Zucker - Eine bittersüße Geschichte
Eine uralte Kulturpflanze- Das Zuckerrohr hat seinen Ursprung im asiatischen Raum. Vor etwa 6.000 Jahren wurde Zucker in der heutigen Umgebung von Bangladesch angebaut. Seit 200 v. Chr. ist die Zuckerproduktion in Ägypten nachgewiesen.
- Kolumbus nahm auf seiner zweiten Reise nach Westindien (Dominikanische Republik) Pflanzen mit. Von dort verbreitete Das Zuckerrohr sich rasch in der Karibik, in Südamerika und vor allem in Brasilien. Tropenwälder wurden gerodet und Ureinwohner ausgerottet, um das Rohr anzupflanzen.
Eine Ursache für den Sklavenhandel- Da die Zuckerproduktion sehr arbeitsintensiv war, brauchte man billige Arbeitskräfte. So begann der Handel mit Sklaven aus Afrika, die in die neue Welt verschleppt wurden.
- Die Sklaven wurden an Plantagenbesitzer verkauft, die mit Zucker bezahlten.
- Mit Zucker und Rum beladen fuhren die Schiffe nach Europa zurück. Von England und Spanien gelangten Waffen, Eisen- und Kupferwaren, Glasperlen und Branntwein an die Gold-, Elfenbein- und andere Länder der 'Sklavenküste'.
- Mit den erzielten Gewinnen wurden weitere Sklaven gekauft.
Rübe gegen Rohr - 1747 gelang es, aus der Runkelrübe Zucker zu gewinnen. 1801 gab es in Preußen die erste Rübenzuckerfabrik.
- 1806 verhängte Napoleon die Kontinentalsperre. Rohrzucker konnte nicht mehr aus den Kolonialgebieten importiert werden.
Das Fundament für den Kampf Rübe gegen Rohr war gelegt.
Vom Luxusartikel zum VolksnahrungsmittelVon einem Luxusartikel für die Reichen in Europa ist Zucker zu einem Volksnahrungsmittel geworden. Der größte Abnehmer von Zucker ist die Limonadenindustrie. Aus Zucker werden viele andere Produkte gewonnen: - Melasse für Viehfutter
- Alkohol
- Treibstoff
"Das ist harte Arbeit. Ich verdiene zum Zuckerrohrschneiden etwa 40 Dollar im Monat. Aber die Alternative ist Armut."(Zuckerrohrschneider aus Äthiopien, zitiert im Positionspapier 'Überzuckert' von Oxfam)
|