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Netzwerk Afrika  > Themen  > Kindersoldaten
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WARUM GIBT ES KINDERSOLDATEN?

 Über 300.000 Kinder, manche nicht mehr acht als Jahre alt, sind heute als Soldaten in Kriegen eingesetzt. Wenn man die Kinder in der militärischen Ausbildung dazurechnet, werden es 500.000. Die Mehrzahl dieser Kindersoldaten kämpft in Bürgerkriegen auf dem afrikanischen Kontinent.

Kindersoldaten ist kein neues Phänomen. Kinder sind immer schon für den Krieg missbraucht worden. Neu ist die große Anzahl. Neu ist auch die Art und Weise, wie sie missbraucht werden. Sie helfen nicht nur, sie kämpfen direkt an der Front, und sie töten. Warum werden sie grade heute so schamlos als Soldaten missbraucht? Die Gründe dafür sind vielfältig.

Technische Vorraussetzungen:

  • Kleinfeuerwaffen sind ´kinderleicht´ geworden: leicht zu tragen, leicht zu bedienen.
  • Diese Waffen sind sehr haltbar, sie werden von einer Krisenzone in die nächste transportiert und wiederverwendet.

Wirtschaftliche Ursachen:

  • Verarmung der Bevölkerung in Afrika hat stark zugenommen. Korruption und Inkompetenz der Politiker wie auch die Anpassungsprogramme der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds haben weitflächige Verarmung und soziales Chaos verursacht.
  • Kindersoldaten sind billig, fordern keinen Lohn und sind deshalb für Regierungen, Guerillagruppen und Warlords interessante Rekruten.

Politische Ursachen:

  • In vielen Ländern Afrikas herrschen Bürgerkriege.
  • Die Unterdrückung der Bevölkerung durch Regierungen und Gewalttaten der Armee treiben die Jugend in bewaffnete Oppositionsgruppen

Soziale Ursachen:

  • Das Potenzial an Kindersoldaten wird vergrößert durch die soziale Ausgrenzung der Jugend. Arbeitslose Jugendliche, die keine Hoffnung für eine bessere Zukunft haben, sind bereit jedem zu folgen, der eine Chance anbietet.
  • Weil ihr moralisches Bewusstsein noch unterentwickelt ist, sind Kinder leicht mit primitiven Ideologien zu absolutem Gehorsam zu manipulieren.
  • Besonders gefährdet sind: Straßenkinder, AIDS-Waisen ohne Familie und Zukunft und Flüchtlingskinder.
  • Kinder haben weniger Angst als Erwachsene, weil sie die Gefahren nicht abschätzen können.
  • In ländlichen Gebieten werden oft sehr kleine Kinder rekrutiert, weil die älteren bereits in die Städte abgewandert sind.

Durch Kleinwaffen werden Kinder so zu idealen Soldaten: billig, furchtlos, leicht zu motivieren.

"Obwohl mein Ausweis sagte, dass ich minderjährig bin - und das stimmt -, bin ich körperlich doch sehr groß. Sie bestanden darauf, ich sei alt genug und sie packten mich und brachten mich auf eine Polizeistation. Da war es voll von Kindern...."

(Kindersoldat aus Angola. New York Times, 20.01.1999)