Ägypten: Geschichte in Auszügen vor Christus 4000 v. Chr. Das Niltal ist Zeuge der vielfältigen Entwicklung einer Bevölkerung, die die erste historische Zivilisation geschaffen hat, das Ägypten der Pharaonen. Die ägyptische Kultur ist ohne Zweifel nur die Krönung der Führungsrolle, die Afrika, beinahe ohne Unterbrechung, während der etwa 3000 ersten Jahrhunderte der menschlichen Geschichte aufrecht erhalten hat. Die Menschen betreiben Ackerbau und Viehzucht . 3500 Meteorologische Gründe tragen dazu bei, daß sich das Klima des tropischen Afrikas deutlich verschlechtert. Die Sahara, bis dahin ein riesiger von Leben wimmelnder grüner Park, verwandelt sich mehr und mehr in ödes Wüstenland. Jetzt erst bekommt der NiI, der neben der grünenden Sahara wenig Interesse geweckt hat, einen immensen wirtschaftlichen Wert, den er seitdem bewahrt hat. Die Menschen des Neolithikums strömen herbei. Am Ufer des Nils herrscht eine außerordentliche Bevölkerungsdichte. Die Menschen konnten nicht mehr wie die verstreuten Familien von früher leben, sondern sie mußten sich organisieren. Siedlungen entstanden und eine neue Form des Zusammenlebens entwickelt sich. 3000 - 2000 Altes Reich: 1. bis 12 Dynastie der Pharaonen. Die beiden ersten, in Memphis errichteten Dynastien, festigen die bereits bestehenden sozio-politischen Fundamente, indem sie alle wirtschaftlichen und geistigen Kräfte des Tales sammeln. Das erlaubt das Aufblühen der 3. und 4. Dynastie, die sich durch den Bau der großen Pyramiden von Giseh auszeichnen. Von der 5. Dynastie an beginnen die Unruhen im Land. Das Volk will nicht länger hinnehmen, daß nur den Pharaonen das Sonderrecht des richterlichen Spruches von Orsis vorbehalten ist. Sie fordern mehr demokratische Gleichheit. 2000 - 1580 Mittleres Reich : 12. Bis 18. Dynastie Mit der 13. Dynastie beginnt die Invasion der Hyksos, asiatische Eindringlinge, die sich Hirtenkönige nennen, in Wirklichkeit aber nur Nomaden ohne großes Ansehen sind. Das ist die Zeit, in der der Josef der Bibel von einem dieser Könige gerufen wird, um ihm als Minister zu dienen. Dadurch wird die jüdische Kolonie erheblich gestärkt. 1580 – 332Neues Reich: 18. bis 24. Dynastie;Eroberungen Ramses II. 332 Alexander d. Große besetzt Ägypten. 331 Gründung Alexandriens. 304 - 30 Alexander und die Ptolomäer; die Ptolomäer- Dynastie endet mit dem Sohn von Kleopatra und Cäsar. nach Christus 30 n.Chr. Kaiser Augustus macht Ägypten zur Römischen Provinz. Beginn der römisch-byzantinischen Zeit. 639 - 642 Arabische Eroberung unter Amribn al-Ass. Mit unwiderstehlicher Gewalt dringen die Muslimen ins Land, überrennen als Naturvolk hochstehende Kulturen und bringen ihre Religion und Sprache an den Nil. (Zehn arabische Dynastien regieren von Damaskus, Bagdad oder Kairo aus, bis der Türkensultan Selim I. im Jahr 1517 Ägypten dem Osmanischen Reich als Provinz einverleibt). 868 Die Tulunis-Dynastie befreit Ägypten von den Abassiden von Bagdad. 969Schiitische Dynastie der Fatimiden, Gründung Kairos. 1171 - 1250 Saladin erobert das Königreich Jerusalem ( Kreuzfahrerstaat), Syrien und Mesopotamien. Mit ihm beginnt die Dynastie der Aijubiden. 1250 - 1517 Mamelukenherrschaft, Sieger über Mongolen und Kreuzfahrer. 1517 - 1714 Ägypten wird Provinz des Osmanischen Reiches unter Sultan Selim I. 1798 Ägyptische Expedition Napoleons und französische Besetzung (Napoleon kommt in der Absicht, England vom Seeweg nach Indien abzuschneiden). 1801 Sieg der Engländer in der Seeschlacht von Abukir. Innerhalb des osmanisch-türkischen Kontingents, das mit den Engländern gegen die Franzosen kämpft, zeichnet sich ein Albaner, Mohammed Ali, besonders aus. 1805 - 1849 Mohammed Ali, Statthalter von Konstantinopel und als bedeutender Reformer und Organisator der Begründer des modern Ägypten. Mohammed Ali ist der Stammvater der Dynastie, die 1952 mit der Abdankung des Königs Faruk endet. 1854 Machtübernahme des Mohammed Said. Gründung der Suezkanalgesellschaft. 1855 Ausländische Fachleute kommen ins Land, der Baumwollanbau wird eingeführt, das Bewässerungssystem verbessert. 1858 Unter den Nachfolgern Alis, die als Untertanen des türkischen Sultans nach größerer Selbständigkeit streben, herrscht Mißwirtschaft, die schließlich zum finanziellen Zusammenbruch führt. 1869 Eröffnung des Suezkanals. 1881/82 Urabi - Aufstand; britische Besetzung Ägyptens 1881 - 1885 Aufstand des Mahdi im Sudan 1896 - 1898 Kämpfe im Sudan die Mahdisten werden besiegt 1899 anglo - ägyptisches Kondominiums über Sudan 1914, 18. Dez. England beendet die türkische Oberhoheit und erklärt Ägypten zum britischen Protektorat. 1919 Unabhängigkeitsbewegung der Wafd-Partei. 1922 Ägypten, unabhängiges Königreich, König Fuad I. . 1936, 28. Apr. Tod König Fuad´I. Sein Nachfolger ist Faruk I. . 1936, Aug. Anglo-Ägyptischer Vertrag ; Abzug Englands aus Ägypten zurück bleibt jedoch weiterhin die Kontrolle über den Suezkanal. 1952, 23. Juli Revolution der Freien Offiziere unter Gamal Abdel Nasser. 1953, 18. Juni Ausrufung der Republik; Staatspräsident Mohammed Nagib. 1954, 19. Okt. Suez-Abkommen über Abzug der britischen Truppen. 1956, 12. Juni Abzug der letzten britischen Truppen aus der Suezkanalzone. 1956, 23. Juni Nasser zum Staatspräsidenten gewählt; arabischer Sozialismus und Nationalismus. 1956, 26. Juni Nationalisierung des Suez-Kanals. 1956, 29. Okt. Arabisch-israelischer Krieg (Suez-Krieg). 1956, 07. Nov. Suezkrieg: Israel, Großbritannien und Frankreich greifen Ägypten an. 1958, 21. Febr. Proklamation der Vereinigung mit der Vereinten Arabischen Republik ( VAR, bis 1961). 1965, Mai Abbruch diplomatischer Beziehung zur BR Deutschland, wegen deutscher Beziehungen zu Israel. 1967, Mai Eskalation des Nahost-Konfliktes. 1967, 19. Mai Abzug der UN-Friedenstruppe von der ägypt.-israel. Grenze. 1967, 25. Mai Sperrung des Golfs von Akaba für israelische Schiffe. 1967, 05 -10.Juni Sechs-Tage-Krieg, Niederlage Ägyptens und Verlust der gesamten Sinai-Halbinsel. 1970, 28. Sept. Tod Nassers, Answar al-Sadat wird sein Nachfolger. 1971, Jan. Einweihung des Assuan-Hochdammes. 1973, 06. Okt. Oktoberkrieg gegen Israel. 1975, 05. Juni Erstes Truppenentflechtungsabkommen mit Israel. (israelischer Teilrückzug und Wiedereröffnung des Suez-Kanals). 1976, Okt. Parlamentswahlen; Zulassung politischer Parteien. 1977, 20. Nov. Historischer Besuch Sadats in Jerusalem. 1978, Aug. Gründung der National-Demokratischen Partei durch Sadat. 1979, 26. März Friedensabkommen zwischen Ägypten und Israel nach den Verhandlungen von Camp David; Rückgabe der Sinai-Halbinsel, Ägypten wird von den arabischen Ländern isoliert. 1981, 06. Okt. Sadat wird von einem Muslimischen Integralisten- Kommando ermordet; Hosni Mubarak wird sein Nachfolger. 1984, Feb. Fortschreitende Islamisierung: Der bisher staatlich anerkannte Weihnachtstag ist abgeschafft worden. An seine Stelle treten zwei islamische Feste. 1984, 25. Sept. Diplomatische Beziehungen mit Jordanien. 1987, 05. Okt. Mubarak wird durch ein Referendum im Amt bestätigt. 1989, Mai Wiederaufnahme in die Arabische Liga. 1990 Parlamentswahlen: NDP gewinnt 348 von 444 Sitzen 1991, Jan./Februar Ägyptische Beteilugung an antiirakischer Koalition im zweiten Golfkrieg. 1993 Mubarak wird im Amt bestätigt. 1995 in Addis Abeba - Attentat auf Mubarak 1997 in Oberägypten bau des Toshka- Projektes 1997, 28. Dezember Verbot der Beschneidung von Frauen 1998, 1. Februar Todesurteile gegen Mitglieder der Gamaat Islamiya (geplante Attentate) 1999, 1. Februar Prozess gegen 107 Mitglieder des Islamic Jihad 1999, 26. September Mubarak mit 93,8% ohne Gegenkandidat für vierte Amtszeit bestätigt. 1999, 11. Oktober Atef Ebeid Premier 2000, Januar 21 Tote in Kodesh bei Unruhen zwischen Moslems und Kopten. 2000, 24 - 26. Februar Johannes Paul II besucht als erster Papst Ägypten. 2000, 18.Oktober Parlamentswahlen: NDP 388 der 444 Mondate - Wahlbeteiligung unter 20% 2001, 21. Mai Regimekritiker Saad Eddin Ibrahim zu 7 Jahren Haft verurteilt. 2001, 25. Juni Assoziierungsabkommen mit der EU 2002, 15-17. September Mubaraks Sohn Gamal wird Vorsitzender des politischen Sekretariats. 2003, April Verhaftung prominenter Mitglieder der Muslim Brotherhood 2004, 7. Januar Tod von Mamoun al Hodeibi, geistlicher Führer der Muslim Brotherhood. 2004, 9. Juli Regierung tritt zurück, Ahmed Nazif wird neuer Ministerpräsident 2004, 5. November Gründung der oppositionellen Partei Al-Ghad 2005, 27. März in Kairo Demonstrationen der Muslimbrüderschaft gegen Präsident Mubarak 2005, 7. September Fünfte Amtszeit für Mubarak, 88,6% - Wahlbeteiligung 23% 2005, Dezember Parlamentswahlen: NDP 320 der 454 Sitze 2006, 14. April Angriff auf 3 Kirchen in Alexandria - 1 toter Kopte, 17 Verletzte 2006,4. Juni Israelisch-ägyptisches Gipfeltreffen in Scharm-el-Scheich 2007,19. März umstrittene Verfassungsreform 2007, 17. Mai Wahl Ägyptens in das UNO -Menschenrechtskomitee 2007,5. November NDP bestätigt Hosni Mubarak als Parteichef 2008, Mai Verlängerung des Ausnahmezustandes (seit 1981) 2008,12. Juni Verbot der Genitalverstümmelung bei Mädchen, Anhebung des Heiratsmindesalter für Frauen auf 18 Jahre 2008, 13. Juni Gründung der "Union für das Mittelmeer" - 43 Staaten der EU und der Mittelmeerregion. 2009, 2. März Gaza Wiederaufbaukonferenz - Finanzhilfen für die Palästinensern 2009, 4. Juni Rede in Kairo von US Präsident Barack Obama - Dialogangebot an alle Muslime 2010, 6. Januar in Naja Hamadi werden nach der Christmette 7 koptische Christen erschossen, 10 Verletzte 2010, 19. Februar Friedensnobelpreisträger Mohammed el Baradei kehrt nach 27 Jahren nach Ägypten zurück. 2010, 1. Juni Teilwahlen zum Verfassungsrat: 80 von 88 Sitze für NDP 2010, 28. November Parlamentswahlen werden von der Opposition boykottiert, es kommt zu Unregelmäßigkeiten und Gewaltaten. 2011, 1. Januar in Alexandria, Autobombenanschlag auf die koptische Allerheiligenkirche, 21 tote koptische Christen 97 Verletzte; danach teilweise gewaltige Proteste koptischer Christen. 2011,25.Januar landesweite Proteste - 15000 Ägypter gehen auf die Straße 2011, 26. Januar Mubarak lässt Proteste niederschlagen 2011, 11. Februar Präsident Muhammed Hosni Mubarak tritt zurück. Militär löst das Parlament auf und verspricht Neuwahlen. 2011, November - DezemberBei den Wahlen für eine verfassungsgebende Versammlung gewinnen die islamistischen Parteien eine große Mehrheit
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