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Netzwerk Afrika  > Themen  > Agrartreibstoffe

WIE SIND AGRARTREIBSTOFFPROJEKTE ZU BEURTEILEN?

Zivilgesellschaft und Politik sind sich der negativen Folgen von Investionen im Bereich von Agrartreibstoffen bewusst geworden und suchen nach Kriterien, um ökologische und soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten.

Ein System von Zertifikaten, die ökologische Schäden und soziale Ausbeutung verhindern sollen, wird oft als Lösung vorgeschlagen. Die Erfahrung mit Zertifizierung zeigt jedoch, dass eine effektive Nachprüfung der Kriterien in der Praxis äußerst schwierig ist.

Es ist vor allem die Zivilgesellschaft in den Entwicklungsländern, die sich für sinnvolle politische Leitlinien und für die Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien einsetzen muss. Ein Dokument, das das Netzwerk Afrika Deutschland und Misereor für die Kirchen Afrikas erarbeitet hat, schlägt folgenden Fragenkatalog zur Beurteilung von Agrartreibstoffinvestionen vor.

  1. Verlieren Menschen durch die Investition ihr Land und ihr Einkommen? Wurden sie vor der Ausführung des Projekts informiert und konsultiert? Wurden sie für den Verlust ihres Landes adäquat kompensiert?
  2. Behindert das Projekt den Zugang der lokalen Bevölkerung zu Wasserquellen?
  3. Was sind die vorhersehbaren langfristigen Folgen für die Umwelt? Ist ein negativer Einfluss auf das lokale Klima erkennbar?
  4. Werden die Plantagen auf Landflächen angelegt, die zuvor der Nahrungsmittelproduktion dienten? Wird die Umstellung auf Energiepflanzen eine Steigerung der Nahrungsmittelpreise verursachen?
  5. Wird genetisch verändertes Saatgut verwendet?
  6. Sind die Verträge mit Investoren öffentlich zugängig? Wurde die nationale Agrartreibstoffpolitik und die Allokation großer Landflächen in den Medien und im Parlament öffentlich diskutiert?