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Netzwerk Afrika  > Themen  > Kindersoldaten
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AKTIONEN - Kindersoldaten

Forderungen

Zusammen mit missionarischen Gemeinschaften, die sich im Africa Europe Faith and Justice Network (AEFJN) zusammengeschlossen haben, stellt das Netzwerk Afrika Deutschland die folgenden Forderungen:

  1. In der Europäischen Union erlauben Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Luxemburg und Österreich, dass 16 bis 17jährige als Freiwillige in ihren Streitkräften Dienst tun können. In der Bundeswehr gab es 1999 über 200 Soldaten unter 18 Jahren. Europäische Regierungen sind nicht in der Lage, Druck auszuüben auf jene, die Kindersoldaten einsetzen, wenn in ihren eigenen Streitkräften Jugendliche unter 18 Jahren Dienst tun.
    Das NAD fordert die Bundesregierung auf, bei der Ratifizierung des Zusatzprotokolls zur Kinderrechtskonvention, das Mindestalter für die Rekrutierung, auch von Freiwilligen, auf 18 Jahre festzulegen.
  2. Europäische Regierungen sind in vielfältiger Weise mit afrikanischen Staaten engagiert, die immer noch Kindersoldaten rekrutieren oder einsetzen. Sie haben die Möglichkeit, durch die Außen- und Entwicklungspolitik Druck auf diese Staaten auszuüben, Kindersoldaten zu demobilisieren.
    Das NAD fordert die Bundesregierung auf, im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit, Druck auf die Staaten in Afrika auszuüben, die Kindersoldaten in ihre Armeen rekrutieren.
  3. Länder, die nach Bürgerkriegen neue politische, wirtschaftliche und soziale Strukturen aufbauen, brauchen Hilfe bei der Reintegrierung von Kindersoldaten in das normale Leben.
    Das NAD fordert die Bundesregierung auf, Programme für eine sichere Demobilierung und Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten in die Gesellschaft zu unterstützen.

Aktionen

 

2006, Juni
Brief der Deutschen Koordination Kindersoldaten an den Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe mit der Forderung die deutsche EU-Präsidentschaft 2007 zu nutzen, um die konkrete Umsetzung der EU-Leitrichtlinien zu Kindern in bewaffneten Konflikten aktiv voranzutreiben.

2002, 12. Februar
Zum Tag des Inkrafttretens des Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention gestaltete die Koalition gegen Kindersoldaten eine Aktion mit "tausend roten Händen" vor dem UN Gebäude in Genf.


2001, 21. August
Brief des NAD an Verteidigungsminister Rudolf Scharping mit der Forderung, bei der Ratifizierung des Zusatzprotokolls das Mindestalter auch für Freiwillige auf 18 Jahre festzulegen.
- In einem Antwortschreiben lehnt das Ministerium diese Forderung ab und bekräftigt die Absicht, das Mindestalter für Rekrutierung mit 17 Jahren festzulegen. Grund sei die unnötige Verzögerung des Grundwehrdienstes und die Gewinnung von Nachwuchs für die Bundeswehr direkt im Anschluss an die Schulausbildung. Der Meinungsprozess innerhalb der Bundesregierung ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.


2001, 18. April
NAD schickt ein Dokument über Kindersoldaten an den Außenminister und an Mitglieder des Bundestags vor der Bundestagsdebatte über das gleiche Themen. Mehrere MdB reagierten positiv auf die Initiative.