater Pierre Marie-Chanel Affognon, ein Priester und Sprecher einer zivilgesellschaftlichen Gruppe namens "Hoffnung für Togo", die die Regierung zur Rechenschaft ziehen will; Elliott Ohin, ein ehemaliger Minister für Staatsreform und Modernisierung und ehemaliger Vorsitzender der Oppositionspartei und Raymond Houndjo, ein Mitglied der Oppositionspartei. Der Zeitpunkt des Angriffs fiel mit weit verbreiteten Protesten gegen Gnassingbé und der Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten zusammen. Die Familie von Gnassingbé regiert seit Jahrzehnten in Togo, und Faure hat 2005 die Nachfolge seines Vaters EyadémaGnassingbé angetreten. Im Februar 2020 sicherte er sich seine 4. Amtszeit nach Wahlen, die die Opposition als Wahlbetrug betitelte.

  • Tansania

Kenya Airways kann wieder nach Tansania fliegen.  Die tansanische Zivilluftfahrtbehörde (TCAA) hatte Flüge der Kenya Airways "auf der Grundlage der Gegenseitigkeit" verboten, nachdem die kenianische Regierung beschlossen hatte, Tansania nicht in eine Liste von Ländern aufzunehmen, deren Passagiere bei der Wiederaufnahme kommerzieller Flüge nach Kenia einreisen dürfen. Das Verkehrsministerium ließ nun verlautbaren, dass die Beschränkungen auf "gegenseitiger Basis" aufgehoben sind. Präsident John Magufuli erklärte das Land im Juni frei von Coronaviren und dankte Gott und den Gebeten der Bürger für das, was er als Niederlage des COVID-19 bezeichnete. Das Auswärtige Amt hält seine Reisewarnung für Tansania jedoch aufrecht und es gibt berechtigte Zweifel an Magufulis Aussage.

  • Namibia

Präsident Hage Geingob bestimmte, dass die Schulen ab dem 4. August für 28 Tage, zum zweiten Mal innerhalb von vier Monaten geschlossen werden. Der Präsenzunterricht für die Klassen 10, 11 und 12 wird jedoch fortgeführt. Die öffentliche Versammlungsfreiheit wird von 250 auf 100 Personen begrenzt. Alkohol darf nur zu Hause konsumiert werden. Die Regeln für internationale Touristen werden jedoch gelockert. Sie müssen nach ihrer Einreise nicht mehr 14 Tage in Quarantäne, sondern einen negativen Gesundheitstest  (PCR) vorlegen, der nicht älter als  72 Stunden ist. Danach müssen sie jedoch 7 Tage lang an ihrem ursprünglichen Zielort im Land bleiben. Während dieser Zeit wird ein Test durchgeführt, ist das Ergebnis negativ können die Touristen ihren Urlaub fortsetzen.

  • Elfenbeinküste

Verteidigungsminister Hamed Bakayoko, wurde zum Premierminister ernannt, nachdem er seit dem plötzlichen Tod von Amadou Gon Coulibaly am 8. Juli als Interimspremierminister fungierte. Er gilt als enger Mitarbeiter von Präsident Alassane Ouattara und Stütze des herrschenden Regimes. Seit 2017 leitet er das Verteidigungsressort, nachdem er ab 2011 Innenminister war. Die Präsidentschaftswahlen am 31.  Oktober 2020 werden nach Jahren der politischen Turbulenzen im Land voller Spannungen sein.

  • Burundi

Der Internationale Währungsfonds hat ein Entschuldungspaket im Wert von 7,63 Mill. US$ für Burundi bewilligt. Der gesamte Schuldenerlass des IWF beläuft sich nun auf 251,24 Milli. US$, die 28 Entwicklungsländern gewährt werden. Der IWF-Schuldenerlass soll dazu beitragenden den Gesundheitssektor zu stärken, und durch die Covid-19-Pandemie wirtschaftlichen Folgen zu mildern", heißt es in einer Erklärung des IWF.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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