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Feldarbeit - Westafrika
Feldarbeit - Westafrika

Ernährungssouveränität -
Bedeutung für die
Landwirtschaft und Entwicklung
Afrikas

  • 80% der Menschen in Afrika leben auf dem Land.

  • Landwirtschaft ist die Grundlage jeder nachhaltigen Entwicklung.

  • Es gibt in Afrika kaum Industrie, um die landlose oder verarmte Bevölkerung aufzufangen. Die verheerende Alternative ist Abwanderung in die städtischen Slums.

  • Eine Steigerung von 1% des afrikanischen Anteils am Welthandel würde 5 mal soviel ausmachen wie alle Entwicklungshilfe und Schuldenerlaß zusammen.


Lange hatten die afrikanischen Länder nach der Unabhängigkeit die Förderung der einheimischen Landwirtschaft vernachlässigt. Politiker waren mehr interessiert an Billligimpoten zur Versorgung der politisch einflußreichen Städter, als an Förderung der politisch wenig interessanten Bauern.

Die meisten Menschen in Afrika halten importierte Produkte für besser als lokale Erzeugnisse.

Die afrikanischen Politiker erkennen nach und nach ihre Verantwortung für die Kleinbauern ihrer Länder und deren Wichtigkeit für die Gesamtentwicklung. Deshalb versuchen sie, durch Koalitionen und Absprachen (G-33 und G-90) Druck bei den internationalen Agrarverhandlungen und bei den WTO Ministertreffen zu machen.

"Für die Verbesserung der Lebenssituation von kleinbäuerlichen Produzenten ist nicht nur der Erhalt bzw. die Wiedergewinnung des Zugangs zum einheimischen Markt entscheidend, sondern auch die Erreichung fairer und stabiler Preise für die produzierten Lebensmittel. Der Weltmarkt für Agrargüter ist in den letzten Jahren vielfach charakterisiert durch einen enormen Preisverfall: für Kaffee um 66%, für Reis um 43%, für Baumwolle um 39%, für Kakao um 30%, für Weizen um 20%. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Überangebot auf dem Weltmarkt.

Der zu beobachtende Preisverfall bedeutet bei einer Liberalisierung der Agrarmärkte für die Einkommen der Kleinbauern eine zweifache „Bedrohung“. Zum einen drohen ihre produzierten Lebensmittel durch die billigeren Importe substituiert zu werden; sie verlieren ihre Absatzmärkte, zum anderen werden die inländischen Verkaufspreise für ihre produzierten Lebensmittel gedrückt.

Problematisch ist der Preisverfall aber auch wegen des dramatischen Verlusts von Exporteinnahmen in Ländern, die zum größten Teil abhängig von diesen Exporten sind. Bei mehr als 50% der Entwicklungsländer machen 3-4 oder weniger landwirtschaftliche Rohstoffe die Hälfte ihrer Exporte aus. 37% dieser Länder werden von IWF und Weltbank als hochverschuldeteLänder eingestuft. Sie sind am schwersten vom Preisverfall betroffen".

Auszüge aus: "Entwicklung statt Freihandel" Wiggerthale, Oktober 2004