Daten aus der Geschichte der katholischen Kirche in MarokkoIm Unterschied zu Ägypten und anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens gibt es in Marokko keine einheimischen sogenannten orientalischen Kirchen. Der äußerste Westen war im Unterschied zu anderen Regionen Nordafrikas schon zur Zeit der Römer kirchlich ein Randgebiet gewesen. Nach der arabischen Eroberung wurde es vollständig islamisiert. Die katholische Kirche ist heute fast ausschließlich eine Ausländerkirche. 1220 Ankunft der ersten Missionare des gerade gegründeten Franziskanerordens. 1883 -1884 Charles de Foucauld auf Erkundungsreise durch Marokko. Die Erfahrung der Gastfreundschaft und Frömmigkeit dieses Volkes beeindrucken ihn sehr. Er schreibt:" Der Islam hat in mir eine große Erschütterung bewirkt. Angesichts dieses Glaubens und von Menschen, die in ständiger Gegenwart Gottes leben, ahnte ich, dass es etwas Größeres und Wahreres geben musste jenseits der Geschäftigkeit der Welt". (1886 erlebt Foucauld in Paris seine Bekehrung. Nach seiner Priesterweihe (1901) geht er nach Algerien und ab1905 lebt er als Einsiedler unter den Tuareg im Hoggar-Gebirge (Algerien), wo er 1916 von aufständischen Senussi erschossen wird). 1889 In Maghreb entstehen die ersten Missionsschulen. 1890 Errichtung der ersten Franziskanermission in Rabat. 1929 Französische Familie gründet in der Hauptstadt Rabat das Institut "die Quelle" mit dem zunächst vorherrschendem Ziel, den katholischen Franzosen in Marokko eine profunde Kenntnis des Islams, mehr Respekt vor diesem und damit Hochschätzung statt Verachtung vor allem "einheimischen Islamischen" zu vermitteln. Da die Fachbibliothek und Vorlesungen zur isalmischen Religion, schon bald alles in den Schatten stellten, was islamische Hochschulen zu bieten vermochten, wurde das Institut "die Quelle" immer mehr von Muslimen in Anspruch genommen. Als heute führende Institution der Islamwissenschaft in Marokko hat "Die Quelle" Generationen von islamischen Theologen christliche Werte vermittelt, ohne in den Verdacht einer Abwerbung von Muslimen für die Kirche zu geraten. Sein Ziel ist es, im Islam alle Ansätze aufzuzeigen, die auf Erfüllung durch keinen andren als Jesus Christus angelegt sind. 1985, Jan. Der staatliche Druck auf die christliche Minderheit nimmt zu. Es kommt zu Verhaftungen von Christen in Rabat, Marrakesch, Casablanca und Fes. Die Verbreitung christlicher Literatur wird untersagt. 1980 König Hassan II. zu Besuch im Vatikan. Erster Kontakt zwischen dem Vertreter der islamischen Gemeinschaft und dem Vertreter der Christenheit. 1983 Der in Paris geborener Priester, Hubert Michon, wird zum neuen Erzbischof von Rabbat ernannt. 1984, 19. Dez. Der Kirche wird vom Staat freie religiöse Betätigung sowie Steuerfreiheit für alle kirchlichen Gebäude und Einrichtungen zugesichert. 1985 Begeisterter Empfang des Papstes durch 80. 000 zumeist junge Muslime im Stadion von Casablanca. 1991, 13. Jan. Feier des hundertjährigen Jubiläums der Anwesenheit der Franziskaner Mission in Rabat. |