DIE MAPUTO DEKLARATIONVom 19. bis 22. April 1999 versammelten sich in Maputo, Mosambik, Delegationen aller afrikanischen Länder zur Teilnahme an der "Afrikanischen Konferenz über den Einsatz von Kindersoldaten." Die Teilnehmer verabschiedeten die "Deklaration von Maputo". Die Konferenz der Staatsoberhäupter der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) stimmte im Juli 1999 der Maputo Deklaration ohne Ergänzungen zu. Die Teilnehmer an der "Afrikanischen Konferenz zum Einsatz von Kindersoldaten" sind entschlossen, die Verwendung von Kindersoldaten zu unterbinden. - Sie erklären feierlich, dass der Einsatz von Kindern unter 18 Jahren durch bewaffnete Streitkräfte oder Gruppen gänzlich unannehmbar ist, selbst wenn das Kind behauptet oder wenn von ihm behauptet wird, dass dies auf freiwilliger Basis geschieht.
- Es wird an alle afrikanischen Staaten appelliert, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit kein Kind unter 18 Jahren an einem bewaffneten Konflikt teilnimmt. Das soll besonders durch das Folgende geschehen:
- Beendigung der Rekrutierung aller Kinder unter 18 Jahren für die Streitkräfte und Vorsorgemaßnahmen, dass keine nachträgliche erneute Rekrutierung stattfindet. - Erstellung von Richtlinien zur Rekrutierung, insbesondere zur Feststellung des Alters. Gewährleistung einer systematischen Registrierung von Geburten. - Sichere Demobilisierung aller Kinder, auch der Mädchen, die zur Zeit in Streitkräften Dienst tun. - Einsatz aller notwendigen Maßnahmen für eine physische und eine psycho-soziale Rehabilitation und eine wirkliche Eingliederung in die Gesellschaft all jener Soldaten, die schon als Kinder angeworben wurden. - Verbot jeglicher Anwerbung von Kindern zu regierungsnahen Milizen. Gerichtliche Verfolgung und das Verordnung von nachhaltigen Sanktionen für alle, die weiterhin Kinder rekrutieren oder als Soldaten einsetzen. - Gewährleistung, dass Kinder auf Militärschulen nicht Teil der Streitkräfte sind und dass sie in Übereinstimmung mit internationalen und regionalen humanitären Vorschriften, besonders der Konvention über die Rechte des Kindes und der Afrikanischen Charta über die Rechte und die Wohlfahrt des Kindes behandelt werden. - Sofortige Ratifizierung der Afrikanischen Charta über die Rechte und die Wohlfahrt des Kindes und der Statuten des Internationalen Gerichtshofes, sowie deren sofortige Inkraftsetzung. - Der Einsatz von Kindersoldaten durch bewaffnete Oppositionsgruppen wird ebenso verurteilt. Alle Gruppen sind aufgefordert, das Anwerben von Kindern einzustellen und solche Kinder, die schon als Soldaten eingesetzt wurden, zu ihrer eigenen Sicherheit zu demobilisieren.
- Alle Staaten Afrikas sind aufgerufen, ihren Einfluss geltend zu machen und Druck auszuüben auf Regierungen und bewaffnete Gruppen, die Kinder als Soldaten einsetzen oder bei denen möglicherweise auf Kindersoldaten zurückgegriffen werden könnte, indem sie sich weigern, ihnen direkt oder indirekt Unterschlupf zu gewähren, oder ihnen Ausrüstung, Waffentraining oder Personal zur Verfügung zu stellen, die für militärische Zwecke genutzt werden könnten.
- Alle Staaten Afrikas sind aufgerufen, sämtliche Bestimmungen des internationalen Menschenrechts und humanitäre Bestimmungen zu befolgen. Dies gilt gerade auch im Fall von gefangengenommenen Kindersoldaten, wo man besonders sicherstellen sollte, daß weder Todesstrafe noch lebenslange Gefängnisstrafe ohne die Möglichkeit der Entlassung für Verbrechen verhängt wird, die von Personen unter 18 Jahren begangen wurden, und daß auch jugendliche Mitglieder bewaffneter Gruppen nicht wegen Hochverrat angeklagt oder verurteilt werden.
- An alle afrikanischen Staaten wird appelliert, aktiv die Annahme eines Zusatzprotokolls zur Konvention über die Rechte des Kindes zu unterstützen, die das Mindestalter für Militärdienst und aktive Teilnahme an bewaffneten Konflikten auf 18 Jahre festlegt. Darüber hinaus sollte in die ILO Konvention zur schlimmsten Art von Kinderarbeit zusätzlich eine Bestimmung aufgenommen werden, die den Einsatz von Kindersoldaten verbietet.
- Die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) wird aufgerufen, ihre Kampagne für ein Ende des Einsatzes von Kindersoldaten auf dem ganzen Kontinent zu verstärken, besonders durch
- Intensivierung ihrer Bemühungen, überall baldmöglichst die Afrikanische Charta über die Rechte und die Wohlfahrt des Kindes in Kraft zu setzen. - Vorlage dieser Deklaration bei der nächsten Sitzung des Ministerrates. - Gewährleistung, daß das Thema Kindersoldaten systematisch vom Ministerrat und anderen bedeutenden Konferenzen in Afrika aufgearbeitet wird. - An alle Regierungen außerhalb Afrikas ergeht die Forderung, angemessene Hilfestellung zur Erreichung der obigen Ziele zu geben, insbesondere durch Bereitstellung von Mitteln für Alternativen, damit jenen Kindern, die auf Grund vorherrschende Umstände gezwungen waren, freiwillig der Armee oder bewaffneten Gruppen beizutreten, leichter demobilisiert und rehabilitiert werden können, und so die Wiedereingliederung von Kindersoldaten in die Gesellschaft erleichtert wird.
- Alle Regierungen außerhalb Afrikas sollten ihren Einfluss nutzen und Druck auf jede Regierung oder bewaffnete Gruppe ausüben, die Kindersoldaten einsetzen oder bei denen Kindersoldaten möglicherweise als Soldaten gebraucht werden könnten, indem sie ihnen weder direkt noch indirekt Zuflucht gewähren, noch ihnen Ausrüstung, Waffen, Ausbildungsmöglichkeiten oder Personal für militärische Zwecke zur Verfügung stellen
- Die Vereinten Nationen und dort besonders die ILO, UNESCO, UNICEF, UNHCR, OHCHR und WHO, sowie der Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte werden gebeten, ihre Bemühungen für eine Beendigung der Verwendung von Kindersoldaten zu verstärken.
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