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AIDS - Eine Bedrohung für die Entwicklung Afrikas

Afrika ist der Kontinent, der am stärksten von AIDS betroffen ist. Die höchsten Infektions-raten gibt es im südlichen Afrika. Im kleinen Königreich Swasiland sind mehr als 30 Prozent der schwangeren Frauen infiziert, die sich in Kliniken untersuchen lassen. IN Botswana sind es in einigen Regionen sogar bis zu 43,9 Prozent.

Die Krankheit ist in Afrika eine Seuche, die die wirtschaftliche Entwicklung und politische Stabilität bedroht. Vor allem die sexuell aktive, junge Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 30 Jahre ist betroffen- eigentlich das Entwicklungspotenzial eines jeden Landes.

Ein paar Beispiele

  • 1998 starben in Sambia in nur zehn Monaten 1.300 LehrerInnen durch AIDS.
  • In Südafrika verlieren Firmen etwa drei Prozent ihrer gesamten Mitarbeiterschaft durch das HIV-Virus.

Doch die Bekämpfung der Ausbreitung von AIDS bleibt weiter schwierig. Das Reden über die Krankheit ist in vielen afrikanischen Gesellschaften ein Tabu. Man stirbt nicht an AIDS, sondern an anderen Krankheiten. Der Einsatz von Hilfsmitten zum Schutz gegen übertragbare Krankheiten ist eine Tabu-Thema.

Anders als in anderen Teilen der Welt infizieren sich heute in Afrika mehr Frauen als Männer mit dem Virus. Es breitet sich vor allem durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr aus und überträgt sich leichter von Mann zu Frau. Aberglaube spielt hier auch eine große Rolle. Viele Männer glauben, dass sie von AIDS geheilt werden, wenn sie mit einer Jungfrau schlafen.

Auch die zu Apartheid-Zeiten verbreitet Form der Wanderarbeit spielte eine Rolle bei der Ausbreitung der AIDS-Seuche. Minenarbeiten wurden in Wohnheimen fern von ihren Familien untergebracht. Das begünstigte die Prostitution. Ein wichtiger Schritt bei der Bekämpfung von AIDS ist daher, die Stellung der Frau zu stärken. Die Auswirkungen von AIDS auf die Produktionskraft und die Planungs-Sicherheit in den wirtschaftlich schwächeren Ländern verlangen politisches Umdenken. In einer globalisierten Welt werden die durch AIDS ausgelösten Folgen von Armut und Instabilität auch in Deutschland sichtbar: durch eine stärkere Migration, durch weitere ökonomische Turbulenzen an den Finanzmärkten oder durch Einbrüche in Märkten, etwa in Osteuropa und Asien, die für die Bundesrepublik von besonderer Bedeutung sind. Christoph Benn, Deutsches Institut für Ärztliche Mission und Vorstandsmitglied des Globalen Fonds: "Gesundheit ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Der wirtschaftliche Gewinn durch die Verbesserung des Gesundheitswesens würde die Investitionen um ein Mehrfaches übersteigen."

 

Aids-Afrika