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Warum Agrartreibstoffe attraktiv sind
Es gibt mehrere Gründe, warum Politik und Wirtschaft die Entwicklung von Agrartreibstoffen vorantreiben und Investoren überall auf der Welt große Flächen Land pachten oder aufkaufen.
- Erdölverknappung
Die industrielle Revolution und das enorme Wirtschaftswachstum der letzten zwei Jahrhunderte basierte auf dem Zugang zu billiger Energie, Kohle und Erdöl. Die Erdölvorkommen auf der Welt werden in wenigen Jahrzehnten erschöpft sein, während der Energiebedarf immer weiter steigt, vor allem in den „Schwellenländern“. Daher werden die Preise für Energie steigen. Neue Energiequellen sind lebensnotwendig für alle hochentwickelten Gesellschaften.
- Klimawandel
Die spürbare Klimaveränderung ist eine Bedrohung für die gesamte Menschheit und erfordert eine drastische Reduzierung der Treibhausgase. Die negativen Auswirkungen können nur in Grenzen gehalten werden, wenn der CO2 Ausstoß drastisch reduziert wird. Die Natur bietet dafür eine Lösung. Die Photosynthese in Pflanzen verwandelt Kohlendioxid in organische Materie, die der Menschheit seit ihren Ursprüngen als Quelle von Wärme und Licht gedient hat. Was liegt näher, als diese geniale Erfindung der Natur intensiver durch den Anbau von "Energiepflanzen" zu nutzen? Zwei Probleme werden auf einmal gelöst: Pflanzen und Bäume wachsen immer wieder nach; das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 hat die Pflanze vorher eingesammelt. Also eine ideale Nullrechnung. Kein Wunder, dass diese Quelle erneuerbarer Energie so attraktiv wird.
- Importsubstitution
Für Entwicklungsländer ist Agrarsprit besonders interessant. Länder, die selbst kein Erdöl produzieren, geben einen Großteil ihrer Exporteinnahmen für den Import von Erdöl aus. Preissteigerungen auf dem Energiemarkt treffen sie besonders hart. Viele Länder haben noch landwirtschaftlich ungenutzte Flächen. Benzin und Diesel aus landwirtschaftlichen Produkte zu gewinnen, würde die Abhängigkeit von Erdölimporten verringern.
- Unabhängigkeit
Aber nicht nur arme Länder, auch Industriestaaten wie die USA, Europa oder China haben ein großes Interesse, ihre Abhängigkeit von den arabischen oder russischen Energieimporten zu reduzieren. Energieabhängigkeit macht erpressbar. Agrartreibstoffe scheinen die Antwort zu sein. Für die EU bot der Markt für Agrartreibstoffe die Chance, ihren Landwirten eine neue Einkommensquelle zu eröffnen. Diese Einsichten ließen die Politik nach Strategien suchen, um nachhaltige Energien zu fördern. Investitionen in Solarzellen und Windenergie werden subventioniert und Agrartreibstoffe durch Steueranreize und Beimischungsquoten gefördert.
Die EU verabschiedete eine Regulierung, dass bis 2020 in den Mitgliedsstaaten10% aller Treibstoffe aus erneuerbaren Energien kommen müssen. Deutschland erließ eine ähnliche Leitlinie, die aber wegen angeblich schädlicher Folgen aufgeschoben wurde . Investoren weltweit machten sich auf die Suche nach günstigen Anlagen in Agrartreibstoffprojekten. In Indonesien fielen immer mehr tropische Urwälder Platz für Palmölplantagen, Brasilien erweiterte die Anbaugebiete für Zuckerrohr. Die EU erlaubte ihren Bauern, auf den brachliegenden Äckern Raps anzubauen.
Sehr bald verging die Euphorie über Agrarsprit. Es stellte sich heraus, dass es viele unvorhergesehene Folge gibt. Weiter
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