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Netzwerk Afrika  > Themen  > Ernährungssouveranität

 

„Meine Kinder waren hungrig und ich erzählte ihnen: Der Reis kocht. Ich erzählte es ihnen so lange, bis sie vor Hunger einschliefen," ein Vater in Ägypten

Quelle: Rundbrief BMZ

                                                                                        

Frau in Burkina Faso beim Kochen
Frau in Burkina Faso beim Kochen

Entstehung:

In der ganzen Welt zerstören landwirtschaftliche Billigprodukte die lokalen Märkte: z.B. in Afrika Mais aus den USA, Reis aus Thailand, Milch und Hühnchen aus Europa.....

Die Handelsliberalisierung begünstigt den internationalen Handel und nicht die Ernährung der lokalen Bevölkerung. Sie fördert die Industrialisierung der Landwirtschaft und gefährdet die agri-kulturelle Vielfalt und traditionellen Anbauweisen. Dagegen wehren sich weltweit Bauernorganisationen.

Mitte der 90er Jahre wurde das Konzept der Ernährungssouveränität von La Via Campesina, durch Organisationen von Kleinbauern, Landlosen, Fischern und indigenen Gemeinschaften in Brasilien entwickelt     und in die öffentliche Debatte gebracht.

Die Ursachen von Hunger und Armut sind zwar vielfältig, aber es ist offensichtlich, dass die Agrarhandelsliberalisierung, die Deregulierung und die exportfixierte Ausrichtung der Landwirtschaft negative Auswirkungen haben und Existenzen gefährden bzw. zerstören. Ernährungssouveränität beinhaltet die Forderung, dass Länder und Völker das Recht haben müssen, den Handel einzuschränken, soweit dies für den Schutz von Kleinbauern, Fischern, Hirtenvölkern, indigenen Gemeinschaften etc. und die Förderung der einheimischen Nahrungsmittelversorgung erforderlich ist. *

Kontext:

Die Forderung nach Ernährungssouveränität entwickelte sich aus de Spannungen und Konflikten zwischen

Großgrundbesitz - Landloser Bevölkerung                                      

Reich -Arm                                                                                              Nahrungsmittelexporten- Hunger

und konfrontiert die Politik und die Menschen mit der Feststellung, dass die heutigen Anworten der Politik das Problem von Armut und Hunger in de Welt nicht lösen, sonden sogar verschärfen.

Konzept:

Die Ablehnung des gegenwärtigen Entwicklungsansatzes im Agrarbereich, der neo-liberal, exportorientiert, produktivitätsfixiert, intensiv ist, ist der zentrale Ansatz des Konzepts der Ernährungssouveränität.

Auch wenn viele Schlüsselelemente des Konzepts der Ernährungssouveränität
bereits formuliert, die politischen Grundfesten für die nationale und internationale ländliche und landwirtschaftliche Politik festgelegt sind, so ist es doch kein „fertiges“ Konzept.
Insofern lädt es zur Diskussion und Weiterentwicklung ein. Inhaltlich wird dabei im wesentlichen die Gewährleistung des Rechts auf Nahrung, der verbesserte Zugang zu produktiven Ressourcen,
die Verbreitung einer lokalen, bäuerlichen, ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft und die vorrangige Ausrichtung der Agrarpolitik auf die lokalen Märkte und deren Absicherung durch faire Handelsregeln verfolgt. *

* mit freundlicher Erlaubnis von Marita Wiggerthale Auszuge aus Beitrag für FIAN 3/2005

 

Das neue Paradigma der Ernährungssouveränität hat sich seit 1996 schnell entwickelt und prägt den Diskurs unter sozialen Bewegungen auf der ganzen Welt.

 

Kinder Burkina Faso
Kinder Burkina Faso