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Mauretanien
Islamische Republik, Al-Gumhuriyyaa al-Islamiyya
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Mauretanien: Geschichte in Auszügen

Archäologische Funde weisen auf eine frühe Besiedlung durch afrikanische und berberische Völker hin.

7. / 8.Jh.

Von Norden eindringende Araber verdrängen die Schwarzafrikaner nach Süden oder versklaven sie.

11. / 12.Jh.

Die Bewegung der Almoraviden (Berber) erbauen ein Großreich zwischen dem Senegal-Fluß im Süden und den Pyrenäen (Spanien) im Norden.

13. / 17. Jh.

Berber, Araber und Afrikaner vermischen sich zu Mauren und organisieren sich zunächst in lose strukturierten Stammesgesellschaften. Erst allmählich entwickeln sie hierarchische Sozial- und Herrschaftsstrukturen.

1445

Portugiesischer Stützpunkt auf der Insel Arguin.

19. Jh.

Teil der kolonialen Rivalität zwischen Spanien und Frankreich.

1871

Frankreich nimmt Besitz von der Insel Arguin.

1904

Nach heftigen Auseinander mit den maurischen Stämmen erklärt Frankreich das Territorium von Mauretanien zur Kolonie. Es wird von Senegal aus verwaltet.

1904

Aufhebung der Sklaverei durch verfassungsrechtliche Gleichheitspostulate.

1920

Eingliederung in die Kolonialföderation Französisch-Westafrika.

1955 - 1960

Auseinandersetzung um die Staatsform.

1958

Autonomie im Rahmen der französischen Gemeinschaft.

1960, 28. Nov.

Deklaration der Islamischen Republik Mauretanien.

1960, Dez.

Die Sowjetunion legt ein Veto gegen die Aufnahme Mauretaniens in die Vereinten Nationen ein.

1961

Wahl Mokthar Ould Daddahs zum Präsidenten.

1965

Einführung des Einparteiensystem.

1966

Arabisierung des Schulwesens führt zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Mauren und Südmauretaniern.

1970

Diplomatische Anerkennung durch Marokko.

1973, Juli

Anhaltende Dürre stellt das Land vor große Probleme. Der Rinderbestand wird zu 90 % vernichtet.

1973

Austritt aus der Franco-Zone, Beitritt zur Arabischen Liga (neue Währung: Oguiya).

1974

Nationalisierung der transnationalen Konzerne: vor allem von französischen Unternehmen im Bergbau.

1976 -1978

Besetzung des Südens der Westsahara.

1978, 10. Juli

Machtübernahme durch das Militär. Neuer Regierungschef ist der Führer des Staatsstreichs, der bisherige General Mustafa Ould Mohammed Salek. Seither sind immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen zu beklagen.

1978, 30. Okt.

Der neue Präsident Mustafa Ould Mohammed Salek zu Besuch in Deutschland.

1979, 05. Aug.

Friedensabkommen mit der Westsahara-Befreiungsbewegung POLISARIO.

1984, 27. Febr.

Anerkennung der Demokratischen Republik Sahara (DARS), (erneut außenpolitische Schwierigkeiten mit Marokko).

1984, 12. Dez.

Erneuter Staatsstreich. Oberstleutnant Maquya Sid Ahmed Ould Taya übernimmt die Macht.

1985

Beginn der IWF-Weltbank-Strukturanpassungspolitik.

1987, 22. Okt.

Putschversuch schwarzafrikanischer Offiziere gescheitert.

1987, 02. Nov.

Verhaftung hochrangiger Militärs.

1988

Eine schwarzafrikanische Exilopposition," Front de liberation Africain pour la Mauritanie (FLAM) bereitet von Senegal aus ihre Putschversuche vor. (Die Bewegung strebt offen die Errichtung einer schwarzafrikanischen Republik im Süden Mauretaniens an).

1989, April

Blutige Auseinandersetzungen zwischen den "weißen" Mauren arabisch-berberischen Ursprungs und den negriden Stämmen angehörenden "schwarzen" Mauren.

1989, Mai

Ausschreitungen gegen "weißen " Mauren im Senegal.

1989, Aug.

Abbruch diplomatischer Beziehungen mit Senegal.

1989 /1990

Der ethnische Konflikt zwischen arabischer Mehrheit und schwarzer Minderheit droht zu eskalieren. Hintergrund ist der Streit um das fruchtbare Land am Senegal-Fluß zwischen schwarzen Bauern und arabischen Viehzüchtern.

1990/91

Angeblicher Putschversuch liefert Vorwand für eine Verfolgungsaktion gegen Schwarzafrikaner vor allem in den Streitkräften, der ca. 500 Schwarze zum Opfer fallen.

1991,April

Ankündigung einer Demokratisierung und nationalen Aussöhnung durch Staatspräsident Taya

 1991, Juli

Annahme einer demokratischen Verfassung durch Volksabstimmung, Erlass von Gesetzen über die Zulassung politischer Parteien sowie die Einführung der Pressefreiheit

1992,Januar

Wahl von Taya zum Staatspräsidenten (gegen 3 Gegenkandidaten).

1992, März/April

Wahl der beiden Kammern des Parlaments, Boykott durch Oppositionsparteien

1994, Januar

vorgezogene Kommunalwahlen, Teilnahme der Oppositionsparteien

1996, Oktober

Neuwahl der Nationalversammlung, Teilnahme der Oppositionsparteien

1997, Dezember

Wiederwahl von Staatspräsident Ould Taya, Boykott durch Oppositionsparteien

1999, Jan./Febr.

Kommunalwahlen

2000,November

Wahlreform: Einführung des Verhältniswahlrechts in den drei größten Städten (Nouakchott, Nouadhibou, Selibaby); Ausweitung Wahlkampffinanzierung und garantierter Medienzugang für alle Parteien; Direktwahl der Bürgermeister

2001, Oktober

Neuwahl der Nationalversammlung, Teilnahme der Oppositionsparteien

2003, 8./9. Juni

Gescheiterter Putschversuch gegen Staatspräsident Taya

2003, November

Wiederwahl von Staatspräsident Taya gegen 5 GegenkandidatenVorwurf des Wahlbetrugs durch Opposition

2003, Dezember

Verurteilung des erfolgreichsten Oppositionskandidaten und Ex-Staatspräsidenten Haidalla wegen angeblicher Putschpläne zu Haftstrafe auf Bewährung

2004, August / September

erneute Putschgerüchte

2005, Februar

 Verurteilung von Putschbeteiligten, unter Verzicht auf Todesurteile. Viele Freisprüche, einschließlich der mitangeklagten Oppositionspolitiker

2005, 03.08

Der bisherige Staatspräsident Taya wird durch einen unblutigen Militärputsch gestürzt, während er außer Landes ist. Ein "Militärrat für Gerechtigkeit und Demokratie" übernimmt unter Führung von Oberst Vall die Macht. Beide Kammern des Parlaments werden vom Militärrat wenige Tage später aufgelöst.

2005, 07.08

Die bisherige Regierung tritt geschlossen zurück. Der Militärrat ernennt den bisherigen Botschafter Mauretaniens in Frankreich, Sidi Mohamed Ould Boubacar, zum Premierminister und wenig später ein neues Kabinett.

2005, Oktober

Tage der nationalen Beratung unter Einbeziehung der bisherigen Opposition und der Zivilgesellschaft: der Demokratisierungsprozess gewinnt an Kontur.

2006, Februar

 Mauretanien nimmt die Erdölförderung auf.

2006, 25.06.

Verfassungsreferendum

2006, 19.11./03.12.

Parlaments- und Kommunalwahlen

2007, 21.01./04.02.

Senatswahlen

2007,11./25.03.

Präsidentschaftswahlen

2007,19.04.

Amtseinführung des neugewählten Präsidenten Abdallahi, anschließend Bildung der neuen Regierung unter Premierminister Zeidane

2007, August

Gesetz zur Abschaffung der Sklaverei

2010, September

Gefechte der Armee mit Al-Kaida Kämpfern

2011, April

Demonstrationen gegen Staatschef Mohammed Ould Abdel Aziz.

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