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  • Guinea
Guinea – Nach einem stark umstrittenen Referendum über eine neue Verfassung hat Präsident Alpha Conde diese in Kraft gesetzt. The Opposition befürchtet, dass der 81-jährige Conde die Maßnahme als Vorwand nehmen wird, um sich selbst eine dritte Amtszeit zu ermöglichen. Conde war 2010 der erste demokratisch gewählte Präsident in einem Land, das eine lange Geschichte von Militärputschen und Unruhen hat. Die Opposition boykottierte das Referendum und die USA und Europa bezweifelten die Gültigkeit der Wahl.
  • Uganda
Uganda – Während die ugandische Regierung im ganzen Land die Schulen geschlossen und religiöse Versammlungen verboten hat, um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, setzen Multinationale Konzerne Gewalt ein, um Gemeinden zu enteignen. Mehr als 35.000 Menschen aus 20 Dörfern werden nun vertrieben. Die Regierung sagt, dass es sich bei dem umstrittenen Gebiet um unbesetztes öffentliches Land handelte, aber die Einwohner behaupten, dass in 2012 Präsident Museveni ihnen erlaubte, sich auf dem Land niederzulassen. Agilis Partners, ein US-Unternehmen, Great Season, eine Firma im Besitz sudanesischer Staatsbürger, und Kiryandongo Sugar Limited haben das Land in Pacht erworben, um großflächige Landwirtschaft zu betreiben.
  • Kenia
Kenia – Der Feigenkaktus breitet sich immer weiter aus und erstickt dabei andere Gräser und Sträucher. Durch seine Stacheln ist er für das Vieh gefährlich, auch wenn seine Frucht süß ist. Die Farmer verlieren sehr viele Schafe und Ziegen, auch überwuchert er tausende Hektar von Weideland. Auf der Makurian-Ranch wird nun, alle 2 Wochen, aus ca. 40 kg Kakteen Biogas gemacht. Das Gas wird gelagert und zum Kochen verwendet, den Abfallschlamm nutzt man als Dünger. Dadurch wird die Pflanze genutzt und man hofft sie so einzudämmen. Frauen verdienen durch den Verkauf der ausgegrabenen Kakteen und dem Biogas Geld; und so entsteht ein doppelter Nutzen.
  • Ghana
Ghana – Das ghanaische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das den Gebrauch von Cannabis für Gesundheits- und Industriezwecke legalisiert, aber dem Narcotics Control Board (NACOB) des Landes die Aufsicht über den industriellen Hanf übertragen hat. Das Land schließt sich einer Bewegung vieler afrikanischer Länder an, welche den wirtschaftlichen und ökologischen Wert von Cannabis anerkennen.
  • Sierra Leone
Sierra Leone – Die Regierung hob ein seit 2015 geltendes Schulverbot für schwangere Mädchen und junge Mütter auf. Westafrikas oberstes Gericht hatte entschieden, dass die Mädchen diskriminiert und ihre Menschenrechte verletzt wurden. Teenagerschwangerschaften sind in Sierra Leone ein großes Problem. Die UN-Kinderorganisation Unicef stellte 2015 fest, dass 40% der Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet sind. Sierra Leone ist eine sehr traditionelle Gesellschaft; weibliche Genitalverstümmelung ist weit verbreitet, und ebenso der Widerstand der Traditionalisten, sie zu stoppen.
  • Burkina Faso
Burkina Faso – Die Menschen sind gleichzeitig mit zwei Krisen konfrontiert. Die täglichen Angriffe von dschihadistischen Gruppen haben das ganze Land destabilisiert. Es ist ebenso wenig vorbereitet auf die rapide Ausbreitung des Coronavirus. Sechs Minister und zwei Botschafter wurden positiv getestet. Zur Behandlung von Corona Patienten steht nur ein Krankenhaus mit 500 Betten und nur ein Testlabor zur Verfügung. Am meisten gefährdet sind die Hunderttausende von Binnenflüchtlingen, die in völlig überfüllten Lagern leben, oft ohne Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen.
  • Kamerun
Kamerun – Die Regierung von Kamerun und die Southern Cameroons Defence Forces (SOCADEF), eine bewaffnete Gruppe der Ambazonianer, stimmten dem Aufruf der Vereinten Nationen zu, einen Waffenstillstand, wegen des Ausbruchs des Coronavirus im Land, zu vereinbaren. Eine 14-tägige Waffenruhe wurde vereinbart, damit die Menschen sich auf das Coronavirus testen und behandeln lassen können
  • Tunesien
Tunesien – Die arabische Welt hat zum ersten Mal in der Geschichte eine Banknote mit dem Abbild einer Frau herausgegeben. Die erste muslimische Ärztin in Nordafrika, Dr. Tewhida ben Sheikh, ist auf der neuen 10-Dinar-Banknote aus Tunesien abgedruckt. Die Gynäkologin war als „die Ärztin der Armen" bekannt.
  • Namibia
Namibia – Afrikas oft überalterte politische Eliten zeigen wenig Interesse an einer aktiven Partizipation der jungen Generation in politischen Prozessen. Der namibische Präsident Hage Geingob erntete viel Applaus, als er die 23-jährige Emma Theofilus zur Ministerin für Information und Technologie ernannte. Sie war schon die jüngste Abgeordnete im Parlament.
  • Südafrika
Südafrika – Die südafrikanische Privatschulgruppe Curro will an ihren Schulen 3D-Drucker einsetzen, um Mundschutzmasken für medizinisches Personal herzustellen. Das Land hat die meisten Corona-Fälle in Afrika. Die Regierung hat eine der weltweit härtesten Ausgangssperren verhängt: 21 Tage lang dürfen 57 Mill. Südafrikaner ihr Zuhause lediglich für Arztbesuche und Einkäufen verlassen. In den Townships bahnt sich wegen der miserablen Verhältnisse eine Katastrophe an.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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