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AUSWIRKUNGEN FÜR DIE KINDER UND DIE GESELLSCHAFT"Schätzungen zufolge sind allein in den letzten zehn Jahren mehr als zwei Millionen Kinder durch bewaffnete Konflikte ums Leben gekommen und weitere sechs Millionen zu Krüppeln gemacht worden."(aus den Leitlinien der EU zu Kindern und bewaffneten Konflikten, 4.12.2003)Folgen für die Kinder - Kindersoldaten werden oft an der vordersten Frontlinie eingesetzt. Viele werden schwer verletzt, verlieren ihre Seh- oder Hörfähigkeit, Gliedmassen oder sogar ihr Leben.
- Die Brutalität bei der Ausbildung und im Kriegseinsatz, wie auch psychischer und sexueller Missbrauch traumatisieren Kinder für ihr ganzes Leben.
- Kindersoldaten erhalten oft vor dem Kampf Alkohol und Drogen. Sie werden leicht drogenabhängig.
- Kinder werden der positiven Erfahrungen ihre Kindheit beraubt und von ihren Familien und Dorfgemeinschaften entfremdet. Sie verlieren die Chance für eine Schul- und Berufsausbildung.
- Durch die Erfahrung von Gewalt im Krieg nimmt bei Jugendlichen die Gewaltbereitschaft in persönlichen Konfliktsituationen zu.
- Die Kriegssituation führt zu einem Verlust von Werten, die eine Lebensorientierung geben können.
Folgen für die Gesellschaft - Die Rehabilitierung der Kindersoldaten nach Kriegsende ist schwierig und langwierig. Ehemalige Kindersoldaten benötigen
- eine langfristige, kompetente psychologische Begleitung - eine Reintegration in Schule oder Berufsausbildung - die Möglichkeit, sich wieder durch andere Arbeit einen Lebensunterhalt zu verdienen. Dies ist für die meisten Länder unmöglich, da die Bürgerkriege die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur zerstören. Für die kirchliche und staatliche Entwicklungshilfe ist die Rehabilitierung ehemaliger Kindersoldaten eine zentrale Aufgabe, die von der einheimischen Gesellschaft ohne Hilfe von außen nur schwer geleistet werden kann. - Wenn Kindersoldaten nicht neu in die Gemeinschaft integriert werden, stellen sie ein enormes Gewaltpotential dar. Kindersoldaten von heute sind Bandenchefs von morgen. Drogenabhängige und traumatisierte Kindersoldaten tragen bei zur Kriminalisierung und Brutalisierung der Gesellschaft.
- Da Kindersoldaten sich nur schwer im normalen Leben zurechtfinden, verdingen sie sich als Soldaten auf anderen Kriegsschauplätzen in Nachbarländern. Sie stellen so eine langfristige Bedrohung der Sicherheit nicht nur im eigenen Land, sondern in der ganzen Region dar.
- Die erhöhte Gewaltbereitschaft ehemaliger Kindersoldaten breitet sich auch in der Gesellschaft aus. Gewaltanwendung zur Lösung von Konflikten wird als normal empfunden. Moralische Werte, die Achtung vor dem Leben und der unantastbaren Würde des Menschen gehen verloren.
"Ich träume immer noch von dem Jungen aus meinem Dorf, den ich umgebracht habe. Ich sehe ihn in meinen Träumen und er spricht zu mir. Er sagt, ich hätte ihn ohne Grund getötet und dann weine ich."(Susan, 16 Jahre, von der Lord Resistance Army (LRA) in Uganda entführt)
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