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WIE LEBEN KINDERSOLDATEN?

 

Quelle: Unicef
Quelle: Unicef

 

Rekrutierung

In mehreren Konflikten Afrikas haben sowohl die Regierungstruppen wie auch bewaffnete Oppositionsgruppen Kindersoldaten in großer Zahl angeworben und eingesetzt, ungeachtet öffentlicher Versprechen und Erklärungen.

  • Manche Kinder und Jugendliche melden sich freiwillig, weil sie ohne Arbeit und Geld sind. Sie sehen keine andere Möglichkeit zu überleben. Eine Waffe gibt ihnen ein Gefühl der Macht.
  • Wenn die Familie im Krieg umkommt, haben Kinder oft keine andere Wahl, als sich einer bewaffneten Gruppen anzuschließen.
  • Regierungen rekrutieren Kinder mit falschen Versprechen.
  • Oppositionsgruppen entführen Kinder aus Schulen und Dörfern. Die 'Lord's Resistance Army' in Uganda hat im Laufe der Laufe Tausende von Kindern verschleppt. Kinder wurden gefoltert, bedroht, sexuell missbraucht und selbst als Sklaven verkauft im Austausch gegen Waffen. Manchmal werden Kinder gezwungen, Mitglieder der eigenen Familie zu töten, um ihnen so eine Rückkehr unmöglich zu machen.

 

Ausbildung und Einsatz

Kinder beginnen mit der Teilnahme an Konflikten oft schon im Alter von sieben Jahren. Manche fangen als Träger oder Nachrichtenboten an, andere als Spione. Weil sie meist als "Wegwerfartikel" betrachtet werden, erhalten sie wenig oder überhaupt keine militärische Ausbildung, bevor sie in die Frontlinie geschickt werden. Im Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien wurden Tausende von Jugendlichen in die Minenfelder getrieben. Sobald sie alt genug sind, um ein Sturmgewehr oder eine halbautomatische Waffe zu bedienen (10 Jahre), werden die Kinder als Soldaten eingesetzt. Wenn sie nicht aktiv am Kampf teilnehmen, findet man sie meist als Besatzung von Kontrollpunkten; erwachsene Soldaten stehen dann etwas 15 Meter hinter den Schlagbäumen, so dass im Fall eines Schusswechsels die Kinder die ersten Opfer sind. Ihre Unreife verleitet sie dazu, übertrieben hohe Risiken einzugehen.

Mädchen als Soldaten

Auch Mädchen werden als Soldaten eingesetzt, allerdings ist ihre Zahl meist geringer als die der Jungen. In Afrika sind bis zu 30% der Kindersoldaten Mädchen. Ebenso wie viele Jungen sind Mädchen oft zu einer der Kampfparteien gestoßen, weil sie irgendwo Schutz suchten. Sie müssen kochen, aber werden auch in Kampfeinsätze geschickt. Oft werden sie gezwungen, Frauen von Rebellenkommandeuren zu werden, sogenannte "Kriegs-Frauen". Mädchen sind oft Opfer der Kindersoldaten selbst, die sie als 'Belohnung' für mutigen Einsatz vergewaltigen dürfen. Besonders schlimm ist das Schicksal der Mädchen, wenn sie ein Kind bekommen und dann nach dem Krieg von ihren Familien nicht mehr akzeptiert werden.

"Wir verbrachten die Nächte ohne Schlaf, wenn wir nach dem Feind Ausschau hielten. Meine erste Aufgabe war, eine Taschenlampe für erwachsene Rebellen zu tragen. Später hat man mir gezeigt, wie man Handgranaten gebraucht. Es dauerte keinen Monat, dann trug ich eine AK-47 oder sogar eine G3! Es war traurig zu sehen, wie Leute getötet wurden. Aber manchmal hatte wir auch Spaß daran, weißt du, im Schusswechsel mit den Militärs. Ich habe meinen Vater und meine Brüder im Kampf verloren und ich sagte mir, ich hätte keine andere Wahl, als es zu tun."

(Sylvester, 12 Jahre, Burundi 1993)