Geographie:Größe: 2 505 813 km² (Deutschland: 356 945 km²) Sudan grenzt (im Uhrzeigersinn) im Norden an Ägypten (1237km), im Osten an das Rote Meer (835km), Eritrea (605km) und Äthiopien (1606km). Im Süden an Kenia (232km), Uganda (435km) und die Demokr. Rep. Kongo (628km). Im Südwesten an die Zentralafrikanische Republik (1165km). Im Westen an den Tschad (1360km) und im Nordwesten an Libyen (383km). Der Sudan hat in der Geschichte oft die Rolle eines Verbindungsgliedes zwischen Nord und Süd gespielt. Starke Einflüsse nach Norden hin sind in den verschieden Phasen des Pharaonenreiches Ägyptens sichtbar. Das Pharaonenreich wurde sogar einmal von den Völkern des Südens (Kusch) erobert und regiert. Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte zeugen von einer sehr großen und eigenständigen Kultur seit dem zweiten Jahrtausend v. Chr. in dem Gebiet des heutigen Sudan. Die ethische Spannung zwischen den arabisierten Bewohnern des Nordens und den schwarzafrikanischen Bewohnern des Südens plagen den Sudan von heute. Hinzu kommt die religiöse Verschiedenheit. Der Norden ist islamisch und immer wieder findet sich der Süden mit einer Islamisierung konfrontiert. Die Religion der Menschen im Süden ist zum Großteil animistisch, bzw. christlich. Die Wirtschaft des Nordens ist bestimmt von der Landwirtschaft im Niltal, in den anderen Gebieten des Nordens ist Landwirtschaft kaum möglich, der größte Teil ist Wüste. Von Norden her geht das Land nach und nach in Savanne über (Sahelzone), wo bei günstigen Regenfällen Hirse angebaut werden kann. Meist reicht der Pflanzenwuchs sonst kaum für die Herden von Ziegen, Schafen und Kühen. Weiter nach Süden ist Landwirtschaft gut möglich, besonders in den Gebieten, die vom Nil überschwemmt werden. Dort wird neben den benötigten Nahrungsmitteln (Hirse, Erdnüsse und Mais) auch Sesam und Baumwolle für den Export angepflanzt. Der Norden des Landes versucht politisch den Süden zu beherrschen. Das hat zu dem bisher längsten Bürgerkrieg Afrikas geführt. Schätzungen sprechen von mehr als vier Millionen Flüchtlingen innerhalb des Landes und etwa einer halben Million außerhalb. Was in vielen Fällen wie ein Religionskrieg zwischen Nord und Süd, zwischen Islam und Animisten, bzw. Christen, aussieht und auch so geführt wird, ist im Grunde wohl eher eine Frage der politischen Herrschaft und wirtschaftlichen Macht. Die Entdeckung von Öl in südlichen Gebieten hat diese Region für die Wirtschaft des Sudans noch wichtiger gemacht. Ausländische Interessen (USA, China) spielen plötzlich eine Rolle und machen die Situation sehr kompliziert. Schlagzeilen gemacht hat neben dem Bürgerkrieg immer wieder in den letzten Jahren der Handel mit Sklaven, wobei auch ganze Dörfer im Süden überfallen und die Menschen nach Norden entführt werden. Der Rückkauf Tausender Sklaven durch europäische und amerikanische Hilfswerke ist umstritten. Bevölkerung: Einwohner 33 Millionen (geschätzt 2002) Hauptstadt: Khartoum (Al-Khartoum; mit Omdurman etwa 5,7 Mio. Einwohner) Andere Städte: Port Sudan, Nyala, El Obeid, Kassala, Gedaref, Wad Madani, Kosti Bevölkerungsdichte: 13 je km² Bevölkerungswachstum: etwa 2,2 % Städtische Bevölkerung: etwa 39 % Bevölkerungsgruppen/Anteil in % 52% afrikanischen Ursprungs, 39% Arabisch, Beja 6% sonstige 3%. Sprachen: Amtssprache: Arabisch Einheimische Sprachen: Nubisch, Ta Bedawie. Verschiedene andere nilotische Stammessprachen. Religionen: Katholiken: 8% Andere Christen: 3,2% Muslime: 74,1% Traditionelle Religionen: 13,3% |