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  • Senegal
Senegal – Senegal, eine der größten Volkswirtschaften Westafrikas, beendete einseitig sein Doppel-Nichtbesteuerungsabkommen (DBA) mit Mauritius. Die Regierung behauptet, über 17 Jahre hinweg seien dem Land 257 Millionen Dollar an Steuereinnahmen entgangenen. Mauritius gehört zu den 10 besten Steuerparadiese; ihrer Rangfolge nach: Bahamas, Andorra, Monaco, Bulgarien, Panama, Mauritius, Dubai, Guernsey, Cayman Islands, Schweiz.
  • Tansania
Tansania – Die Regierung hat eine Ausfuhrgenehmigung für 277 Container voller Gold- und Kupferkonzentrate erteilt. Steuerstreitigkeiten zwischen der Regierung und der in Kanada ansässigen Barrick Gold Corp. hatten seit 2017 die Ausfuhr verhindert. Nun wurde ein Abkommen unterzeichnet, in dem die Regierung Anteile an den drei Goldminen des Unternehmens im Land übernimmt. Die beiden Parteien gründeten außerdem ein neues Joint Venture, Twiga Minerals Corporation ("Twiga Minerals").
  • Lesotho
Lesotho – Premierminister, Thomas Thabane der unter Mordverdacht steht, sollte auf Vermittlung von Südafrika einen „würdigen“ Abgang haben. Weil Thabane aber nicht abtreten wollte, löste die Regierung vergangene Woche das Parlament auf. Nun ist er zurückgetreten, sein Nachfolger soll der bisherige Finanzminister Moeketsi Majoro werden. Formal steht, ohne politische Macht, König Letsie III.an der Spitze des Landes. Das „Königreich im Himmel“ meldete als letztes Land Afrikas einen Coronavirus-Fall.
  • Kongo-RDC
Kongo - DRC – Kämpfer der Miliz der Kooperative für die Entwicklung des Kongo (CODECO), die sich aus Kämpfern der ethnischen Gruppe der Lendu zusammensetzt, griffen das Dorf Hema in der Provinz Ituri an und töteten mindestens 20 Zivilisten. Die Angreifer flohen, nachdem Friedenstruppen der Vereinten Nationen in dem Dorf angekommen waren. Die Milizen eröffneten jedoch später das Feuer auf eine nahe gelegene UN-Basis. Dies ist der jüngste Vorfall einer Welle ethnischer Gewalt. In den letzten 2 Monaten wurden 200.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Die Mitglieder von CODECO stammen hauptsächlich aus der ethnischen Gruppe der Lendu, (überwiegend Bauern). Sie geraten ständig in Konflikt mit der Hema-Gemeinschaft (Händlern und Hirten) in Ituri. Die Provinz Ituri ist reich an natürlichen Ressourcen, darunter Gold, Diamanten und Coltan.
  • Südafrika
Südafrika – Seit dem Verbot von Alkoholverkauf im Rahmen der Corona Restriktionen im März greifen viele Menschen um Kapstadt zum Selbstbrauen. Die allgegenwärtige Ananas, Ingwer, Hefe und Zucker ergeben in nur 3 Tagen ein herzhaftes Bier. Trotzdem sind die Menschen froh über die Ansage von Präsident Ramaphosa, dass nach der vorgesehenen Lockerung ab 1. Juni der Alkoholkonsum zu Hause unter strengen Auflagen wieder erlaubt wird.
  • Kenia
Kenia – Malaria ist nach wie vor eine der Haupttodesursachen in Entwicklungsländern. Etwa 400.000 Menschen, vor allem Kinder, sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr an Malaria. Forscher versuchen seit Jahren, einen Impfstoff zu entwickeln - und haben dabei auch erste Erfolge. Doch Wissenschaftler in Kenia haben jetzt einen anderen Weg entdeckt, Malaria einzudämmen. "Wir haben diese neue Mikrobe in Malaria Moskitos gefunden. Sie macht die Moskitos nicht krank. Aber wenn sie diese Mikrobe in sich tragen, können sie keine andere mehr aufnehmen - das heißt, auch nicht die Erreger, die Malaria übertragen. Moskitos werden so resistent gegenüber Malaria", erklärte Dr Jeremy Herren, vom International Centre of Insect Physiology and Ecology (ICIPE) in Nairobi.
  • Tansania
Tansania – Avocados, eine vielseitig nutzbare Frucht werden in Europa immer populärer. Tansania exportiert jetzt sehr erfolgreich steigende Mengen des „grünen Goldes“ nach Europa. Einer der Initiatoren ist Steven Mlimbila, der seine Firma mit ein paar Setzlingen begann, mehr Land aufkaufte und heute stolzer Besitzer einer Avocado Plantage mit 2000 Bäumen ist. Der Export ist 2019 auf 9000 Tonnen mit einem Wert von 12 Millionen Dollar gestiegen. Der Nachteil von Avocado ist, dass der Anbau enorm wasserintensiv ist. Advocado braucht 1000 Liter Wasser pro Kilo.
  • Sudan
Sudan – Premierminister Abdalla Hamdok hat sich geweigert, ein von den USA ausgehandeltes Abkommen über die Wassernutzung für den äthiopischen „Renaissance Staudamm“ zu unterzeichnen, weil viele technische und legale Probleme über die ökologischen und sozialen Folgen noch ungelöst seien. Die Füllung des Mega-Staudamms könnte für Ägypten ein großes Problem werden. Schon der Bau des Aswan-Damms 1971 hatte negative Auswirkungen auf das Ecosystem des Nildeltas, der Kornkammer Ägyptens. Experten befürchten, dass die enormen Wassermengen, benötigt um den neuen Staudamm aufzufüllen, die Fruchtbarkeit des Deltas weiter verschlechtern könnte.
  • Senegal
Senegal – Präsident Macky Sall hat zugestimmt, die Leichen der Bürger, die im Ausland an Covid-19 gestorben sind, zurückkehren zu lassen. Die Rückführungen wurden im April verboten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Länder wie Frankreich, Italien und die Vereinigten Staaten wurden mit zahlreichen Leichen in Ungewissheit gelassen. Im Senegal wird ein religiöses Begräbnis am Geburtsort als eine Notwendigkeit angesehen. Verzweifelte Familien hatten gegen das Rückführungsverbot gekämpft.
  • Marokko
Marokko – Angst vor Corona, der Stillstand der spanischen Wirtschaft und ständige Polizeikontrollen drängten etwa hundert Marokkaner, nach Hause zu flüchten. Sie waren wieder auf Schleuser angewiesen; nur kostete die Rückreise das fünffache der gefährlichen Fahrt nach Spanien: statt 1000€ jetzt 5400€ pro Person. In der spanischen Nordafrika Exklave Ceuta, nur durch einen hohen Zaun von Marokko getrennt, versuchen immer wieder Geflüchtete schwimmend zurück in ihre Heimat zu gelangen, während afrikanische Migranten in den marokkanischen Wäldern unter unmöglichen Bedingungen auf eine Chance warten, diesen Zaun zu überwinden, um nach Europa zu kommen.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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