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Frauen und Wasser

 

"Der Mangel an Wasser hält uns arm."
"Frauen sind Sklavinnen des Wassermangels"

(Aussagen einer Frau aus Kenia)

 

Wasser und Frauen
Wasser und Frauen

 

TAGESABLAUF EINER FRAU IN UGANDA

 

ohne Wassertank

Uhr

mit Wassertank

Aufstehen,
Wasserholen

6

 
  7 Aufstehen, Duschen, Hausputz
  8 Gang zum Feld
Rückkehr vom Wasserholen 9  
Gang zum Feld 10  
Rückkehr vom Feld 11 Rückkehr vom Feld
Essensvorbereitung 12 Essensvorbereitung
Wasserholen 13 Ruhepause und Dusche
  14 Gang zum Feld
  15  
Rückkehr vom Wasserholen 16  
  17 Rückkehr vom Feld
Hausarbeit 18 Hausarbeit
Vorbereitung des Abendessens 19 Vorbereitung des Abendessens
Abendessen 20 Abendessen
  21 Zeit für eigene Toilette und Extraarbeit
Schlafengehen 22 Schlafengehen

Wasser und funktionierende sanitäre Anlagen sind Dinge, die wir für normal in unserem täglichen Leben ansehen. Wir können uns kaum ausmalen, wie es in unseren Häusern aussehen würde ohne fließendes Wasser zu haben. Wie könnten wir waschen, kochen, putzen oder duschen?

In den armen Ländern Afrikas sind zumeist die Frauen und Kinder für die Wasserbeschaffung zuständig. Sie müssen täglich viel Zeit und Kraft darauf verwenden, über lange Distanzen hinweg Wasser für den täglichen Bedarf der Familie heranzuschaffen. Besonders in Trockenzeiten müssen Frauen und Mädchen viele Kilometer laufen. In Plastikeimern, Kanistern oder schweren Tongefäßen, die leer schon etliche Kilo wiegen, tragen viele bis zu 25 Liter zur gleichen Zeit. Wasser holen ist Schwerstarbeit. Wir können uns ausrechnen, wie oft eine Frau lange Wege gehen und schwer schleppen muss, um alle Familienmitglieder mit Wasser zu versorgen bei einem täglich durchschnittlichen Verbrauch von 50 Litern pro Person zum Kochen, Trinken und Waschen. Mehrere Stunden täglich sind Frauen und Mädchen in der Regel mit der Wasserversorgung beschäftigt. Diese Zeit und Kräfte könnten besser eingesetzt werden.

 

In ländlichen Gebieten geschieht die traditionelle Wasserversorgung durch

  • Tümpel und Teiche (gleichzeitig Viehtränke)
  • Von Hand gegrabene Brunnen ohne Räder und Ziehbrunnen
  • In Senken gegrabene Wasserlöcher
  • Natürliche Seen
  • Flüsse und Wasserläufe.

Durch den Bau eines Brunnens vor Ort können für die dörfliche Bevölkerung wertvolle Verbesserungen erzielt werden:

  • Die Menschen haben sauberes Trinkwasser.
  • Die körperlich anstrengende und zeitraubende Tätigkeit der Frauen wird verringert.
  • Mädchen und Frauen können Ausbildungsangebote annehmen oder regelmäßig die Schule besuchen.
  • Die Gesundheitssituation wird verbessert.
  • Das Dorf gewinnt an Attraktivität auch für Jugendliche, die sonst in großer Zahl in die Städte abwandern.
  • Gemüsegärten können angelegt und folglich die Ernährung verbessert werden.

Es wäre extrem dumm, solche Frauen, die wie fast überall in der Welt für Wasser im Haushalt verantwortlich sind, nicht in die Konzeption und Planung von Wasserversorgung einzubeziehen. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass die Wasserversorgung wirklich gut funktioniert, wenn Gender Aspekte berücksichtigt sind (das heißt übrigens Frauen und Männer). Es gilt, alle stakeholder aus allen wichtigen sozialen Schichten mit ihren Interessen einzubeziehen.

Bei aller methodischen Kompetenz sollte nicht vergessen werden, dass die Leute immer schon Wasser gebraucht und das auch immer organisiert haben. Warum nicht auf traditionellem Wassermanagement aufbauen? D.h. auch dezentral die Lösung finden und diese weiterentwickeln, statt standardisierte Konzepte den Nutzern überzustülpen.

Viele Entwicklungsprojekte zeigen exemplarisch, dass es möglich ist, das Recht aller auf Wasser zu verwirklichen durch die Unterstützung von lokalen Initiativen, die z. B. mit einfachen Mitteln kleine Staubecken und Brunnen errichten.

 

Lokales Wasserprojekt in Kenia

In Kenia (Laikipia -Distrikt) haben Sparvereine von Frauen den Bau von Regenwassertanks entdeckt. Dies hat sich sehr schnell im Distrikt verbreitet. Frauen sparen nicht nur zusammen für den Regenwassertank, sondern bauen ihn auch zusammen. Laikipia hat sich dadurch von einer hoffnungslosen Gegend zu einem Vorbild für Afrika entwickelt. Aus verschiedenen Ländern kommen Interessierte dort hin, um Technik und Organisation der Regenwassernutzung zu sehen.