Millenniumentwicklungsziele MDGs - Ziele der deutschen EntwicklungszusammenarbeitKurz
nach der Verabschiedung der Millenniumsentwicklungsziele legte die
Bundesregierung als Umsetzungsstrategie das Aktionsprogramm 2015 vor.
Das AP 2015 bekräftigt „die Armutsbekämpfung als Querschnittsaufgabe
aller Politikfelder und als überwölbende Aufgabe der deutschen
Entwicklungspolitik.“
Ziele und Strategien des BMZ
Das
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) will sich in
der Darstellung seiner Politik bei der Umsetzung auf folgende Prinzipien stützen: Ausrichtung der EZ auf die nationalen Armutsbekämpfungsprogramme der Partnerländer.
- Im
Rahmen der PRSP- Programme des Internationalen Währungsfonds haben HPIC
Länder bereits ein Armutsbekämpfungsprogramm erarbeitet. Die
UN-Konferenz Millennium + 5 hat alle Länder aufgefordert, Programme zur
Umsetzung der MDGs zu erarbeiten. Diese sollen Grundlage der deutschen
EZ werden.
Die Unterstützung dieser Länder bei der Optimierung und Umsetzung ihrer nationalen Strategien durch Fortbildungs- und Beratungsmaßnahmen für
- Politikberatung für Ministerien und Entscheidungsträger
- Regional-, Distrikt- und Kommunalverwaltungen
- Akteure und Organisationen der Zivilgesellschaft
- Private Unternehmen und Institutionen.
Bessere Zusammenarbeit mit anderen GebernDie
Entwicklungsprogramme verschiedenster Geber sind oft wenig koordiniert
und daher wenig effizient. Das BMZ will dafür die Beschlüsse der
„Pariser Erklärung“ der EU-Staaten zur Effizienz der Entwicklungshilfe
umsetzen. Dabei will das BMZ
- Eine bessere internationale Arbeitsteilung bewirken.
- Die spezifischen Stärken der deutschen EZ nutzen
z.B. im Bereich Wasser, Erneuerbare Energien, Kleinkredite - Eine stärkere Konzentration auf weniger Schwerpunkte und Partnerländer bewirken.
- Wirkungsorientierung und Effizienz
Da
die verfügbaren Gelder gering sind im Vergleich zur Größe der Aufgaben,
soll vor allem die Qualität der EZ verbessert werden. Partnerländer und
Geber sollen ihre Politiken, Strategien und Maßnahmen konsequent an den
Wirkungen orientieren und Akteure ihre Arbeitsweise optimieren. Darüber
hinaus sollen bessere Instrumente der Wirkungsanalyse und des
Monitoring entwickelt werden durch den Ausbau von statistischen
Kapazitäten und Monitoring Systemen.
- Bessere Kohärenz
“Die
Reduzierung der weltweiten Armut ist nicht länger allein Aufgabe der
Entwicklungsministerien und –institutionen, sondern fällt auch in die
Verantwortung anderer Politikfelder. Sie erfordert daher eine
entwicklungspolitisch kohärente Politik der gesamten Regierung.“ Dies
ist angesichts knapper Finanzressourcen, steigender Arbeitslosigkeit
und der Sicherung des Wirtschaftsstandortes ein schwieriger Prozess. Quelle: BMZ : Mehr Wirkung erzielen – Die Ausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik auf die Millenniums-Entwicklungsziele. September 2005
Kritik der Zivilgesellschaft
Seitens der Zivilgesellschaft wird die MDG-Orientierung Deutschlands kritischer gesehen.
1. Die öffentliche Entwicklungshilfe Deutschlands ist immer noch miserabel,
lag 2004 bei 0.28% und ist auf 0.35 des BNP gesteigert worden, weit
entfernt von den 0.7%, die für eine Verwirklichung der MDGs nötig
wären. Dieser scheinbare Erfolg bleibt problematisch, weil ein Großteil
der Steigerung lediglich durch eine Anrechnung der Entschuldung (z.B.
der Irakschulden von Sadam Hussein) auf die Entwicklungshilfe erreicht
wird, also keinen echten Mehrwert für die meisten Entwicklungsländer
bedeutet.
2. Wenn man die Positionen des Wirtschaftsministeriums zur Doha-Runde der WTO betrachtet, kann von einer Kohärenz zwischen Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik
keine Rede sein. Nach Einschätzung vieler entwicklungspolitischer
Organisationen ist der entwicklungsfreundliche Diskurs der EU und
seiner Mitgliedsstaaten reine Rhetorik, die von den tatsächlichen
Verhandlungspositionen bei der WTO und bei den EPA-Verhandlungen nicht
gedeckt ist.
3. Der Begriff von Armutsbekämpfung wird vom BMZ so weit gefasst, dass darunter fast alles untergeordnet werden kann. Die Ausgaben, die direkt den Armen zugute kommen, sind dabei eher gering.
4. Bei einer konsequenten Verwirklichung der MDGs müsste sich die Bundesregierung entschieden engagieren für: - Entwicklungsfreundliche Positionen bei der Doha-Runde der WTO
- Eine Neuorientierung der EPA Verhandlungspositionen
- Ein Infragestellen der Konditionalitäten des IWF
- Eine Demokratisierung der Internationalen Finanzinstitutionen und der WTO
- Ein unabhängiges Schiedsverfahren für Schuldnerländer
- Die Einführung einer Transaktionssteuer und einer Kerosinsteuer zu Gunsten die Entwicklungsfinanzierun
„Das
Arbeitsprogramm 2015 bekräftigt die Armutsbekämpfung als
Querschnittsaufgabe aller Politikfelder und als überwölbende Aufgabe
der deutschen Entwicklungspolitik.“ BMZ |
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