Mali: Ereignisse und Entwicklungen 1990-2000 1990 Ausbruch der Tuareg-Revolte. 1989, Dez. Großkundgebungen gegen die Regierung, Forderung eines Mehrparteiensystems. 1991, 23. März Massenkundgebungen für demokratische Strukturen und freie Wahlen. Sicherheitskräfte schießen auf die Menge. Ausnahmezustand verhängt. Bei einer Demonstration werden an die 200 Menschen erschossen. 1991, 26. März Militärputsch unter Leitung von Oberstleutnant Amadou Toumani Touré. Präsident Traoré wird gestürzt und mit seiner Frau Mariam verhaftet. Ein "grenzenloses Mehrparteiensystem und totale Demokratie" wird versprochen. 1991, Dez. Tuareg und Regierung handeln Waffenstillstand aus. Austausch von Gefangenen. 1992, 12. Jan. Referendum, Annahme einer neuen Verfassung. 1992, Febr. / März Kommunal- und Parlamentswahlen. "Alliance pour la Democratie au Mali" (ADEMA) gewinnt die Wahlen. 1992, April Präsidentenwahlen, Sieger Alpha Oumar Konaré. 1993, 08. Juni Demonstration unzufriedener LKW-Fahrer und Mechaniker. 1994, 10. Jan. CFA-Franc wird um 50% abgewertet. 1994 Tuareg - Konflikt. Bis 80 000 Tuareg und Mauren als Flüchtlinge in Mauretanien und anderen Nachbarländern. 1996, März Friedensvertrag zwischen Tuareg und Regierung, Waffen werden vor Timbuktu in einem "Feuer des Friedens" verbrannt, die vier Rebellenorganisationen lösen sich auf. 1997, 11. Mai Präsidentenwahl Alpha Oumar Konaré erhält 95,9% der Stimmen. 1998, 25. Aug. Mit 20 Bussen repatriiert Mali 3000 Fischer und ihre Familien aus der Elfenbeinküste. Jugendliche hatten sie dort vertrieben. 1998, 13. Okt. Beginn des Gerichtsverfahrens gegen den ehemaligen Präsidenten Moussa Traoré. 1998, 07. Dez. Die 20 Verteidiger von Moussa Traoré weigern sich, weiter an den Gerichtsverhandlungen teilzunehmen. 1998, 15. Dez. Präsident Konaré steht nach eigenen Angaben nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung. 1999, 12. Jan. Der ehemalige Präsidenten Moussa Traoré und seine Frau wegen Wirtschaftsverbrechen zum Tode verurteilt. 1999, 30. Jan. Drei der vier Oppositionsparteien schließen sich zusammen zur "Konvention für die Republik und die Demokratie (CRD)." 1999, 20. Febr. 400 Soldaten verstärken die ECOMOG-Truppen in Sierra Leone. 1999, 02. Mai Beginn von Kommunalwahlen in vier Regionen, in den anderen vier Regionen vorgesehen für den 6. Juni. Insgesamt 682 Gemeinden werden ihren Kommunalrat bestimmen. 1999, 07. Mai Die "Allianz für Demokratie" (ADEMA) hat 4193 der 7124 Sitze bei den Kommunalwahlen gewonnen. 1999, 11. Juni ADEMA gewinnt bei den Kommunalwahlen 61,5 % der Stimmen. 1999, 25. Juni UNHCR beendet Tätigkeit im Norden. Zur Zeit der Tuareg-Konflikte hatte sich das UNHCR um 150 000 Flüchtlinge gekümmert. 1999, 09. Juli 13 Tote bei Auseinandersetzungen zwischen dem mauretanischen Dorfe Djigueni und dem Dorf Missira in Mali. 1999, 09. Aug. Überschwemmungen in Bamako, 1000 Personen obdachlos. 1999, 22. Sept. Todesurteile gegen Moussa Traoré und seine Familie in "lebenslänglich" umgewandelt. 1999, 11. Okt. Premierminister Keita erneut zum Vorsitzenden der "Allianz für die Demokratie" gewählt. 1999, 18. Okt. Zusammenstöße zwischen Mitgliedern vom Stamm der Kunta und arabischer Bevölkerung. 1999, 04. Dez. Saudi Arabien gewährt Mali einen Kredit von 4 Milliarden CFA. 1999, 21 Dez. Der Kommandeur der Armee, Col. Siriman Keita wird entlassen. 2000. 04. Jan. Präsident Konaré begnadigt den zum Tode verurteilten ehemaligen Chef der Armee Coulibaly. 2000, 18. Jan. Zwei Wochen nach einem vereitelten Staatsstreich ernennt die Regierung mehrere Militärs auf Regierungsposten. 2000, 15. Febr. Malis neuer Premierminister ist Mande Sidibe, ein früherer Mitarbeiter des IWF. Am Tag vorher war der bisherige Premier Ibrahim Boubacar Keita zurückgetreten. 2000, 14. März Hilfsorganisationen ziehen sich aus dem Norden zurück. Eine Woche vorher waren drei niederländische Touristen ermordet worden. Frühere Tuareg-Rebellen tun sich anscheinend mit fundamentalistischen Bewegungen aus Algerien zusammen. 2000, 12. April Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften in Bamako werden 40 Studenten verwundet. 2000, 26. Mai Eine gemeinsame Studiengruppe von IWF und Weltbank hat bei einem zweiwöchigen Aufenthalt die 1999 begonnen Strukturanpassungen begutachtet. Teile von Energiewirtschaft und Telekommunikation sollen privatisiert werden. Die Beseitigung der Armut soll verstärkt betrieben werden. 2000, 06. Juni Zusammenarbeit zwischen Mali und Marokko steht auf der Tagesordnung von bilateralen Verhandlungen in Rabat. Es geht dabei um Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, usw. 2000, 30. Juni 115,1 Mio Dollar erhält Mali von der Weltbank zur Bekämpfung der Armut und zur Verbesserung der ländlichen Infrastruktur. 2000, 09. Juli In ihrem Viermonatsbericht stellt die Kommission gegen Korruption eine Verschlechterung in vielen staatlichen und privaten Bereichen fest. In der Kampagne des Präsidenten gegen Korruption sind seit letztem Jahr etwa 15 hohe Beamte verhaftet worden. 2000, 24. Juli Mali erhält einen Kredit über 2, 6 milliarden CFA von Belgien für zwei Elektirizitätswerke in Bamako. 2000, 26. Juli Cheik Konoute, der Führer der Sekte der sogen. "Barfüßler" und zwei Mitangeklagte werden zum Tod verurteilt für die Ermordung eines Richters vor zwei Jahren . 2000, 09. Aug. Zum Tode verurteilt wegen Unterschlagungen wurde ein ehemaliger Manager der Textil-Entwicklungsgesellschaft Malis. 2000, 05. Sept. Tausende Kinderarbeiter aus Mali sind in den Plantagen der Elfenbeinküste beschäftigt, wie eine Untersuchungskommission beider Länder feststellte. Ein Abkommen zwischen den beiden Ländern soll diese Situation bekämpfen. Die Kinder werden für Preise zwischen 40000 und 100000 CFA gehandelt und müssen oft bis zu 12 Stunden arbeiten. 2000, 14. Sept. Mali hat nach Angaben der Weltbank die Bedingungen erfüllt, um einen Schuldenerlaß von einer Milliarde Euro zu erhalten. 2000, 25. Sept. Einen Erlass seiner 500 Mio. DM Schulden in Frankreich möchte der Präsident Malis bei seinem Staatsbesuch in Paris erreichen. 2000, 02. Okt. Katastrophal könnten die Ergebnisse der Examen an Oberschulen und Universitäten in Mali in diesem Jahr sein. Seit 1990 sind die Schuljahre immer wieder durch Streiks der Studenten unterbrochen worden. Die Regierung sagt, sie habe kein Geld für die Forderungen der Studenten. 2000, 22. Okt. Mehr als 1400 Malier wurden aus Libyen evakuiert. Gegen die 30000 starke Kolonie der Malier und gegen Personen aus anderen afrikanischen Staaten war es zu Rassenunruhen von Seiten der Libyer gekommen. 2000, 07. Nov. Der Kampf gegen Kleinwaffen soll in Mali verstärkt werden. Durch die Bürgerkriege in Westafrika - auch durch den Krieg mit den Tuareg - wurden diese Waffen verbreitet und fordern immer wieder auch in Mali neue Opfer. 2000, 22. Nov. Ein neue Denkmäler wurden in Bamako enthüllt, die 20 Mio. Dollar gekostet haben. Das Kulturministerium hat sie als "beeindruckend" und "nützlich" bezeichnet. 2000, 27. Nov. in der Getreideproduktion ist in diesem Jahr ein Rückgang von 17,5% zu befürchten. 2000, 30. Nov. Malis Präsident Alpha Oumar Konare forderte die Außenminster der OAU-Staaten bei ihrer Konferenz in Bamako auf Vorschläge zur Eindämmung des illegalen Waffenhandels in Afrika zu machen. 2000, 11. Dez. Schüler und Studenten beginnen einen dreitägigen Streik gegen Drohungen des Bildungsministeriums einige Mitglieder der Nationalen Studentenvereinigung zu belangen. 2000, 15. Dez. Das Gipfeltreffen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft wurde in Bamako eröffnet. |