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Netzwerk Afrika  > Themen  > Ernährungssouveranität

 KERNFORDERUNGEN DER ERNÄHRUNGSSOUVERÄNITÄT


Getreidepeicher in Burkina Faso

Getreidepeicher in Burkina Faso


 Die weltweite Kampagne für die Durchsetzung der Ernährungssouveränität als Grundlage der Agrarpolitik stellt folgende Forderungen auf: 

• Die Begünstigung der lokalen und regionalen Landwirtschaft

• Den Zugang zu den Produktionsmitteln: Land, Saatgut, Wasser und Krediten für

Bauern, Bäuerinnen und Landlosen

Das Recht von Bauern und Bäuerinnen, Lebensmittel nach eigener Wahl zu erzeugen und sich gegen GVO (genetisch veränderte

Organismen) zu wehren;

• Das Recht der Konsumenten zu entscheiden, was sie

konsumieren wollen und wer es wie produziert;

• Das Recht der Staaten, die einheimische Landwirtschaft

vor Dumping durch Billigimporte von landwrtschaftlichen

Produkten und Nahrungsmitteln zu schützen;

• Die Bindung der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse

an die Produktionskosten (kostendeckende Preise);

• Die Beteiligung der Bevölkerung an agrarpolitischen

Entscheidungen;

• Das Recht auf eine gesunde Umwelt durch nachhaltige

Produktionsweisen.

Schritte eines Land zur Erreichung von Ernährungssouveränität

Zur Erreichung der Ernährungssouveränität muß es oberstes Ziel der Landwirtschafts- und Wirtschaftspolitik jeder Regierung sein:

1. einen möglichst hohen Selbstversorgungsgrad im Bereich der Lebensmittelproduktion und -Verarbeitung zu erreichen

2. den Zugang zu Land und Wasser für Kleinbauern gegen die Interessen der Agrarindustrien zu schützen

3. der lokalen Nahrungsmittelproduktion den Vorrang zu geben

4. faire Preise für regionale landwirtschaftliche Produkte zu garantieren, die sich an den Produktionskosten ausrichten

5. das Recht zu bekommen, ihr Land vor Billigimporten zu schützen durch Anhebung der Einfuhrzölle

6. Importe nur als Ergänzung zuzulassen

 

"Ein an menschlicher Entwicklung orientiertes Handelssystem sollten den Regierungen den Spielraum geben,
eine Politik zu entwickeln, die den nationalen Entwicklungsbedürfnissen
und ihrer sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Situation gerecht werden."

aus UNDP 2003: Making global trade work for people